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Spende

Das letzte Fenster ist montiert

Nach zwölf Jahren ist es soweit: Peter und Mario Schwarzmayr installierten das 15. Farbfenster im Abensberger Kreuzgang.
von Wolfgang Abeltshauser

Birgit Zirngibl blickte den beiden Handwerkern Peter und Mario Schwarzmayr (v. l.) bei der Montage über die Schulter.
Birgit Zirngibl blickte den beiden Handwerkern Peter und Mario Schwarzmayr (v. l.) bei der Montage über die Schulter. Foto: Abeltshauser

Abensberg.Ein Zyklus ist zu Ende. 2003 wurde das erste der bemalten Glasfenster im Kreuzgang gesetzt. Jetzt – zwölf Jahre später – montierten Peter und Mario Schwarzmayr das 15. und damit letzte Fenster. Wie die vorigen ist auch dieses eine Spende. Die gute Tat vollbrachte Birgit Zirngibl. Dargestellt ist auf dem Fenster das Ende des Klosters im Jahr 1802.

„Ich war bei einem Konzert – ich glaube beim Musiksonntag“, erinnert sich Birgit Zirngibl. Da sei ihr aufgefallen, dass es eben noch ein unbemaltes Fenster gab. „Ich habe dann mit Franz Piendl Kontakt aufgenommen.“ Der freut sich noch heute darüber. „Das war wie Weihnachten und Ostern an einem Tag für uns.“ Konnte doch der Plan, alle Fenster im Kreuzgang mit historischen und kulturellen Abensberger Motiven zu schmücken, endgültig umgesetzt werden. Und da passt es ins Bild, dass die Firma Schwarzmayr schon beim ersten Fenster mit von der Partie war.

Ein Platz im Motivflügel

Das Fenster hat seinen Platz im sogenannten Motivflügel im Kreuzgang. Dort sind bisher die Babonenspende und die Christliche Bauernbruderschaft verewigt. Dazu kam also das Ende des Klosters am 29. März 1802. Zu sehen ist konkret der so genannte Auflösungskommissar, der die Mönchen beim Ausräumen ihres Klosters überwacht. Außerdem eine Glocke, die am Boden liegt. Und eben nicht mehr im Kirchturm hängt. Piendl, in der Abensberger Geschichte bestens zu Hause, erzählt: „Alles spielte sich mitten in der Nacht ab, denn die Bevölkerung sollte nichts davon mitbekommen.

Wie die übrigen Fenster gestaltete auch dieses der Abensberger Künstler Johannes Rohen. In Piendls Augen hatte der ein gar nicht so einfach Aufgabe. Im Kreuzgang gibt es Fenster, die mit Wappen aus der Ortsgeschichte oder mit Kirchen aus der Stadt geschmückt sind. Da sei die Umsetzung viel einfacher – weil klar – gewesen als bei dem Werk, das Birgit Zirngibl gestiftet hat. Piendl ist aber sicher, mit der getroffenen Motivwahl das Ende des Abensberger Karmelitenklosters gut dargestellt zu haben. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass mit der Säkularisation den Fenster-Zyklus beendet werden sollte.

Lebenserinnerungen eines Paters

Dass wir über die Geschichte des Klosters mitsamt seinem Kreuzgang zu gut Bescheid wissen, hat seinen Grund. Und den weiß Franz Piendl ganz genau. Es ist dem damaligen Karmelitenpater Wendelin Zink zu verdanken. Der verbrachte einige Jahre im Abensberger Kloster, bevor er mit seinen Mitbrüdern vertrieben wurde. In Stralsund fand er schließlich als Ortspfarrer eine neue Wirkungsstätte. Dort, im hohen Norden, schrieb der im Jahr 1840 verstorbene Mann seine Lebenserinnerungen nieder. Das Abensberger Kloster hat einen Platz darin.

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