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Entwicklungshilfe

In Sabou krankt es an manchen Stellen

Die Entbindungsstation der Abensberger Kirchmann-Stiftung im westafrikanischen Burkina Faso befindet sich in der Startphase. Das ist harte Arbeit.

  • Bei einer Untersuchung wird gerade der kleine Moussa gewogen – das Gesundheitszentrum Maximilian Kolbe betreibt in Sabou ein Zentrum für unterernährte Kinder. Fotos: Kirchmann
  • Die beiden superdünnen Ärmchen der kleinen Hélène gemessen. Foto: Kirchmann
  • Hebamme Solange (li.) und die Geburtshelferin (re.) Foto: Kirchmann
  • Drei Kinderkrankenschwestern werten eine Untersuchung aus. Foto: Kirchmann
  • Dr. Joseph Yaméogo (li.) und Hans-Peter Kirchmann Foto: Kirchmann

Abensberg.13 Gesprächstermine mit insgesamt mehr als 20 Teilnehmern… in 4 Tagen. Hanns-Peter Kirchmann ärgert sich jedes Mal, wenn man ihn mit gut gemeinten Wünschen für einen schönen Urlaub nach Burkina Faso verabschiedet. „Harte Arbeit ist es ,“ sagt Kirchmann, wie jüngst wieder, „aber wir sind wieder ein kleines Stück in Sabou weitergekommen.“ Die von der Kirchmann-Stiftung am Gesundheitszentrum Maximilian Kolbe in Burkina Faso gebaute Geburtshilfestation befindet sich derzeit in der Startphase. „Wie weit das wirklich ist, wird sich erst in ein paar Wochen erweisen,“ meint er nach seiner Rückkehr von seinem Arbeitsbesuch in Burkina Faso.

Auf jeden Fall, die Hebamme, Solange, mit ihren beiden Helferinnen, hat Kirchmann bei der Arbeit gesehen. Dr. Joseph Yameogo tut weiter seinen Dienst und ist mehr oder weniger zufrieden. Das weniger bezieht sich laut Kirchmann auf die mangelnden Fachkenntnisse der Franziskaner, die das Gesundheitszentrum in Sabou betreiben, auf dem Gebiet des Krankenhausmanagements.

Der Organisationsaufwand ist groß

Vor dem Hintergrund, dass die Stiftung und die Franziskaner die Verpflichtung eingegangen sind, auch die Chirurgie bis zum Jahresende funktionsfähig zu machen, standen für Kirchmann jüngst in Burkina etliche Termine an. Der bereits im Frühjahr versprochene Krankenpfleger mit Spezialkenntnissen in Chirurgie („Technicien en Chirurgie“) war ebenso wenig vor Ort als auch die, nach burkinabeischem Gesetz vorgeschriebenen Helfer. Die Verwaltung hat es darauf geschoben, dass noch nicht alle technischen Geräte vor Ort seien. „Das ist nur bedingt richtig“, sagt Kirchmann, „es fehlt noch ein großes, aseptisches Waschbecken, ein großes Narkosegerät und eine Deckenlampe für den OP.“ Eine Investition, die 10 000 Euro ausmacht, die Kirchmann Main dans la Main wird diese Gegenstände in der kommenden Woche auf die Reise schicken, um dieser Ausrede die Luft zu nehmen.

Auch für den Einsatz des Hammer Forums sind noch Vorarbeiten nötig. „Die ärztlichen Zulassungen für die Arbeit in Burkina Faso müssen eingeholt werden und die Vorbereitungsliste mit den Diagnosen der zu operierenden Fälle muss aufgestellt werden. Das kann weder der diensttuende Arzt und auch nicht Pater Thomas, der verantwortliche Franziskaner in Sabou“, berichtet Kirchmann, „glücklicherweise hat sich Doris Broadbent, die für das Forum bereits in Burkina ist, bereit erklärt, diese Vorarbeit in Sabou mit dem diensttuenden Arzt, Dr. Yaméogo, zu erledigen.“

Die Sache mit dem Strom

Neben dem OP-Einsatz Sabou wollen die Chirurgen des Hammer Forums auch die Kinderabteilung des Krankenhauses in Ouahigouya – dieses Stadt liegt 200 Kilometer nördlich von Sabou – eröffnen. Nun ist das Projekt ins Stocken geraten, hier hat man offensichtlich die Komplexität der Verwaltung in Burkina Faso unterschätzt, die Planung steht auch noch nicht fest. Unstimmigkeiten gibt es sowohl bei der Wahl des Planers als auch bei der Wahl des Unternehmers, die der Direktor des Krankenhauses selbst treffen will. . Kirchmann hat aber die feste Zusage, dass die Chirurgen, unabhängig von den Schwierigkeiten in Ouahigouya, am 15. Oktober 2014 nach Sabou kommen.

Ein großes Krankenhaus braucht viel Strom. Der von MdlM gespendete Generator, der zirka 50 KW Leistung erbringt, kommt da an seine Grenzen. Daher waren alle begeistert, als die Sonabel, die staatliche Energiegesellschaft, nur wenige Meter vom CMMK entfernt, eine Trasse verlegt hat. Aber die Ernüchterung kam gleich hinterher, als die Verantwortlichen für das Krankenhaus feststellen mussten, dass die Elektrizitätsgesellschaft zirka 30 000 Euro für den Anschluss berechnen würde. „Das können weder MdlM noch die Franziskaner leisten“, so Kirchmann.

Einmal mehr hat die Botschafterin Burkinas in Deutschland, Marie-Odile Bonkoungou/Balima, geholfen. Sie hat den Kontakt zum Generaldirektor für Energie in Burkina Faso hergestellt und man hat versucht, ihm klarzumachen, dass das CMMK ja nicht arbeitet, damit MdlM oder der Orden Geld verdienen, sondern um Kranken, vor allem kranken Kindern aus Burkina zu helfen. Nach einem Gespräch im Ministerium für Bergbau und Energie in Ouagadougou ist Kirchmann nun zuversichtlich, auch dieses Problem in den Griff zu bekommen. „Damit, so meint Kirchmann, „ist aber die Arbeit noch nicht zu Ende“.

Derzeit ist er auf der Suche nach Gynäkologen und Chirurgen für 2015, die die Ausbildung übernehmen und das CMMK weiter unterstützen. Die Einweihung soll organisiert werden, sie wird definitiv zwischen dem 14. und dem 22. Februar 2015 – der Faschingswoche – stattfinden. Kirchmann würde sich freuen, viele Gäste aus Deutschland mitnehmen zu können. Er hat das Ganze mit einer Rundreise in einen der großen westafrikanischen Nationalparks (Pendjari) und dem Besuch von Bergvölkern im Norden Benins und Togos kombiniert. Einzelheiten gibt es bei der Stiftung zu erfahren.

Pater Paul, der so eifrig und kompetent die Geschäfte in Sabou in die Hand genommen hatte, musste aus gesundheitlichen Gründen nach Polen reisen. Seine Rückkehr scheint, zumindest aus heutiger Sicht, in weitere Ferne gerückt zu sein. Pater Thomas, der ja eigentlich Medizin in Ouagadougou studiert, ist also wieder in Sabou und kümmert sich notgedrungen um die Belange des CMMK.

„Dass uns der Betrieb fordern würde, wussten wir, aber die Erkrankung von Pater Paul hat nochmals alles erschwert“, sagt Kirchmann, „aber wir schaffen auch das, das einzig Wichtige ist doch, dass die Menschen in und um Sabou endlich eine würdige medizinische Versorgung erhalten und das soll uns alle Mühe wert sein.“ Hanns-Peter Kirchmann schildert eine Situation wie sie so typisch ist in Westafrika: Am Ende einer Wachstumsperiode, also vor der Aussaat, da sind die Kornspeicher leer, zu essen bekommen in der Regel nur die Männer und vor allem der Chef. Das ist die Leidenszeit der Mütter und Kinder. Viele sterben, weil der Vater kein Geld hat und oder keines geben will, damit das Kind auf die Unterernährtenstation des Krankenhauses in Sabou kommt. „Ich habe schon Mütter gesehen, die sich mit Ihrer letzten Kraft zu uns geschleppt haben – das Kind auf ihrem Rücken war schon tot....“ berichtet Hanns-Peter Kirchmann.

„Mit nur fünf Euro können wir einem Kind Nahrung für zwei Wochen geben.“ Wer hier helfen kann, kann dies gerne tun mit einer Spende auf das Konto der Kirchmann-Stiftung 600 203 122 bei der Raiffeisenbank Bad Gögging, BLZ 750 690 15. (mf)

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