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Bier

Die zweitbeste Nase der Bier-Republik

Schneider Weisse-Mitarbeiter Guido Grote erzielt ein Spitzenergebnis bei der Deutschen Meisterschaft der Biersommeliers.
von Benjamin Neumaier

Guido Grote bewies bei der Deutschen Meisterschaft guten Geschmack und eine gute Nase.
Guido Grote bewies bei der Deutschen Meisterschaft guten Geschmack und eine gute Nase. Foto: Schneider

Kelheim.Nur eine Nuance hat gefehlt, sonst hätte sich der Schneider-Weisse-Außendienstler Guido Grote bei der Deutschen Meisterschaft der Biersommeliers die Krone aufgesetzt. Mit sieben zu acht Punkten zog er im Finale in der Gräfelfinger Brauakademie Doemens am Samstag gegen den Gilchinger Dr. Markus Sailer den Kürzeren – die Krone wanderte zwar nicht nach Kelheim, aber zumindest nach Bayern. Das bayerische Podest-Trio vervollkommnete Julian Menner aus Neumarkt.

Nicht mit Treppchen gerechnet

Grote war mit seinem zweiten Rang hochzufrieden: „Natürlich bin ich angereist, um möglichst weit zu kommen, aber mit dem Treppchen hätte ich nicht gerechnet. Ich hatte eine gute Tagesform – darauf kommt es an.“

In der Vorrunde qualifizierte sich Grote mit sehr starken Leistungen „in einem sehr starken Feld“ für das Finale. Es galt zum einen in einer Blindverkostung unterschiedliche Bierstile zu erkennen. Zehn Biere, vom Dry Irish Stout über ein belgisches Witbier bis hinzu einem bayerischen einen Eisbock, galt es mittels Geruch und Geschmack einzuordnen. Grote schaffte acht von zehn „ eine durchaus gute Ausbeute, vor allem weil einige Bierstile dann doch sehr nahe beisammenliegen“, sagte Grote.

Fehlgeschmäcker herausfiltern

In der zweiten Runde wurden die Augenbinden abgenommen – nun galt es die sogenannten Off-Flavours, Fehlgeschmäcker, herauszufiltern. „Die entstehen unter anderem durch einen falschen Brauprozess oder auch falsche Lagerung. Manchmal sind sie aber auch gewünscht“, sagt Grote. So galt es zum Beispiel den sogenannten Lichtgeschmack – dabei wird der Hopfen zu lange der Sonne ausgesetzt – zu erkennen oder Diacetyl – eine buttrige Note im Bier –herauszufiltern. „Diacetyl ist in Deutschland im Bier nicht gewünscht, in Tschechien aber durchaus“, sagt Grote. „Deshalb trifft es Off Flavour besser, als Fehlgeschmack“. Auch hier bewies der Außendienstvertreter der Kelheimer Brauerei eine gute Nase und holte wiederum acht von zehn Punkten. Damit qualifizierte er sich für die Runde der besten zehn, das Finale.

Dort wurde Bierdart gespielt. Die Zehn Finalisten gesellten sich dabei um eine Art Dartscheibe, die in konzentrische Felder aufgeteilt war. Von außen nach innen stehen dabei die Begriffe auf der Tafel. „Untergärig, obergärig, spontanvergoren“ im ersten Ring, im nächsten Ring verschiedene Alkoholgrade (alkoholfrei, leicht, stark, normal, sehr stark, extra stark)und im dritten Ring wird zwischen Bierstilen –deutsch, belgisch, amerikanisch, bitter oder sonstigen Bierstilen mit speziellen Zutaten unterschieden. Dann wird eine Kostprobe gereicht und das Bier ist anhand der Begriffe einzuordnen. „Je näher man dran ist, desto mehr Punkte gibt es. In der Mitte des Spielfelds ist ein roter Kelch – wer seinen Kronkorken dort platziert, muss das gesuchte Bier exakt benennen können: Das schaffte keiner der Finalisten. Grote bewies aber sein Können und musste sich Sailer letztlich nur um einen Punkt geschlagen geben. Die Komplexität dabei ist immens, ein Bier habe bis zu 8000 verschiedene Inhaltsstoffe, heißt es in der Presseerklärung der Doemens-Akademie. „Deshalb bin ich absolut zufrieden“, sagt Grote, der sich durch die Finalteilnahme für die deutsche Nationalmannschaft qualifiziert hat.

Und mit der geht es am 18. Juli nach São Paulo in Brasilien zur vierten Weltmeisterschaft der Biersommeliers – für Grote nichts gänzlich Neues: „Ich war schon bei der ersten Weltmeisterschaft dabei, habe damals den siebten Platz belegt.“ Nicht nur deshalb fährt er mit hohen Erwartungen an sich selbst nach Brasilien – „ich will ein gutes Ergebnis erzielen, habe bewiesen, dass ich es kann. Aber letztlich entscheidet auch bei der WM wieder nur die Tagesform.“

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