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Auftritt

Prosecutions „Joko- und Klaas-Effekt“

Die Musiker von „Prosecution“ hingen nach ihrem Ausflug in die TV-Welt am Dienstag vor Handy und Rechner. Reaktionen checken.
Von Beate Weigert

  • Erinnerungsfoto mit Klaas (2.v.li.) und Joko (4.v.re.) Foto: Gernot Krebs
  • Die Band beim Warm-Up im Circus Halligalli-Studio Foto: Gernot Krebs

Abensberg.Etwas zögernd von Klaas am Montagabend in der TV-Show „Circus Halligalli“ als „Ska-Core“ aus Bayern angekündigt, haben die acht Jungs der Band „The Prosecution“ vier überzeugende „Mini“-Auftritte hingelegt. Wenn auch Auftritt in diesem Fall nicht Live-Performance sondern Playback bedeutet. Also Lippen zum eingespielten Song bewegen und vor der Kamera tanzen und singen.

Bei ihren Fans auf Facebook sind die Kommentare durchweg positiv: Von „Erste Band, die ich wegen Circus Halligalli like“ bis „Ihr hättet mal lieber der Main Act sein sollen“. Denn die Musiker um Sänger Simon Bernhardt wurden vor und nach den Werbepausen sprichwörtlich für ein paar Sekunden aus dem „Schrank“ gelassen.

Klar, hätten sie gerne mit den britischen Newcomern der Elektropopband „Years & Years“ getauscht. Die durften am Ende auf der richtigen Studio-Bühne einen ganzen Song performen. Dass sich die Halligalli-Seher online via Twitter und Facebook gerade mächtig negativ über Sänger Olly und den Auftritt auslassen, geht bei den Jungs von „Prosecution“ selbstredend „runter wie Öl“. Sogar vom bislang schlechtesten Liveauftritt bei Circus Halligalli überhaupt ist die Rede. Auch auf der Facebook-Seite der Sendung finden sich Kommentare à la „hätten sie mal lieber Prosecution einen ganzen Song spielen lassen“.

And oooh, oooh, ooooooh...danke für den Gute-Nacht-Ohrwurm, Years & Years.

Posted by Circus HalliGalli on Montag, 13. April 2015

Der Abstecher ins TV-Geschäft hat sich also mehr als gelohnt. Auch wenn sie viel lieber live spielen.

Noch in der Nacht waren sie von Berlin zurück nach Regensburg gefahren, wo die meisten Bandmitglieder zwecks Studium wohnen. Nach wenigen Stunden Schlaf machte sich etwa Sänger Simon auf den Weg zur Hochschule. „Was ich mir auch hätte sparen können“, sagt er am Dienstag zur MZ.

Denn natürlich war bei allen Bandmitgliedern das Verfolgen der Resonanz via Smartphone die Beschäftigung des Tages. „Wir hängen gerade alle am Rechner oder am Handy und freuen uns über die steigenden Abos bei Youtube, Facebook und Twitter. Es ist einfach schön, die ganzen Kommentare zu lesen. Sogar alte Schulfreunde melden sich plötzlich wieder - ein schöner Nebeneffekt“, sagt Leadsänger Simon. .

Und wie war es im großen TV-Studio zu sein?, will die MZ wissen. „Ein verrücktes Gefühl“, entgegnet Simon. Als sie mit ihrem Bus das Gelände erreichten, musste sich ein Wachmann erst die Erlaubnis erteilen lassen, um sie auf das Areal zu lassen.

Anschließend wurden sie von einer persönlichen Gästebetreuerin ins ganze Geschehen eingewiesen. „Es war alles wahnsinnig durchorganisiert und durchstrukturiert. Für jede kleine Aufgabe war Personal vorhanden“, sagt Simon.

Noch schnell ein bisschen Puder für Sänger Simon Bernhardt
Noch schnell ein bisschen Puder für Sänger Simon Bernhardt Foto: Gernot Krebs

Dementsprechend wartete hinter den Kulissen ein Catering- und Aufenthaltsraum und „für uns sogar zwei Backstageräume“. Das gab’s voher „auch noch nie“. Simons Fazit: „Eine richtig entspannte und lockere Atmosphäre.“

Aufregend wurde es dann doch kurz vor den vier kurzen Auftritten. „Als es zum ersten Mal hieß: „Noch zehn Sekunden“, war die Aufregung und die Nervosität tatsächlich ein wenig da“, berichtet Simon.

Ein eigenes Garderoben-Schild muss schon sein
Ein eigenes Garderoben-Schild muss schon sein Foto: Gernot Krebs

Hinter der Bühne warteten die Musiker in dem als „Schrank“ titulierten engen, schmalen Raum auf Regieanweisung zum Loslegen. Da wurden sie dann doch leicht hibbelig, „wobei musikalisch ja nichts schief gehen konnte“.

Simon, Valentin, Johannes und die anderen hatten eher Gedanken wie „hoffentlich stolper’ ich da jetzt nicht“, „hoffentlich reißt der Gitarrengurt nicht ab“ oder „hoffentlich vergess’ ich den Text nicht“ im Kopf.

Denn in ihrer Bandgeschichte gab es bislang immer wieder mal tatsächlich Momente, in denen dann plötzlich etwas mit der Technik nicht stimmte oder „im entscheidenden Moment deine Gitarre runter fällt und zerbricht“.

Im „Schrank“ warten auf den Auftritt
Im „Schrank“ warten auf den Auftritt Foto: Gernot Krebs

Aber wer sich einem Millionenpublikum präsentiert, darf schon mal ein bisschen nervös sein, findet Simon.

Die Moderatoren Joko und Klaas haben sie hinter den Kulissen dann auch persönlich getroffen. Weil „bei so einer Aufzeichnung Stress vorprogrammiert ist“, hielten es die Jungs aber „für schlauer den Moderatoren sowie dem Team nicht unnötig auf den Geist zu gehen“. Zeitweise hielten sich Joko und Klaas aber im selben Bereich auf wie „The Prosecution“. Natürlich schüttelte man sich die Hände, stellte sich vor, „wie das halt so üblich ist unter Menschen“, sagt Simon. Nach der Show gab es noch ein kurzes Gespräch mit den Beiden und auch in den Werbepausen gab es hier und da mal Smalltalk. Gesamteindruck: „Zwei sympathische Typen.“ Die Niederbayern fühlten sich keinesfalls „abgefertigt“. Zeit für ein Erinnerungsfoto blieb auch.

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