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Flüchtlinge

Der Abensberger Weg in Sachen Asyl

Im Februar kamen in Gaden die ersten Menschen auf der Flucht vor Krieg an. Ende des Jahres könnten es bis zu 300 sein.
Von Walter Dennstedt

Mitglieder des Helferkreises mit ihren Schützlingen im Frühsommer: Zu dieser Zeit gab es als einzig Unterbringung die in Gaden.
Mitglieder des Helferkreises mit ihren Schützlingen im Frühsommer: Zu dieser Zeit gab es als einzig Unterbringung die in Gaden. Foto: Dennstedt, Archiv

Abensberg.Das Europa besonders betreffende, weltweite Thema Asyl und Flüchtlinge hat im Jahr 2015 wohl wie kein zweites die Abensberger bewegt. Ging man bis Mitte des Jahres noch davon aus, dass Platz für 150 Flüchtlinge ausreichend sei, änderten sich die Zahlen bis Ende des Jahres auf bis zu 300 Asylbewerber. Ein Ende des Flüchtlingsanstroms ist wohl nicht in Sicht.

Die Flüchtlingswelle bestimmte über weite Teile das Geschehen in der Stadtpolitik, wobei auch hier Abensberg einen eigenen Weg geht. So gelang es, dass eine Großunterkunft in de Nähe eines Wohngebiets verhindert wurde; weil man der Regierung von Niederbayern ein städtisches Grundstück anbot, auf das ein Investor aus Regensburg derzeit zwei Häuser baut, in denen im kommenden Jahr die 150 Flüchtlinge eine Bleibe finden sollen.

Privatleute bieten Unterkünfte an

Auch zahlreiche Private haben Unterkünfte angeboten, zudem gibt es mehrere Investoren, die ebenfalls Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen wollen. Freilich gab es auch einen Stimmungsumschwung bei den Verantwortlichen: So sieht man in einigen Unterbringungen, die demnächst belegt werden sollen, eher einen provokanten Akt, weil die Stadt anderweitiger Nutzung wegen behördlichen Auflagen widersprach. Zudem wurde Kritik auch daran laut, dass manche Unterkünfte für die Zahl der darin Unterzubringenden viel zu klein seien.

Abensbergers Bürgermeister Dr. Uwe Brandl treibt seit Mitte des Jahres aber eine weitere Sorge um. Sobald die Asylbewerber anerkannt sind, ist die Stadt zuständig für eine Unterbringung, zudem kommen dann noch die Familiennachzüge dazu. Unterkünfte für Menschen, die ansonsten obdachlos wären, hat Abensberg so gut wie keine. Nur eines gibt es derzeit: Das Weiße Haus. Das soll erweitert werden, kündigte Dr. Brandl jüngst an. Zudem arbeitet er daran, dass der Landkreis in Form einer GmbH als Träger in den Bau von Asylunterkünften einsteigt; Gesellschafter könnten Kommunen sein. Sollte dies scheitern, versucht Dr. Brandl zudem, einzelne größere Kommunen zu einem derartigen Modell zu bewegen, ein erstes Treffen von Kommunen soll im Januar stattfinden. Zudem will sich die Stadt sich um Fördermittel des Freistaats bewerben, um Sozialwohnungen zu schaffen, nicht ausschließlich für anerkannte Asylsuchende, sondern für alle Wohngeldberechtigten.

Viele Helfer stehen Flüchtlingen bei

Das gesamte Jahr über fanden sich Menschen zuhauf, die Asylbewerber vor Ort betreuen. Unter der Leitung von Katrin Koller-Ferch bildete sich mehrer Gruppen, die sich intensiv um die Belange der Asylsuchenden kümmern. Freilich, mit wachsender Zahl an Flüchtlingen, die in der Stadt untergebracht werden, sinkt die Kapazität der Betreuung. Aber bislang gelang es immer, Helfer zu finden, die für die Menschen bereitstehen, die oft nach waghalsiger und beschwerlicher Flucht bei uns auf ihre Anerkennung als Asylsuchende hoffen.

Das Berufsbildungswerk (BBW) betreut seit zwei Jahren sogenannte unbegeleitete Flüchtlinge. Das sind Jugendliche unter 18 Jahren, die ohne Eltern nach Deutschland flüchteten. Eine Messerstecherei Anfang November zweier Mitglieder dieser Gruppe verunsicherte die Menschen. Der Tatverdächtige sitzt in Haft, die Ermittlungen dauern an.

Ende des Jahres schloss sich Bürgermeister Dr. Brandl Forderungen nach einer Obergrenze für Flüchtlinge an. Seine Devise: Die Menschen informieren, auch über für die Gesellschaft negative Begleiterscheinungen der Aufnahme der Flüchtlinge. Daher setzte Dr. Brandl das gesamte Jahr über auf Aufklärungsveranstaltungen, die teils für bestimmte Ortsteile, und einmal für die gesamte Bevölkerung angeboten wurden. Zudem greift Dr. Brandl das Landratsamt wegen der Unterbringungspolitik an. Die sei wenig bis gar nicht kooperativ.

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