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Weichen stellen für mehr Klimaschutz

Rund um die Bayerische Klimawoche Ende Juli hat das KelheimerRegionalmanagement Veranstaltungstipps und Vorschläge parat.

Ein Heizungskessel-Tausch hilft Geld und Energie sparen. Wie es dafür Geld vom Staat gibt, stellt ein Vortrag am 28. Juli vor.
Ein Heizungskessel-Tausch hilft Geld und Energie sparen. Wie es dafür Geld vom Staat gibt, stellt ein Vortrag am 28. Juli vor. Foto: dpa

Kelheim.„Den Klimawandel meistern“ heißt das Motto der Bayerischen Klimawoche, die heuer vom Regionalmanagement im Landkreis Kelheim mit Aktionen begleitet wird. Vom 26. Juli bis 2. August 2016 bittet Regionalmanagerin Julia Schönhärl die Bürger, Betriebe, Verbände, Kirchen und Kommunen, sich dem Thema Klimaschutz zu widmen. Vorschläge dazu liefert sie in einer Pressemitteilung.

Was der Landkreis für ein besseres Klima beisteuern will

In einem „Integrierten Klimaschutzkonzept“ hat sich der Landkreis Kelheim“ im Jahr 2011 Ziele und Aktivitäten vorgenommen. Geplant ist, bis 2030 sämtlichen Strombedarf und 50 Prozent des Wärmebedarfs aus regionalen, erneuerbaren Energien bereitzustellen und die CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 60 Prozent zu reduzieren, erinnert Julia Schönhärl. Jede Gemeinde habe außerdem einen Energienutzungsplan samt Ausbau-Potenzialen für Erneuerbare Energien vor.

Dass auch vor Ort der Klimawandel längst angekommen ist, das machen „die aktuellen Überschwemmungen mit Vehemenz deutlich“, die künftig noch häufiger werden, so Schönhärl. „Mit Bewusstseinsbildung und gemeinsamen Klimaschutzmaßnahmen können die Menschen aber viel selbst lenken und die Zukunft „enkeltauglich“ gestalten“, ermuntert sie zu Eigeninitiative und rät, „den eigenen Lebensstil, das Mobilitätsverhalten, die Ernährung, Heizen, Kleidung“ auf Klimaschutz zu überprüfen. So wurden im Rahmen eines Projekts viele Energiespartipps von und für Bürger im Landkreis Kelheim gesammelt. „Auch die Urlaubsreisen spielen eine wichtige Klima-Rolle!“ – „Urlaub dahoam“ spart Verkehr, also Treibhausgase.

Genuss auf direktem Weg: „Klima-Picknick“ bei Erzeugern

Ein ortsnahes Freizeitangebot gibt es in der Klimawoche, nämlich als „Klima-Picknicks bei Direkterzeugern“. Wer Obst und Gemüse aus der Region und je nach Saison kauft, hilft Kohlendioxid-Ausstoß beim Transport einsparen. Beim Anbau von Bio-Lebensmittel wird zusätzlich Energie gespart sowie auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichtet, wirbt Schönhärl für diese „optimale Kombi“.

Bei den Klimapicknicks im Landkreis könnten Teilnehmer Lebensmittel mitbringen und sie unter die „Klima-Lupe“ nehmen lassen. Außerdem gibt es regionale Produkte in den Hofläden. Bisher stehen als Teilnehmer der Rohrer Bioland-Streuobsthof Stöckl (am 7. August) sowie der Bioland-Bauernhof Zum Prock in Maierhofen fest (Termin noch offen).

Vom Glauben und Handeln: Ökumenischer Gottesdienst

„Denn sie tun nicht, was sie wissen“ ist das Motto bei einem ökumenischen Gottesdienst am Dienstag, 26. Juli. Er beginnt um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche St. Matthäus, Altmühlstraße 1 in Kelheim; Pfarrer Julian Scheuerer aus Saal und Pfarrer Anton Dinzinger aus Bad Abbach werden ihn gestalten. Darin werden sich evangelische und katholische Gläubige auf ihre individuellen Möglichkeiten für ein klimafreundliches Leben besinnen.

„Auch alle anderen Kirchengemeinden sind in der Klimawoche eingeladen, einen Gottesdienst für den Klimaschutz zu gestalten“, so die Regionalmanagerin. Eine Gottesdienst-Vorlage basierend auf der Papstschrift „Laudato Si“ ist beim Regionalmanagement kostenfrei erhältlich (Tel. 0 94 41/ 207-7340, email: regionalmanagement@landkreis-kelheim.de

Staat hilft Häuslebauern: Das 10.000-Häuser-Programm

Energie sparen und Klima schützen: Das ist in Alt- und Neubauten mit moderner Technik möglich. Für Eigentümer und Bauherren, die in energieeffiziente Baumaßnahmen investieren möchten, hat die bayerische Staatsregierung das „10.000-Häuser-Programm“ aufgelegt, mit Fördersummen bis 18 000 Euro. Kathrin Memmer vom Zentrum für nachwachsende Rohstoffe „Carmen“ stellt das Programm vor.

Memmer geht auf die beiden Programmteile „EnergieSystemHaus“ und „Heizungskesseltausch“ ein und erklärt die Fördervoraussetzungen sowie Nebenanforderungen. Außerdem wird die Kombinierbarkeit mit Förderprogrammen des Bundes besprochen und das Onlineformular zur Antragstellung (live) vorgeführt.

Ein Heizungskessel-Tausch hilft Geld und Energie sparen. Wie es dafür Geld vom Staat gibt, stellt ein Vortrag am 28. Juli vor.
Ein Heizungskessel-Tausch hilft Geld und Energie sparen. Wie es dafür Geld vom Staat gibt, stellt ein Vortrag am 28. Juli vor. Foto: dpa

Der Vortrag richtet sich an Eigentümer von selbstbewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern sowie an Heizungsbauer, Architekten, Energieberater und fachlich Interessierte. Termin ist der Donnerstag, 28. Juli, um 19 Uhr im Casino der Kreissparkasse Kelheim (Schäfflerstraße 3).

Wachsende Erkenntnis: Naturführung an der Donau

Der enge Bezug der Vegetation zum Klima wird in Naturschutzgebieten wie der Weltenburger Enge besonders deutlich. Während der Klimawoche findet im Donaudurchbruch eine Naturführung unter dem Motto „Von Eiben, Mönchen und feindlichen Brüdern“ statt. Gebietsbetreuerin Franziska Jäger leitet die naturkundlich-kulturhistorische Wanderung durch das Schutzgebiet. Termin: Samstag, 30. Juli, von 10 bis 13 Uhr. Treffpunkt ist die Infoplattform an der Donau-Schiffsanlegestelle. (Info und Anmeldung hier) (hu/mz)

Regionalmanagerin bilanziert

  • Die Stelle

    Seit Januar hat der Landkreis mit Julia Schönhärl eine Regionalmanagerin. Die Förderung dafür vom bayer. Finanz- und Heimatministerium läuft bis Ende 2018.

  • Die Aufgaben

    Zwei Handlungsfelder sieht das Konzept vor: „Klimawandel und Energie“ sowie Demografischer Wandel“; angepeilt sind dazu insgesamt neun Projekte. Im Kreis-Umweltausschuss gab Schönhärl unlängst einen ersten Bericht ab:

  • Klima/Energie

    Das geplante Projekt „kreisweites Dach-Kataster“ für potenzielle Photovoltaik-Interessenten sei aus Datenschutzgründen nicht möglich, musste Schönhärl in Erfahrung bringen. Aber das Landesamt für Umwelt plane Vergleichbares: einen bayernweiten „Solarrechner“. Auf die geplante Bürger-Beratung für eine Sanierungsoffensive, zusammen mit dem Verbraucherservice Bayern, wird verzichtet, um örtlichen Energie- und anderen Beratern keine Konkurrenz zu schaffen. Schwierig, weil derzeit „sehr dynamisch“ ist laut Schönhärl der Bereich E-Mobilität.

  • Demografie

    Für das Projekt „Telemedizinisches Zentrum für den Landkreis“ führt die Regio-Managerin derzeit Gespräche; ebenso mit dem Hospizverein und anderen Beteiligten in Sachen geriatrische und Palliativ-Versorgung. Viele Gespräche, sensible Verhandlungen, daher eine lange Vorlaufzeit benötige das Projekt „Landkreis-Gesundheitsnetzwerk“. Für die Projekte „betriebliches Gesundheitsmanagement“ und „barrierefreies Leben“ plant Schönhärl u.a. Infoveranstaltungen bzw. Seminare. (hu)

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