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Kreativität

Das MZ-Bier ist getauft: „Heimat-Weisse“

Neben seinem Namen hat das MZ-Bier nach knapp einem Monat noch einen weiteren Schritt nach vorne gemacht – der Grobentwurf des Etiketts steht.
Von Benjamin Neumaier, MZ

  • Georg Schneider hat schon die ersten Pinselstriche des Etiketts auf die Leinwand gebannt – weitere Farben sollen nach und nach folgen. Foto: Neumaier
  • Dieses Farbschema legte Schneider Biersommeliers vor – sie sollten anhand der Farben erklären, wie das MZ-Bier schmeckt: Es klappte, sie beschrieben es so, wie es laut Rezeptur schmecken soll. Foto: Neumaier
  • Vertriebsleiterin Susanne Hecht, Elisabeth Rose (Marketing) und Grafikerin Verena Lindner (v. l.)

Am 19. März wurde das MZ-Bier im Probierstüberl in den Katakomben der Brauerei Schneider geboren – knapp vier Wochen später ist es bereits getauft und hört fortan auf den malerischen Namen „Heimat-Weisse“. Doch dass das Kind so schnell seinen Namen bekam, dafür war die geballte Kompetenz der Brauerei verantwortlich. Am Dienstag grübelten Brauereibesitzer Georg Scheider, Vertriebsleiterin Susanne Hecht, Marketingleiterin Elisabeth Rose, Grafikerin Verena Lindner und ich im Besprechungsraum des Brauereikontors: Ideen waren nicht das Problem, doch der zündende Gedanke fehlte – so blieb der Flipchart in der Ecke erst mal leer.

Zu steril oder zu unsexy

„Irgendwie müssen wir Kelheim reinbringen und die Mittelbayerische. Aber Mittelbayerische-Weisse hört sich komisch an“, wirft Georg Schneider in die Runde. Susanne Hecht legt nach: „Kreisstadtbier wäre eine Möglichkeit.“ Das aber klingt Schneider zu sehr nach Kreißsaal. Weitere Stichworte fallen: „Information“ – zu steril; „Neuigkeiten“ – zu lang; „Kelheim-Weisse“ – nicht schlecht, aber zu unsexy. Und plötzlich der zündende Gedanke: „Heimat“ – wem er kam, ist allen in der Runde am Ende nicht mehr ganz klar – aber auch egal. Schnell landet der Begriff an der Flipchart. „Heimat-Weisse, das hört sich super an“, sagt Schneider – und alle stimmen ein. Der Vorname steht also, nun fehlt nur noch der Nachname – ein Spruch, der das Bier beschreibt. Und wieder setzen sich die Gehirnwindungen in Bewegung.

Nun soll das Wesen der Lokalzeitung stärker in den Vordergrund treten – die Ideen kommen zögerlich. Da steht Schneider auf und kritzelt etwas an die Flipchart: „Erlebbare Nachrichten aus der Region“ – Schweigen tritt ein. Grafikerin Verena Lindner nimmt sich ein Herz: „Wenn wir Nachrichten streichen und durch Neuigkeiten ersetzen, trifft es doch den Nagel auf den Kopf.“ Wir nicken uns zu – damit ist es beschlossen und das MZ-Bier hat seinen Namen: Heimat-Weisse, geschrieben im typischen Schriftzug der Mittelbayerischen Zeitung – einen Namen mit Wiedererkennungswert, darin sind wir uns einig.

Etikett entsteht auf der Leinwand

Den soll auch das Etikett liefern – gemalt von Georg Schneider persönlich. Gelb, grün, blau und etwas rot – diese vier Farben sollen eine Ausgabe der MZ umrahmen und den erdachten Charakter und Geschmack des Biers auf dem Etikett widerspiegeln. Doch da der Sud noch nicht angesetzt ist und der Geschmack des Bieres nur in den Köpfen der Braumeister existiert, hat der Brauereibesitzer damit seine Probleme: „Ich weiß natürlich wie das Bier schmecken soll, kann es mir vorstellen, aber bevor ich mich bisher an den Entwurf eines Etiketts machte, hatte ich immer eine Kostprobe zur Verfügung.“ Deshalb ging er diesmal einen etwas anderen Weg.

Bevor er sein Werk mit Acryl auf eine Leinwand bannte, erstellte er – wie immer – eine Farbprobe mit Aquarell-Farben (siehe großes Bild). Die brachte er zu den beiden führenden Biersommeliers in Deutschland, Dr. Wolfgang Stempfl und Dr. Michael Zepf von der Doemens Akademie in Gräfelfing. „Ich fragte sie: ,Wie schmeckt ein Bier, das mit diesen Farben beschrieben wird‘ – die Antwort war so, wie ich es erhofft hatte“, sagt Schneider. Denn die Experten beschrieben das Bier ihrerseits nun als „blumig, spritzig, mit einem nicht zu vollen Körper und leichten Gewürznoten“ – so wie das Bier laut Rezeptur auch werden soll. Gelb steht laut der Farbassoziation im Geschmack für blumig, Grün für Frische, Rot für würzig, kräftig und das ins Türkis gehende blau für einen abgerundeten Geschmack.

Die Einschätzung der Sommeliers war der Startschuss für Schneider – schon am selben Abend zog er sich in sein Atelier auf dem Brauereigelände zurück und schwang den Pinsel. Allerdings malt sich ein Etikett nicht von heute auf morgen: „Normalerweise nehme ich mir sechs bis acht Wochen Zeit. Ich brauche dazu die richtige Inspiration, die richtige Stimmung“, verrät der Brauereibesitzer. Dass ihm diesmal der Zeitdruck im Nacken sitzt, sieht er aber nicht als Problem an: „Ich habe mich darauf eingestellt, mir Freiräume geschaffen – und die Farbgebung stand ja diesmal schon.“

Von der Leinwand auf den PC

Bisher sind die Grundfarben Gelb und Grün auf der Leinwand gelandet, die eine MZ-Ausgabe – vom Schöpfungstag, dem 19. März – umranden. Die Zeitungs-Titelseite wird mittels der Frottage-Drucktechnik auf die Leinwand übertragen. Dabei wird die MZ auf die Leinwand geklebt, deren Oberfläche durch Abreiben auf den Untergrund übertragen. Danach folgen weitere Farblasuren – blau und rot fehlen noch. Ist das Gemälde fertig, wird es von Grafikerin Verena Lindner abfotografiert und auf den PC übertragen. „Die Zauberin am Mac“, wie Schneider sie nennt, entwirft daraus dann das fertige Etikett.

Das MZ-Bier ist also einen Level geklettert. Nach dem Findungsprozess im Probierstüberl existiert es zwar bisher immer noch nur in den Köpfen der Schöpfer, doch als Heimat-Weisse hat es sich von seinem Arbeitstitel MZ-Bier gelöst und weiter konkretisiert. Beim nächsten Schritt auf der Karriereleiter der Kreation kommt dann das Brauer-Handwerk ins Spiel – Anfang Mai steht der Kleinsud an der Mini-Brauanlage, die im Barrique Keller platziert ist, an.

Auch diesen Schritt werden wir tatkräftig begleiten – und dann fehlen nur noch knapp zwei Monate, bis die Heimat-Weisse am Kelheimer Kreisstadtfest (5. Juli) ausgeschenkt und verkauft wird. Für den weiteren Genuss wird sie dann bei einigen Kelheimer Wirten und in Getränkemärkten angeboten werden,.

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