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Freizeit

Die Asphaltsurfer feiern ihr Comeback

Die Rollsportabteilung des TSV Abensberg blüht wieder auf. Neben einem Board bedarf es einiger Schmerztoleranz
Von Heike S. Heindl

Sprünge reizen die erfahrenen Skateboarder ganz besonders. Fotos: Heike S. Heindl/Krieger
Sprünge reizen die erfahrenen Skateboarder ganz besonders. Fotos: Heike S. Heindl/Krieger

Abensberg. Schon von weitem, ist ein Akkubohrschrauber zu hören. Drei Mann schneiden Äste vor dem Gelände, andere fegen den Asphalt blitz blank. Die Truppe der Abteilung des Rollsports beim TSV ist seit Wochen aktiv. Der Skaterpark in der Bad Gögginger Straße wird derzeit von den Skatern mit viel Zeitaufwand renoviert. Nebenbei wird trainiert, denn am Sonntag, 25. August, laden die Skater zum Contest, den dritten nach mehrjähriger Pause.

Peter Moritz Stingl ist der 1. Vorstand der Rollsportabteilung und zugleich Platzwart und Gute-Laune-Mensch. Das berichten seine Freunde, die sich regelmäßig, meist ohne Absprache, auf dem Platz treffen. „Wir haben auch eine WhatsApp Gruppe, aber hier ist eigentlich immer jemand anzutreffen, fast täglich. Der harte Kern besteht aus rund 15 Leuten hier“, berichtet Bastian Schemm. „Seit 2005 besteht der Skaterpark“, schätzt Stingl; so genau wissen es die Jungs nicht.

„Es gibt hier keine Konkurrenz“

Ein Großteil der Hindernisse, in der Skatersprache „Obstacles“ genannt, ist noch von damals vorhanden. „Aber die Hip- und die Miniramp wurden von uns schon vor ein paar Jahren erneuert“, berichtet Schemm weiter. „Das Schöne am Skaten ist, dass sich immer jeder mit jedem über die Tricks und dessen Level freut. Man feiert eigentlich alles, was passiert. Es gibt hier keine Konkurrenz.“ Deswegen sei auch ein Skate-Contest, wie er am 25. August stattfindet, eher ein gemeinsames Skaten, mit Preisen für den Besten. Preise haben sie bei Sponsoren gesammelt. „Es gibt zum Beispiel Gutscheine für Bekleidung, Boards und Essen.“ Gestartet wird in zwei Gruppen: die einen sind Ü 18, die anderen unter 18. Für die ersten drei Plätze gibt es Preise. Im Anschluss an die Siegerehrung findet noch ein „Best Trick Contest“ statt. Er wird voraussichtlich auf der Funbox mit der Handrail ausgetragen. „Auch hier gibt es Preise für den Sieger,“ erklärt Stingl.

Hier sehen Sie ein Video von den Abensberger Roll-Künstlern:

Die Skater in Aktion!

Die Funbox besteht aus verschiedenen Elementen. Eines ist die „Ledge“ aus Holz; gemeint ist ein Hindernis mit einer ebenmäßigen Kante, an dem durch Slides oder Grinden entlang gerutscht werden kann. Grinden ist eine Trickkategorie, bei der mittels der Achsen über ein Hindernis gerutscht wird. Beim Slide werden die Decks oder seltener die Rollen zum Rutschen benutzt. In der Mitte der Fun Box befindet sich die „Rail“ aus Eisen.

„Um über die Rail zu schlittern, braucht es etwas Übung und Erfahrung. Hier muss das richtige Tempo eingeschätzt werden, man muss die Stange beim Sprung richtig treffen, um nicht abzurutschen,“ erklärt Joe, einer der erfahrenen Skater, der gerade über die Handrail geschlittert ist und etwas hart auf dem Boden landet.

Die Idee, den Skaterplatz wieder herzurichten entstand bei den Treffen vor Ort. „Nach und nach haben wir Stück für Stück wieder hergerichtet, und nächstes Jahr wollen wir die große Bank im hinteren Bereich des Parks renovieren“, schildern die Jungs. Die große Bank, auch ein so genanntes „Obstacle“, also Hindernis, dient hauptsächlich dazu, an Geschwindigkeit zu gewinnen. Ist man oben angekommen findet ein „Revert“ statt, eine Wende sozusagen. An der Curb kann man mit dem Board entlangschleifen oder -rutschen.

Ein paar Hindernisse aus dem Abensberger Park im Überblick:

So sehen "Obstacles" aus

„Der Park füllt sich Tag für Tag mehr, inzwischen haben wir auch schon ein paar weibliche Skater“, freuen sich die Jungs über die Resonanz. Es schweiße einfach zusammen, wenn man gegenseitig die Tricks feiert, erklären die Skater.

Aber was muss man eigentlich mitbringen, wenn man das Skaten anfangen möchte? „Es braucht eine gewisse Schmerztoleranz!“, ruft lachend einer der Skater, dessen Knie gerade etwas blutet. Abgesehen davon kann „eigentlich jeder anfangen, der mag,“ erklärt Vorstand Peter Moritz Stingl. Und gesteht lachend: „Das Abrollen beim Sturz kann hier nur einer, aber ich falle wie ein Kartoffelsack.“

Schmerzhafte Landungen

„Irgendwie hat man das Fallen mit der Zeit raus. Was man mitbringen sollte, ist vor allem Spaß. Es wird hier aber niemand, der anfängt, ausgelacht“, betont Stingl ernst. Der Vorteil des Skatens ist, dass man den Sport überall ausführen kann. „Wir waren zum Skaten schon in Barcelona, Paris und Berlin. Da haben wir alle miteinander Urlaub gemacht.“

Der letzte Contest fand 2011 statt; seither ist die Tradition eingeschlafen. Jetzt gibt es neuen Schwung in der Szene, neue Leute sind dazu gekommen und die Anzahl der Skater steigt wieder. Der Sport ist wieder im Kommen.

„Die dunkle Seite der Medaille auf dem Platz ist leider der Vandalismus“, klagt Bastian Schemm, „Wir sind froh, dass wir die Stadt Abensberg als Unterstützer haben.“ Bürgermeister Dr. Uwe Brandl sei ein kompetenter Partner, was die Belange des Vereins betrifft. „Und vom Jugendzentrum bekommen wir immer den Strom gestellt“, so Schemm. Am Contest sorgen das JUZ und das Burgermobil vom Jägerwirt für das leibliche Wohl.

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