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Mittwoch, 20. Juni 2018 26° 4

Engagement

Die „Tür der Hoffnung“ bleibt offen

Die Kirchmann-Stiftung führt das Projekt Susanne Heckmanns weiter und will eine Zukunft für die Kinder in der Wüste finden.
Von Manfred Forster

  • Mame Sy blickt hoffnungsvoll in die Zukunft für „La porte de l’espoir“ Foto: Kirchmann
  • Die Kinder lernen freiwillig am Nachmittag, dass sie den Sprung in die Realschule schaffen. Foto: Kirchmann

Abensberg.„La porte de l’espoir“, Susanne Heckmanns „Tür der Hoffnung“ für Kinder der Wüste in Mauretanien bleibt weiterhin geöffnet. Die Abensberger Kirchmann-Stiftung integriert Heckmanns Hilfsprojekt, ein Förderzentrum für Kinder in der Wüstenstadt Atar, in ihren Aufgabenbereich. Die Stiftung des Abensberger Unternehmerehepaars Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann, „Main dans la Main – Kirchmann für Afrika“, hat ihren Arbeitsschwerpunkt in Burkina Faso. Seit mittlerweile sechs Jahren unterstützt und erweitert die Stiftung dort ein medizinisches Zentrum in Sabou, etwa 100 Kilometer westlich der Hauptstadt Ouagadougou, das von italienischen und polnischen Franziskanerpatres betrieben wird.

Die Mittelbayerische ist Pate

Die Mittelbayerische ist quasi Patin dieses Übergangs, sagt Hanns-Peter Kirchmann. In einem großen Bericht hatten wir ziemlich genau vor einem Jahr, darüber berichtet, dass die „Wüstenfrau“ Susanne Heckmann, mittlerweile 81 Jahre alt, händeringend nach einem Nachfolger für ihre Arbeit in Mauretanien sucht. „Mit mir darf das nicht sterben“, sagte sie damals der MZ. 60 Kinder werden inzwischen in „La porte de l’espoir“ unterrichtet. Vor vier Jahren hatten Susanne Heckmann und Mame Sy, eine engagierte Muslima, mit großem Herzen für die Kinder von Atar das Förderzentrum ins Leben gerufen und seitdem mit viel finanziellem und ideellem Engagement von Seiten Heckmanns aufgebaut.

Ziel ist es, dass vor allem, die Kinder ärmerer Familien eine Chance bekommen, den Übertritt aufs Collége, die Realschule, zu schaffen. Das bedeutet Nachhilfeunterricht in Französisch, zunächst auch in Arabisch und Mathematik. Mame Sy und zwei Lehrer unterrichten die Kinder am Nachmittag. Denn der Besuch der staatlichen Schule am Vormittag, auch wenn diese nicht gerade einen guten Ruf hat, ist Voraussetzung dafür, dass die Kinder am Nachmittag zu Mame Sy kommen dürfen. Der Unterricht bei ihr endet mit Unterweisungen in Hygiene und einer festen Mahlzeit, oft die einzige Mahlzeit am Tag für die Kinder „Das ist für viele Kinder natürlich ein Anreiz, unsere Schule zu besuchen“, weiß Susanne Heckmann.

Hanns-Peter (li.) und Felicitas Kirchmann (re.) führen die Arbeit von Susanne Heckmann (Mi.) in Mauretanien weiter.
Hanns-Peter (li.) und Felicitas Kirchmann (re.) führen die Arbeit von Susanne Heckmann (Mi.) in Mauretanien weiter. Foto: Forster

Dieses Projekt „passt genau“

Die Regensburgerin liebt die Wüste und kam nach mehreren Exkursionen in verschiedene Länder in der Sahara schließlich nach Mauretanien. Wüste bedeutet für Susanne Heckmann, die vier Kinder groß gezogen, Jura studiert und zuletzt als Ehe- und Lebensberaterin gearbeitet hat, keineswegs nur Hitze, Sand und Trockenheit. Sie verbindet damit Weite und Stille klare Formen und zauberhafte Farbschattierungen, Abstand von Zivilisation und Technik. „Und der Sternenhimmel ist sowieso überwältigend“, sagt sie.

Susanne Heckmann und Hanns-Peter Kirchmann stellen „Porte de l‘espoir in Mauretanien vor.

Kirchmanns lasen den MZ-Bericht und nahmen umgehend Kontakt zu Susanne Heckmann auf. „Eine Schule für die Höherqualifizierung von Kindern in Mauretanien zu bauen passt eigentlich genau in das Konzept von Main dans la Main“, sagt Hanns-Peter Kirchmann. Bildung, Kultur und Gesundheit für Kinder sind von jeher der Zweck seiner Stiftung.

Ein Jahr haben die Vorbereitungen für diese Integration nun gedauert – unter anderem hat die Kirchmann-Stiftung das Grundstück in Atar gekauft, auf dem mittlerweile die Schule steht. Im Zusammenhang mit dem neuen Engagement wird die Stiftung auch ihren Namen um das Projekt „La porte de l’espoir“ erweitern. Im Februar war Hanns-Peter Kirchmann zu Besuch in Mauretanien, wo Susanne Heckmann die Winter verbringt. „Wir befassen uns nicht mit Dingen, die ich nicht mit eigenen Augen gesehen habe“, sagt der Abensberger Unternehmer, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzende des erfolgreichen Planungsunternehmens „kplan“, für das er immer noch weltweit als Berater tätig ist.

Und das, was er in Atar, einer gut 30 000 Einwohner zählenden Wüstenstadt gesehen hat, hat ihm gefallen. Der nächste Schritt wird nun ein Entwicklungspapier für die nächsten fünf Jahre sein. Kirchmann will das Projekt weiter ausbauen. „Denn“, so fragt er, „was hilft es, wenn man Kinder höher qualifiziert und sie dann keine Aufgabe haben?“. Die Rede ist von einem Berufskolleg, das es zwar in Atar schon gibt, aber Kirchmann will es, ähnlich wie das Krankenhaus in Burkina Faso, mit Fördermitteln aus Deutschland ausbauen.

Blick auf das Gelände der neu gebauten Schule.
Blick auf das Gelände der neu gebauten Schule. Foto: Buma

Kirchmann hat sich auch für das neue Projekt in Mauretanien ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Eine Zukunft zu finden für die Kinder hier mitten in der Wüste Sahara.“

Susanne Heckmann ist überglücklich: „Ich bin sehr sehr froh über diese Lösung, die wir jetzt gefunden haben. Jetzt kann ich weiterhelfen solange ich kann und mag. Und dann ist jemand da, der weitermacht.“

Mame Sy - La Porte de l'Espoir from A Journey on Vimeo.

Spenden sind willkommen

Wer die Arbeit der Stiftung finanziell unterstützen will kann dies mittels folgender Bankverbindung tun: Main dans la Main, Stiftung Kirchmann für Afrika, Kath.Kirchenstiftung Abensberg, Konto 600203122, Raiffeisenbank Bad Gögging, BLZ: 75069015. Für „Porte de l’Espoir“, das Projekt in Mauretanien gilt derzeit noch folgende Bankverbindung: Spendenkonto Susanne Heckmann, Sparda-Bank Ostbayern, IBAN: DE71 750 905 000 100 117 684, BIC: GENODEF1S05

Porte de l'Espoir

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