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Wirtschaft

Kuchlbauer rüstet sich für die Zukunft

Neuer Läuterbottich, neue Gärkeller – der bekannte Abensberger Betrieb mindert den Energieverbrauch und erhöht die Kapazität.
Von Walter Dennstedt

Bauermeister Harald Ferstl und Jakob Horsch sehen in den alten Läuterbottich. Der wird abgebaut und durch einen neuen aus Edelstahl ersetzt. Damit spart die Brauerei rund zehn Prozent ihrer Energiekosten.
Bauermeister Harald Ferstl und Jakob Horsch sehen in den alten Läuterbottich. Der wird abgebaut und durch einen neuen aus Edelstahl ersetzt. Damit spart die Brauerei rund zehn Prozent ihrer Energiekosten. Foto: Dennstedt

Abensberg.Als am Dienstmorgen der Tieflader anrollte und den neuen Läuterbottich in den Hof der Brauerei Kuchlbauer bugsierte, wo schon ein Kran wartete, das Edelstahlgefäß abzuladen, war Braumeister Harald Ferstl schon ein wenig nervös. Auf Video hielt er das fest, und beim Ansehen am Nachmittag bemerkte er selber, dass er ein wenig gezittert hat. „Unterhopft“ sei er gewesen, flachste er mit Juniorchef Jakob Horsch entschuldigend.

Die Brauerei Kuchlbauer tauscht in den kommenden Wochen den 50 Jahre alten Läuterbottich aus Eisen gegen einen Edelstahlbottich aus. Das, so sagt Seniorchef Leonhard Salleck, bringe Vorteile bei der Reinigung. Und zudem Vorteile bei der Energie. Pro Jahr werden für die Herstellung der 93000 Hektoliter edlen Gerstensafts rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Energie verbraucht. Durch den Tausch des Bottichs und der gesamten Steuerungstechnik erzielt die Brauerei eine Energieeinsparung von rund zehn Prozent. Zudem wird der Prozess der Läuterung, wo die Maische in Treber und Würze geteilt wird, verkürzt. Bislang brauchte man dafür zwischen drei und dreieinhalb Stunden, der neue Läuterbottich soll dies aufgrund ausgeklügelter Steuerungs- und Regeltechnik in zwei bis zweieinhalb Stunden schaffen.

Nachdem die Brauerei Kuchlbauer ja auch eine hochfrequentierte Besucherbrauerei ist, wird ein Fenster direkt vis a vis des Hundertwasserturms einen Einblick in den Maschinenraum ermöglichen. Die Wand musste eh herausgerissen werden, da der neue Bottich in das Maschinenhaus gebracht werden muss. Und die alte Haube des bestehenden Bottichs, aus Kupfer, bleibt erhalten, so dass neueste Technik unter historischer Anmutung erhalten und ein typischer Blickfang für Besucher der Brauerei bleibt.

Die Planung für die Investition, die Salleck mit rund einer Million Euro beziffert, wobei davon rund 300000 Euro mehr oder minder nicht sichtbar in die Steuerungs- und Regeltechnik fließen, begannen im vergangenen Jahr. Im September wurde der Auftrag an die Neutraublinger Firma Krones vergeben, am Aschermittwoch wurde der letzte Sud im alten Läuterbottich behandelt.

Die Brauerei hat Bier vorproduziert, weil sie ja nun stillsteht. Ziel ist es, den neuen Läuterbottich am 17. März mit dem ersten Sud zu befüllen. Und einer der erste Sude wird dann der fürs Gillamoosbier sein, das ja bekanntlich fünf Monate lagern muss, um seine Qualität zu entfalten.

Die Brauerei, so berichtet Salleck weiter, habe im vergangenen Jahr den Absatz um vier Prozent gesteigert. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein neuer Gärkeller für eine Investitionssumme von zwei Millionen Euro gebaut. „Einer der schönsten Gärkeller überhaupt, mit Marmorboden“, schwärmt der Seniorchef.

Zehn Monteure und zwei Vorabeiter waren am Dienstag vor Ort, und sie werden in den kommenden Wochen dafür sorgen, dass der Brautermin im März eingehalten wird. Nicht, dass noch jemand am Gillamoos oder bereits vorher unterhopft ist ...

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