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Bildung

„Der Lehrermangel ist eine Katastrophe“

Wolfgang Brey, der BLLV-Sprecher im Landkreis Kelheim, fordert mehr Flexibilität im Kampf gegen den Lehrermangel.
Von Beate Weigert

BLLV-Kreis-Sprecher Wolfgang Brey Foto: Knott/Archiv
BLLV-Kreis-Sprecher Wolfgang Brey Foto: Knott/Archiv

Abensberg.Herr Brey, wie steht es aus Ihrer Sicht mit dem Lehrermangel im Kreis Kelheim?

Es ist kein Geheimnis. Es gibt zu wenig Lehrer. Das ist wirklich eine Katastrophe. Viele Jahre, insbesondere unter Ministerpräsident Stoiber wurde alles eingespart. Nun erreicht der Lehrermangel immer neue Gipfel.

Kann man dem Problem nicht kurzfristig beikommen?

Dazu müsste das Kultusministerium auch kurzfristige Lösungen ermöglichen. Uns wäre massiv geholfen, wenn wir etwa in Teilen des Schuljahrs etwa pensionierte Lehrer, die vielfach dazu bereit wären, stundenweise an die Schulen holen können oder ich kenne Beispiele von Lehrern, die auch am richtigen Ort, wo es an Lehrern mangelt, wohnen würden. Doch wer zuletzt in anderem Regierungsbezirk arbeitete und die Versetzung nicht fristgerecht beantragt, darf nicht arbeiten bzw. früher aus dem Mutterschutz zurückkehren. Das bürokratische Vorgehen ist oft ein Wahnsinn. Es müssten flexiblere Lösungen möglich sein.

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Wie steht es damit, arbeitslose Realschul- oder Gymnasiallehrer an Grund- und Mittelschulen zu verpflichten?

Einige haben umgesattelt und lassen sich gut auf die ganz andere Arbeitsweise ein. Aber nicht jeder ist dazu geeignet und an Grund- und Mittelschulen verdienen sie wesentlich weniger. Der Lehrerberuf muss wieder attraktiver gemacht werden. Der BLLV fordert seit langem, dass Grund- und Mittelschullehrer genauso bezahlt werden wie Realschul- und Gymnasiallehrer. Wenn das nicht kommt, wird es schwierig. Denn aktuell kommen längst nicht so viele Lehrer nach, wie wir bräuchten.

Die Trainer sehen sich vom Schulamt der Willkür ausgesetzt.

Das kann ich mir nicht vorstellen. Doch das Schulamt muss aus den vorhandenen Ressourcen das Beste machen. Insgesamt ist die Situation an den Grundschulen noch schlechter als an den Mittelschulen.

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