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Unterhaltung

„D’Vahunackldn“ gibt es seit 25 Jahren

Die Abensberger Formation feiert Jubiläum. Sie ist heute im „Meets“ zu hören, war aber, zum Beispiel, schon in New Orleans.
Von Walter Dennstedt

Seit einem Vierteljahrhundert gehören „D’Vahunacklndn“ zum Abensberger Fasching. und nicht nur zu dem.
Seit einem Vierteljahrhundert gehören „D’Vahunacklndn“ zum Abensberger Fasching. und nicht nur zu dem. Fotos: Feldmann

Abensberg.Es gibt einige wenige Bands, die halten ein Leben lang: Die Stones zum Beispiel – oder die „D’Vahunackldn“. Die Abensberger Formation um Didi Feldmann feiert jetzt das 25-jährige Jubiläum, fast in Originalbesetzung.

Angefangen hat alles im Jahr 1989, als der Banjospieler Didi Feldmann Musikanten um sich scharte, weil die „Muhackl“ damals aufgehört haben. „Dixie und Gaudi“ war das Motto – und es hat das Vierteljahrhundert Bestand. Als Band für den Faschingsdienstag gegründet, folgte schnell der Erfolg: Die „zwölf Mann und eine Frau“, wie Feldmann die Besetzung bezeichnet, spielte sich mit den DixieKlängen ganz schnell ins Herz des Publikums.

Ballermann bis Gillamoos

Die Musikanten, die Feldmann um sich scharte, kamen allesamt aus der Jugendblaskapelle von Conny Ehrlich. „Der war unser Vater“, sagt Feldmann. Die Gage, welche die Musiker bekommen, wurde von Anfang an in Instrumente gesteckt – und in Reisen. So war man unter anderem in New Orleans, in Griechenland, man spielte am Ballermann auf Mallorca, in Portugal und in Irland. Diese Reise wird allerdings immer überschattet bleiben, weil damals bei einem Autounfall Christian Schmid tödliche verunglückte – der schwärzeste Tag in der Geschichte der Band.

Bis auf Werner Rockermeier und Helmut Goller haben aber alle Musikanten den „D’Vahunackldn“ die Treue gehalten. Rockermeier und Goller mussten aus beruflichen Gründe aufhören, der Rest der Band ist immer noch zusammen (siehe Kasten).

Große Vorbilder sind die „Hot Dogs“, eine Münchner Formation, die insbesondere in den 70er und 80er Jahren den Dixieland bayerischer Prägung salonfähig machte. Und selbst im Hoheitsgebiet der Hotdogs haben die „D’Vahunacklndn“ schon gespielt: Bei einem Frühschoppen des FC Bayern in der Säbener Straße. Oder in der Olympiahalle, bei einer Weltmeisterschaft der Judokas.

Didi Feldmann bekommt da schon ein Leuchten in die Augen, wenn er von den schöne Zeiten berichtet. Dass man in Houston war, auf der Bourbon Street in New Orleans, der Wiege des Dixie-Jazz musizierte, am Grab von Elvis Presley in Graceland stand oder in Nashville Tennessee die Atmosphäre des Country einatmete. Oder die Bälle im Weißbierstadel, die legendär waren. Oder der Gillamoos. Oder das Starkbierfest beim Lauberger. Oder, oder ...

Wenn d‘Weiber bös werden ...

Ein Erfolgsrezept ist für Feldmann, dass man es geschafft hat, die „Truppe zusammenzuhalten“. Das schreibt er sich auf die Fahnen. Robert Jahny sorgt für die Auftritte, Markus Rothtauscher ist der Notenmensch. So sind die Musikanten, die allesamt bei der Gründung am Anfang ihrer beruflichen Karriere standen, heute zum Beispiel Kriminaler, Finanzbeamter, Lehrer oder eben Vergoldermeister, wie Feldmann. Dass das Zusammenhalten funktioniert, führt er darauf zurück, dass in den letzten Jahren die Auftritte stark zurückgeschraubt wurden. Waren es früher bis zu 30, kommt man derzeit auf zwischen fünf und zehn pro Jahre.

Freilich, dass soll wieder anders werden und wird auch wieder anders, ist sich Feldmann sicher: „Wenn das Haus gebaut, die Kinder gemacht sind und die Weiber wieder bös werden, dann bist froh, wennst Musik machen kannst“, sagt er mit einem Schmunzeln. Und die Zeit hält er für angebrochen – bei den meisten zumindest.

Viele der Musiker der Band sind Multiinstrumentalisten, und nie sind alle gleichzeitig bei einem Auftritt dabei. Vielleicht ist auch das ein Geheimnis für den Erfolg. Und alle sind Abensberger, auch wenn sie jetzt bayernweit verstreut sind. Aber sie kommen immer wieder gerne in die Heimat und spielen zusammen.

Dabei nimmt man den „Mainstream“ nicht auf; schon immer hätten die „D’Vahunackldn“ ihre „eigene Sach’“ gemacht, sagt Feldmann nicht ohne Stolz. So verkleidet man sich jedes Jahr anders, ob als Wikinger oder als Schotte oder als Bordsteinschwalbe – immer originell. Früher zog man an Fasching von Lokal zu Lokal, spielte bei Freunden; seit vergangenem Jahr hat man im Meets einen festen Auftrittsort, weil auch ander Bands rumzogen und das dann nicht mehr so viel Spaß gemacht hat, sagt Feldmann.

Das Motto für den Fasching wird immer anfangs Januar besprochen. Da trifft man sich zur Weihnachtsfeier nach dem Motto „die alten Platzl müssen weg“, und meist bleibt es nicht bei den Platzl, sondern es gibt noch Weißwürst und Bier dazu. Und nach der zweiten oder dritten Halbe werde man immer kreativer.

Wuide Wuiderer ...

Heute lautetet das Motto „Wuide Wuiderer“ und man darf gespannt sein, in welch verwegenem G’wand die Mitglieder der „D’Vahunackldn“ auf der Bühne stehen. Dass mittlerweile schon Kinder der Musikanten aushelfen, wie zum Beispiel Feldmanns Sohn Gabriel, der studierter Konzerttrompeter ist, gehört einfach mit dazu. Alles sei „sehr unkompliziert“.

Die Gage vom heutigen Faschingsdienstag fließt wieder in die Kasse. Die verwaltet Feldmann und er sagt vielsagend, dass da noch nicht genug drin ist für die nächste Reise. Da haben die Musikanten einen Wochenendtrip zumindest schon mal andiskutiert.

Das Konzert der D’Vahunackldn“ beginnt am heutigen Faschingsdienstag um 14 Uhr im Meets.

Die Besetzung

  • Blechbläser:

    Georg Alkofer (Posaune), Daniel Eder (Posaune), Robert Jahny (Helikon), Matthias Moritz (Trompete), Helmut Rothtauscher (Posaune), Markus Rothtauscher (Trompete), Pia Tausendpfund (Trompete);

  • Rhythmus und Holzbläser:

    Dietmar Feldmann (Banjo), Christian Kochendörfer (Große Trommel), Hermann Kochendörfer (Waschbrett), Axel Ries (Gitarre), Enno Ries Klarinette

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