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Den ganzen Tag in die Schule gehen

Offenstetten wird endgültig zum Zentrum des gebundenen Ganztagsunterrichts. Ein spezieller Schulsprengel soll kommen.
Von Wolfgang Abeltshauser

Spaß in der Sporthalle der Offenstettener Grundschule. Die Einrichtung wird für die Kommune immer wichtiger. Foto: Abeltshauser/Archiv
Spaß in der Sporthalle der Offenstettener Grundschule. Die Einrichtung wird für die Kommune immer wichtiger. Foto: Abeltshauser/Archiv

Abensberg.Es ist noch nicht so lange her, dass die Offenstettener befürchteten, ihre Grundschule müsse womöglich geschlossen werden. Die Frage war, ob es denn noch genügend Kinder gäbe, die dort unterrichtet werden könnten. Wie hat sich die Situation doch geändert! Die Einrichtung ist wichtiger denn je in der Abensberger Bildungslandschaft. Jetzt hat sich der Schulverband dafür ausgesprochen, Abensberger und Biburger Kinder, deren Eltern für sie Unterricht in einer gebundenen Ganztagsklasse wollen, alle nach Offenstetten zu schicken.

Ein neues Gesetz macht es möglich

Gebildet werden muss dafür ein spezieller Schulsprengel. So sagte des Verbandsvorsitzender Dr. Uwe Brandl. Dafür votierte jetzt das Gremium. Es sind noch die Beschlüsse des Abensberger Stadtrates und des Biburger Gemeinderates notwendig. Dann könne der Sprengel bei der Regierung von Niederbayern förmlich beantragt werden. Es spricht aber nichts dafür, dass von dort kein grünes Licht kommt. Thomas Zachmayer – Biburgs Bürgermeister und Brandls Stellvertreter im Amt – betonte: Immer mehr Biburger Kinder würden in Offenstetten in die Schule gehen. Es sei also sinnvoll.

Möglich machen wird diesen Schritt eine Gesetzesänderung, die laut Brandl vom Schulverband mitinitiiert worden sei. Demnach dürfen verschiedene Sachaufwandsträger ab Sommer einen gemeinsamen Schulsprengel bilden. Während für die Abensberger Grundschule der Schulverband zuständig ist, ist es im Fall von Offenstetten die Stadt Abensberg.

Offenstetten sinnvoller Standort

Brandl blickte zurück in die Vergangenheit. Vor drei Jahren habe man sich grundsätzlich überlegt, wie die Ganztagsbetreuung im Stadtgebiet organisiert werden solle. Schnell sei man zum Schluss gekommen, dass die gebundene Variante in Offenstetten am ehesten darzustellen sei. In Abensberg selbst würden dazu die räumlichen Kapazitäten fehlen.

Notwendig wäre dafür eigentlich ein Verbundvertrag gewesen, der zwischen den beiden Schulen hätte geschlossen werden müssen. Das sei aber letztlich gescheitert – weil der Abensberger Elternbeirat dem nicht habe zustimmen wollen. Brandl vermutet reine politische Beweggründe einiger Mitglieder. Zachmayer appellierte deshalb dafür, zukünftig die Politik aus Schulentscheidungen herauszuhalten. Bei der jüngsten überörtlichen Rechnungsprüfung sei die bisher nicht geklärte Situation aufgefallen.

Auch Englisch steht auf dem Stundenplan:

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Grundsätzlich gehen Brandl und Zachmayer davon aus, dass der Bedarf an gebundenem Ganztagsunterricht in der Zukunft weiter steigen werde. Denn die Schülerinnen und Schüler seien das ja immer mehr vom Kindergarten her gewohnt. Deshalb sei der Plan, zukünftig jeweils zwei Klassen pro Jahrgang als Ganztagsklassen in Offenstetten zu organisieren. Eine Dritte soll den klassischen Vormittagsunterricht anbieten. Brandl geht davon aus – das hat er vor einigen Tagen verlauten lassen – dass damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Er erwartet, dass mittelfristig eine vierte Klasse pro Jahrgang an der Schule notwendig werden wird. Er hat da eine Kooperation mit der Cabrinischule ins Spiel gebracht.

Brandl gibt eine Prognose ab

In seinen Augen müsse man sich aber auch für den Standort in Abensberg Gedanken machen. Nach wie vor nehme dort die Zahl der Kinder zu. In einigen Jahren werde die Schule „knallvoll sein“. Dann stelle sich die Frage, wo in der Stadt weiterer Regelunterricht darstellbar ist.

Das ist ein Schulverband

  • Regelung:

    Wenn zwei Kommunen gemeinsam eine Schule betreiben, gründen sie im Regelfall einen Schulverband. Je mehr Schüler aus einer Gemeinde kommen, je mehr Geld stellt sie zur Verfügung. Abensberg und Biburg betreiben gemeinsam Grund-, Mittel- und Wirtschaftsschule.

  • Nachbarn:

    Siegenburg und Train beispielsweise teilen sich die Kosten für die Trainer Grundschule.

Veränderungen müsse es geben, um in den kommenden Jahren den digitalen Unterricht vernünftig organisieren zu können. In den Augen des Verbandsvorsitzenden und Abensberger Bürgermeisters sei es sinnvoll, die Betreuung der EDV dafür in die Hände von Lehrern zu legen. Die wüssten am besten, was für den Unterricht notwendig ist. Ein Pädagoge, der sich dafür zur Verfügung stelle, müsse aber entsprechenden zeitlichen Freiraum dafür haben. Unter dem Strich bedeutet das mehr Lehrerstellen. Brandl bezweifelte, dass die bisher zur Verfügung gestellten Gelder seitens Freistaat und Bund ausreichen werden.

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