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Satzung

Gautrachtler halten an Traditionen fest

Plattler und „La Brass Banda“ sind für die Trachtler auf ihrer Wochenendtagung in Prunn bei Riedenburg ein rotes Tuch. Treu dem guten alten Brauch.
Von Verena Gabler

Zum Gottesdienst am Samstagabend haben sich die Trachtler in Schale geworfen. Foto: Gabler

Prunn.Einmal im Jahr hält der Trachtengau Niederbayern eine Wochenendtagung ab. Bisher war der Ort dafür wechselnd, nun soll es Prunn für die nächsten Jahre bleiben. „Wir haben hier einen tollen Tagungsort mit allem was wir brauchen gefunden. Darauf haben wir uns jetzt eingeschossen“, sagt 1. Gauvorstand Bernd Walter. Bereits zum zweiten Mal waren die Trachtler übers Wochenende in Prunn. „Da passt einfach alles zam“, fügt Walter hinzu.

36 Mitglieder haben von Samstagvormittag bis Sonntagmittag getagt. Aus dem ganzen niederbayerischen Raum kamen sie, die weitesten von Lalling im Bayerischen Wald. Insgesamt vereint der Verband 50 Heimatvereine. Acht Vereine im Trachtengau Niederbayern sind übrigens politisch der Oberpfalz zuzuordnen. „Wir sind nicht an die geografischen Grenzen gebunden. Zu uns kann kommen, wer die Satzung anerkennt“, erklärt Bernd Walter. Alter Brauch ist es auch, dass zur Arbeitstagung der Gautrachtler ein Gottesdienst von den Mitgliedern der Arbeitskreise gestaltet wird. Die Gebete haben scheinbar gefruchtet: Das Treffen in Prunn sei wieder sehr produktiv gewesen. Man habe viel über Vorschriften diskutiert und unter anderem auch eigene Standpunkte formuliert.

So sei zum Beispiel auch der Umgang mit „La Brass Banda“ zur Sprache gekommen. Die bayerische „Brass“ – also Blasmusik – Formation um Stefan Dettl aus Oberbayern hat für Furore gesorgt, weil sie auf dem Gautrachtenfest in Ruhpolding auftreten sollte. Die junge Band ist deutschlandweit für ihren lässigen bavarian Brassrock bekannt. „Wir sind ein Verein zur Pflege der Tradition und da passt so etwas nicht dazu“, ist der Standpunkt von den niederbayerischen Gautrachtlern. Das sei keine Wertung der Musik, schiebt Bernd Walter hinten nach. Aber man müsse schon darauf achten, was zusammenpasst. Den Trachtlern, die trotzdem an La Brass Banda für ihr Jubiläum festhalten, rät er, sie einfach einen Tag vor oder nach Festbeginn zu engagieren. „Wenn das nicht im Festprogramm integriert ist, habe ich damit kein Problem“, sagt er.

Ein weiterer Diskussionspunkt war das Schuhplatteln. „Der Plattler ist nicht in Niederbayern dahoam“, erklärt Bernd Walter. Und tatsächlich hat der Schuhplattler seine Ursprünge im Alpenraum und ist – laut einigen Heimatforschern – eine „erfundene Tradition“. Denn er wurde im 19. Jahrhundert als Schautanz entwickelt, gilt also als Vorführtanz, weniger als traditionell bayerischer Volkstanz. Deshalb, so Bernd Walter, sollte man vorsichtig umgehen mit dem Schuhplattler. Auf Trachtenfesten kann er durchaus getanzt werden, wenn er nicht im Vordergrund stehe.

Und außerdem sollte auch das Gwand das Richtige sein. „In der niederbayerischen Volkstracht sollte kein Plattler getanzt werden“, ermahnt der Gautrachtenvorsitzende. Man richte sich eben ganz nach dem Gau-Motto „Treu dem guten alten Brauch“.

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