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Besinnung auf ein altes Heilmittel

Bad Gögging will in Sachen Naturheilmittel neue Wege gehen – mit Deutschlands führenden Wissenschaftlern zum Thema Moor.
Von Jochen Dannenberg

  • Ein Beitrag, um das Heilmittel Moor zu bewerben, ist das Moortretbecken der Limes-Therme, das im vorigen Jahr in Betrieb genommen wurde (von links Franz Bauer, Karl Zettl jun., Chef vom Hotel Kaiser Trajan, Bürgermeister Thomas Reimer, Astrid Rundler sowie Karl-Ludwig Resch). Foto: Holzapfel, Tourist-Info Bad Gögging
  • Foto Holzapfel
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Bad Gögging. Wie lässt sich das ortseigene Naturheilmittel Moor in Bad Gögging künftig noch gezielter im Kur- und Wellnessbetrieb einsetzen? Zu dieser und ähnlichen Fragestellungen tauschten sich Deutschlands führende Wissenschaftler in Sachen Moor und Vertreter der örtlichen Gesundheitsdienstleister bei einem Symposium in Bad Gögging aus. Eingeladen hatten die Stadt Neustadt und die Tourist-Information Bad Gögging. Die Erkenntnis nach zwei diskussionsreichen Tagen: Das Potenzial für das Naturheilmittel Moor ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Ludwig Resch, dem Leiter des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung, tauschte sich das Who-is-Who an Deutschlands Moor-Forschern zwei Tage lang über den aktuellen Stand wissenschaftlicher Kenntnisse aus. Diskutiert wurde unter anderem, auf welchen neuen Feldern eine Behandlung mit Moor (Moor-Wannenbäder) wirksam wäre und auch konkurrenzlos eingesetzt werden könnte, so z. B. bei Wechseljahrbeschwerden. Ziel ist es nun, aus den Erkenntnissen des Symposiums marktfähige Angebote zu entwickeln, diese zu verifizieren und für Bad Gögging am Markt zu etablieren.

Natürliches Heilmittel

Das Symposium fand im Rahmen des vom des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege geförderten Projekts „Natürliches Heilmittel Moor – Neuprofilierung Bad Göggings im Gesundheitsmarkt“ statt. Für das Projekt verantwortlich sind die Stadt Neustadt und die Tourist-Information Bad Gögging. Aber auch die Limes-Therme, die Römerbad-Klinik sowie das Kurhotel Kaiser Trajan schätzen das Moor und dessen Wirkung und beteiligen sich finanziell am Projekt - in der Überzeugung, dass das Moor für den Kurort Bad Gögging auch weiterhin ein Zugpferd ist.

Versuche, das Moor als Heilmittel wieder mehr zu verwenden, gibt es seit mehreren Jahren. Mit Unterstützung des bayerischen Sozialministeriums sowie des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung wurde 2015 im Kurort Bad Gögging das Projekt „Natürliches Heilmittel Moor“ ins Leben gerufen. Das Projekt dient der Neuprofilierung des Kurorts. Es erstreckt sich über drei Jahre und umfasst u.a. eine Studie zur Wirksamkeit des Bad Gögginger Moores. Dieses kann viele Beschwerden lindern, z.B. Osteoporose oder Arthrose.

Erwiesene Qualität

Franz Bauer, Leiter der Limes-Therme, hatte in den vergangenen Jahren immer wieder die Verschreibungspraxis der Krankenkassen kritisiert. So würden seit der Reform der Heilmittelkataloge Schwefelbäder von den Krankenkassen trotz erwiesener Qualität nicht mehr bezahlt und das Heilmittel Moor werde immer seltener verschrieben. Dabei seien Moor und Schwefel neben Thermalwasser die drei natürlichen Heilmittel, auf die Bad Gögging seit Jahrzehnten setzt. Dazu komme, dass Badeärzte nicht mehr über ausreichende Mittel verfügen, um Kurgästen Anwendungen zu verschreiben. Trotz innovativer Ideen in der Therme sei es nicht gelungen, die wegbrechenden Kuren durch freiwilligen Gesundheitsurlaub auszugleichen, sagte Bauer im Jahr 2014

Karl Zettl sen., Vorsitzender des Tourismusverbandes Bad Gögging und Stadtrat in Neustadt, stellte seinerzeit fest, dass den natürlichen Heilmitteln von den Krankenkassen nur ein geringer Stellenwert eingeräumt werde. Die vielen natürlichen Inhaltsstoffe des Moores führten zu einer nachhaltigeren Wirkung als beim günstigeren Fango oder synthetischen Produkten, betonte er. Die Krankenkassen seien besser beraten, auf die jahrhundertelang gewachsene Kompetenz der deutschen Kurorte zu setzen, statt die Patienten zur Kur ins Ausland zu schicken.

Natürliche Vorkommen

  • Geschichte:

    Bad Gögging war hinsichtlich von Entspannung und Wohlbefinden schon immer etwas Besonderes. Bereits vor 2000 Jahren wurden die heilsamen Schwefelquellen entdeckt.

  • Heilmittel:

    Groß geworden ist der Ort durch das in dieser Form einzigartige natürliche Vorkommen der drei Heilmittel Thermalwasser, Schwefel und Moor.

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