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Gillamoos

Essinger erobert Omschberger Königreich

Daniel Schmitzer setzte sich gegen vier Kontrahenten in Abensberg durch und krönte sich zum dritten Hofbräu-Gillamoos-Kini – ein Ami wurde Zweiter.
von Verena Gabler

  • Daniel Schmitzer (r.) tritt die Nachfolge von Berni Haunschild als Gillamoos-Kini an. Foto: Gabler
  • Die Kandidaten hatten ihre Fans dabei. Foto: Gabler

Abensberg.Um 23:30 Uhr stand er endlich fest: Daniel Schmitzer ist Gillamoos-Kini 2014. Beim Brezen-Zielwurf setzte er sich gegen Dave Socha von der „Bolzen Beer Band“ aus Nebraska/USA, durch. „Etz trink I erstamal a Maß“, war sein erster Gedanke nach diesem aufregenden Contest.

Insgesamt gab es sechs Aufgaben zu bewältigen. Als erstes sollten alte Eier „angeknaxt“ werden – und zwar mit einem mit Beton gefülltem Maßkrug. Dazu wurden 25 Eier auf einer Styroporplatte aufgerichtet. Die Teilnehmer sollten dann mit dem Maßkrug ausholen und versuchen, die Eier aufzubrechen ohne sie zu zerstören. Der ein oder andere Kandidat erwies dafür nicht besonders viel Fingerspitzengefühl. Einer davon war Kevin Hammer, der seinen Nachnamen zum Programm machte. Der 26-Jährige aus Kallmünz war zum ersten Mal am Gilllamoos und ist spontan zur Teilnahme überredet worden. Ludwig Brenner aus Viehhausen geht dagegen ganz behutsam vor – und holt sich so den ersten Platz bei dieser Aufgabe. Der 25-Jährige wurde von seiner Freundin zum Wettbewerb angemeldet. „Des wird a Gaudi“, ist er von Anfang an überzeugt.

Hopfenstangen-Kraxeln traditionell dabei

Traditionell wurden alle Kini-Kandidaten in einer weiteren Challenge in die Höhe geschickt: Sie sollten auf Zeit eine Hopfenstange hochklettern. André Haunschild – Bruder der bisherigen Gillamoos-Kinis – hatte schon etwas Bammel vor der Aufgabe. Er hatte Sorge, dass er beim Maibaumkraxeln von der Stange fliegt. „Aber des is unbegründet, weil ich’s eh net naufschaff“, fügte der Bad Gögginger hinzu. Nach 72 Sekunden war er dann doch endlich oben angekommen. Seine Kontrahenten schafften es alle unter 23 Sekunden, Daniel und Luck sogar unter 13 Sekunden. André ist der große Bruder der beiden Gillamoos-Könige 2012 und 2013. „Ich hab a Wette verloren“, begründete der 25-Jährige seine Teilnahme. Langweilig wurde der Wettbewerb nie. Bis zum Schluss war alles offen, es bildete sich kein absoluter Favorit heraus. Jeder Kandidat hatte seine Stärken – und vor allem auch Schwächen.

Daniel Schmitzer aus Essinger hatte ein Nachbar angemeldet. „Mei, man muass ja alles Mal ausprobieren“, ist der 30-Jährige überzeugt. Im Vornherein kündigte er an, dass er nicht der geübteste Redner vor Publikum ist. „Das Schlimmste wäre, wenn wir Witze erzählen müssten.“ Und prompt: Als dritte Aufgabe sollte das Publikum mit einem guten Witz zum Lachen zu gebracht werden. Immerhin hatte er das Publikum gleich auf seiner Seite, als er um Mitleid gebeten hat: „Ich hab a Frau und zwei Kinder, ich hab zu Hause nicht recht viel zu lachen.“

Auftrag Nummer vier war, sich an Maßkrügen, die an einer Truss aufgehängt waren, möglichst lange entlangzuhandeln. Das wiederum konnte Daniel, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Im Publikum wurde schon gemutmaßt, ob er nicht professioneller Kletterer sei. Und auch Dave, Kandidat Nummer drei, konnte sich verhältnismäßig lange an den Maßkrügen halten. Dave Socha aus Lincoln, Nebraska stand am Schluss sogar gegen Daniel im Finale, obwohl er eigentlich gar nicht Kini werden wollte. „Kein Ami oder anderer Saupreiß sollte Kini in Omschberg werden“, sagt er.

Die Filigranen fliegen

Nach den ersten vier Spielen wurde Zwischenbilanz gezogen, Kevin und André mussten nach der Vorrunde gehen. „Wir sind halt eher die Filigranen“, witzeln sie im Nachhinein.

Als fünfter Wettbewerb wurde wieder das Weinzelt miteinbezogen. Dank 300 Meter Kamera-Kabel, die extra für die Kini-Show am Gillamoos verlegt sind, gab es eine Liveübertragung ins Hofbräuzelt. Die drei verbleibenden Kandidaten mussten im Weinzelt mit einem Strohhalm eine halbe Bier in einen Maßkurg umfüllen, austrinken und anschließend fünf Rosen schießen und schnellstmöglich ins Bierzelt zurückkehren. Mit deutlichem Vorsprung kam Daniel Schmitzer wieder zurück und lief sich so ins Finale. Dave war als zweiter im Ziel. Damit musste sich Luck vom Traum des Gillamoos-Kinis verabschieden.

Im Finale ging alles ganz schnell: Dave und Daniel mussten beim Brezen-Zielwurf möglichst schnell Brezen auf Nägel werfen - das gelang Daniel in Rekordzeit. Dave gab sich als fairer Verlierer und gratulierte dem frischgebackenen König als erster. „Die haben’s wenigstens probiert“, witzelt Daniel derweil über die Mitbewerber und empfiehlt jedem, einmal teilzunehmen. Der amtierende Kini, Berni Haunschild, übergab ihm Umhang und Krone. Für ihn ging damit die Amtszeit zu Ende. Traurig ist er deswegen aber nicht. „Einmal Kini, immer Kini“, sagt er.

Seit drei Jahren gibt es den Gillamoos-Kini-Wettbewerb schon. Die Idee dazu stammt vom Hofbräu junior, Joseph Neumeyer. „Wir wollten eine innovative Bierzeltshow starten, damit man am Sonntagabend auch das junge Publikum ins Bierzelt bekommt“, erklärt er. Der Aufwand dafür sei „irre“, aber es lohne sich. Er und sein Team – vor allem die Schwester, Cousins und Cousinen – hätten „a fetzn Gaudi“ bereits bei den Vorbereitungen. Um Werbung zu machen wurde zum Beispiel ein eigenes Video über die beiden Haunschildbrüder, also die Könige 2012 und 2013, gedreht. „Wir entwickeln den Wettbewerb immer weiter, so dass er auch in Zukunft spannend bleibt“, verspricht Joseph Neumeyer jun.

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