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Kursstart

Begleiten lernen auf neuen Pilger-Wegen

Die Katholische Erwachsenenbildung schult Interessierte, damit sie Wanderungen auf der Kelheimer Via Nova“ leiten können.
Von Martina Hutzler

Der Weg ist das Ziel: Die Via Nova steuert nicht auf einen bestimmten Endpunkt zu, sondern will das Augenmerk auf Kunst und Natur unterwegs lenken: etwa auf die Kirche von Langquaid
Der Weg ist das Ziel: Die Via Nova steuert nicht auf einen bestimmten Endpunkt zu, sondern will das Augenmerk auf Kunst und Natur unterwegs lenken: etwa auf die Kirche von Langquaid Foto: Kreis-Tourismusverband

Kelheim.Im vorigen Jahr ist der Landkreis Kelheim Teil des Europäischen Pilgerwegs „Via Nova“ geworden – jetzt sollen Interessierte aus der Region ausgebildet werden zu Begleiterinnen und Begleitern auf dem „Klosterweg“. So heißt die 113 Kilometer lange Via Nova-Schleife, die bei Schierling in den Landkreis Kelheim einschwenkt, hier bis nach Weltenburg und wieder zurück nach Schierling führt. Ab nächstem Jahr sollen geführte Pilger-Wanderungen dort angeboten werden, zunächst für den Abschnitt von Paring bis Bad Gögging. Im Februar starten daher die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und der Kreis-Tourismusverband einen Ausbildungskurs für angehende Pilgerführer/innen.

Die Bezeichnung „Klosterweg“ geht auf die KEB zurück, schildert deren Leiter Gregor Tautz. Auf dem 2015 eingeweihten Rundkurs durch den Landkreis Kelheim „liegen auffallend viele Klöster, Kirchen und Kapellen, wie zum Beispiel die Klöster Biburg, Rohr und Weltenburg, oder die Wallfahrtskirchen Allersdorf und Frauenbrünnl bei Bad Abbach“; und allesamt sind sie eingebettet in eine schöne Landschaft.

Wandern entlang von Wiesen und Hopfengärten – der „Klosterweg“ ist  landschaftlich reizvoll.
Wandern entlang von Wiesen und Hopfengärten – der „Klosterweg“ ist landschaftlich reizvoll. Foto: Tautz

Eine gute Ausgangsbasis also, sich auf Tagesetappen von etwa 20 Kilometern im wahrsten Wortsinne in Landschaft, Kunst- und Kirchengeschichte des Landkreises zu ergehen.

Kunst und Natur erleben

„Die Wanderungen sollen für die Teilnehmenden durch eine Mischung aus Kunst- und Naturerleben, gemeinsamem Wandern und Impulsen zu einer besinnlichen und informativen Auszeit werden“, schildert Gregor Tautz das Ziel der geführten Touren, die die KEB und der Tourismusverband spätestens ab Frühjahr 2017 anbieten wollen; vielleicht auch heuer schon in Form eines „Pilotprojekts“.

Dazu sollen die künftigen Pilgerweg-Begleiter/innen lernen, ihren Teilnehmern die Sinne zu öffnen für die teils berühmten, teils kaum bekannten Stationen unterwegs, schildert Gregor Tautz.

Die Pilgerbegleiter sollen architektonische Besonderheiten vorstellen können. Hier der in Holzbauweise errichtete barocke Pfarrhof von Kirchdorf.
Die Pilgerbegleiter sollen architektonische Besonderheiten vorstellen können. Hier der in Holzbauweise errichtete barocke Pfarrhof von Kirchdorf. Foto: Tautz

„Bei dem Projekt in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband im Landkreis Kelheim geht es nicht nur um Baugeschichte, sondern vor allem um das Erleben der sakralen Räume und der darin auch heute noch ablesbaren Deutungen des Lebens“: ob eine Kirche etwa eher eine Vorahnung auf himmlische Freuden geben will, wenn sie mit ihrer Lichtführung den Blick des Besuchers nach vorne und oben lenkt. Oder ob sie ihm mit trutzigen Mauern eher eine Festung sein will gegen die Unbilden der Welt. Die christlichen Botschaften der unterwegs besuchten Bauwerke sollen also durchaus eine Rolle spielen, aber ohne Absolutheitsanspruch, erklärt Gregor Tautz – wohl wissend, „dass es solche spirituellen Orte in allen Religionen gibt“ und dass Bedürfnisse wie Schutzsuche allen Menschen eigen ist.

Konzept stammt vom „Jakobsweg“

Die Teilnehmer am Ausbildungskurs sollen die Architektur der Kirchen und Klöster unterwegs verstehen lernen, sollen Einblicke in Ordensregeln erhalten, aber auch in die Historie der Ortschaften am Weg. All das sollen sie dann auf ihren Wandertouren an andere weitergeben.

Spirituelle Impulse  gehören zu den Pilgertouren: Hier eine Gruppe in der Kelheimwinzerer Jakobskirche.
Spirituelle Impulse gehören zu den Pilgertouren: Hier eine Gruppe in der Kelheimwinzerer Jakobskirche. Fotos: Hutzler

Ein Konzept, mit dem die KEB schon auf dem „Ostbayerischen Jakobsweg“ gute Erfahrungen gemacht habe, der durch den nördlichen Landkreis führt, sagt Gregor Tautz. Parallel zu diesem Projekt, das die KEB seit fast zehn Jahren anbietet, „wollen wir das mit dem ,Klosterweg auf der Via Nova’ jetzt auch im südlichen Landkreis anbieten“, ergänzt er. Pilgerwege in der Heimat werden von immer mehr Menschen geschätzt, die sich zwischendurch eine Auszeit nehmen wollen vom Alltagssstress und -trott.

So läuft die Ausbildung ab

  • Erster Abschnitt

    Die Katholische Erwachsenenbildung im Kreis Kelheim (KEB) bietet eine dreiteilige Ausbildung zur „Begleiterin / zum Begleiter auf dem ,Klosterweg auf der Via Nova’“ an. Teil eins startet mit der Einführungsveranstaltung „Architektur und Theologie“, am Samstag, 20. Februar, in der KEB-Geschäftsstelle (Caritas-Sozialzentrum Abensberg, Max-Bronold-Straße 10). Referent ist der Kunsthistoriker und erfahrene Kirchenführer Dr. Friedrich Fuchs. Unter dem Aspekt „Architektur und Gottesbild“ stellt er die Wechselwirkungen zwischen den Kirchenbaustilen und den damit verbundenen Gottesbildern vor. Dauer: 9.30 bis ca. 15.30 Uhr.
    An zwei Samstagen (5. März und 9. April, jeweils 9.30 bis ca. 16 Uhr) führt Dr. Friedrich Fuchs dann durch Kirchen und andere kunsthistorisch interessante Orte an der Via Nova, genauer: auf dem Abschnitt von Paring bis Bad Gögging. Sein Ziel ist es, Kunst und Architektur so zu erschließen, dass sie für den heutigen Menschen lebendig werden. Die Stationen werden in Fahrgemeinschaften angefahren. Über die wesentlichen Inhalte wird ein Handbuch erstellt.

  • Zweiter / dritter Abschnitt

    Im Zeitraum Mai bis Juli (Termine nach Absprache) finden zwei gemeinsame Wanderungen statt, bei denen die angehenden Begleiter/innen die Wegstrecke kennen lernen. Auch spirituelle Impulse entlang des Weges stehen auf dem Programm. Einzelne Stationen werden „zur Übung“ schon von Teilnehmern vorbereitet und nachbesprochen. Ein dritter Teil ist im Oktober und November geplant. Er dient der inhaltlichen Vertiefung des Klosterweg-Projektes. An zwei Samstagen wird der Zusammenhang von Ordensspiritualität und Kirchen- und Klosterbau erklärt; dazu erhalten die Teilnehmenden Infos zu Didaktik und Methodik.

  • Kosten

    Die Ausbildung wird von der KEB bezuschusst; der Eigenanteil der Teilnehmer beträgt 100 Euro. Darin enthalten sind die Einführungsveranstaltung am 20.2., die Ausbildungstage 5.3. und 9.4., die zwei Wanderungen, die Transportkosten zu den Stationen und das Handbuch. Verpflegungskosten trägt jeder selbst. Die Kosten für den dritten Block im Herbst betragen ca. 50 Euro.

  • Und dann…

    Ab Frühjahr 2017 werden die KEB und der Kreis-Tourismusverband einzelne Tagesetappen regelmäßig anbieten ( Flyer). Die Etappen werden von den ausgebildeten Begleiter/innen selbständig geführt; sie erhalten dafür ein Honorar. Kommt das Projekt gut an, plant die KEB die Fortsetzung der Ausbildung für den zweiten Teil des Weges (von Sittling über Weltenburg und Kelheim bis Frauenbrünnl bei Bad Abbach).

  • Teilnahmevoraussetzungen

    Die künftigen Begleiter/innen sollten das Konzept der KEB für den „Klosterweg auf der Via Nova“ grundsätzlich mittragen und sich die Ausbildungsinhalte aneignen; außerdem bereit sein, solche Wanderungen in Zusammenarbeit mit der KEB durchzuführen. Eine persönliche Ausgestaltung der Tour nach eigener Begabung ist ausdrücklich erwünscht. Körperlich sollte man die Wegstrecken von maximal 20 Kilometern problemlos bewältigen können.

  • Kontakt

    Infos und Anmeldung beim KEB-Projektverantwortlichen, Gregor Tautz: Tel: 0 94 43/9 18 42 24; gtautz@keb-kelheim.de;

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