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Speedway

Smolinski rockt den Grand Prix

Es ist einer der größten Momente für den deutschen Speedway-Sport. Martin Smolinski vom MSC Abensberg siegt in Auckland. „Hammer, Hammer, Hammer!“
von Benjamin Neumaier, MZ

Abensberg.Es ist einer der größten Momente für den deutschen Speedway-Sport, seit Egon Müller 1983 in Norden Weltmeister wurde: Martin Smolinski gewann in Neuseeland das Auftakt-Rennen zur Grand Prix-Saison 2014 in Auckland. Diese „Formel 1“ der Stahlschuhartisten vereint die besten 15 Fahrer der Welt. Smolinski ist Neuling im GP, im Herbst des Vorjahres hat er sich qualifiziert.

Der 29-jährige Pilot aus Olching, der für den MSC Abensberg startet, schloss trotz eines Sturzes in seinem vierten Vorlauf die Vorrunde mit zehn Punkten als Dritter hinter Nicki Pedersen (Dänemark/15 Punkte) und Krzysztof Kasprzak (Polen/13) ab. Zwar war der Bayer punktgleich mit drei anderen Fahrern, hatte aber aufgrund von zwei Siegen die Nase vorne und rückte ins Halbfinale auf.

Unglaubliches Finale

Das an sich glich schon einer kleinen Sensation – auch wenn Smolinski heuer viel an den Motoren seiner Bikes gearbeitet hatte. Im Halbfinale führte das MSC-Mitglied, ließ sich aber von Kasprzak überrumpeln. Am Ende wurde es aber Rang zwei – und damit ein unfassbare Sensation: Martin Smolinski stand in seinem ersten Grand Prix als Fixstarter gleich im Finale um den Tagessieg. Und das hatte es wahrlich in sich.

Denn von der äußersten Position glückte dem Olchinger kein guter Start und er fand sich am Ende des Feldes wieder. Doch schon in der ersten Runde schnupfte er den Schweden Fredrik Lindgren – dann passierte zweieinhalb Runden nicht viel, „Smoli“ hielt den dritten Rang. Dann setzte er zum Coup an: Der Publikumsliebling in Abensberg und Neustadt (und auf vielen anderen Pisten) nutzte ein Gerangel an der Spitze zwischen Pedersen und Kasprzak und brauste innen durch an die Spitze. Ohne Probleme meisterte er die Zielkurve und jubelte: Er hat seinen ersten Grand-Prix-Sieg.

Zum ersten Mal seit 31 Jahren ertönte nach einem Speedway-Grand Prix wieder die deutsche Nationalhymne. Dass auch der MSCler davon überwältigt war, zeigte sich bei der Siegerehrung. Da flossen Freudentränen. „Hammer, Hammer, Hammer! Es ist ein Traum, ein Auftakt wie er besser nicht hätte sein können, und ich denke, nun hat auch der Letzte verstanden, dass ich mit der Weltspitze mithalten kann. Einmal mehr haben nur die Wenigsten an mich geglaubt und daher ist es umso schöner! Mein Material ist hervorragend und mein Team leistet super Arbeit“, sprudelte es aus dem Sieger heraus. „Mein Weg hat mich bestätigt, wir werden nun hoch konzentriert weiter arbeiten und uns auch für den Grand Prix in Bydgoszcz perfekt vorbereiten.“ Andere Fahrer hätten fünf oder acht Jahre gewartet, bis sie einen GP gewinnen können. „Ich habe gleich meinen ersten auf Platz eins beendet.“

MSC-Boss fiebert live mit

Auch der Abensberger MSC-Vorsitzende Sascha Dörner, der das Rennen live per Internet-Stream mit weiteren Vereinsmitgliedern verfolgte, war begeistert: „Es war unglaublich, auch für Martin. Wenn man seine Ansprache unter Tränen im Stadion gesehen hat, weiß man, was es ihm bedeutet. Er hat ein Stück Sportgeschichte geschrieben.“ Angerufen habe er Smolinski noch nicht: „Ich will ihm und seiner Crew Zeit lassen, alles zu verarbeiten, den Sieg zu realisieren. In den kommenden Tagen werden wir aber sicher noch telefonieren.“

Heimspiel: Smolinski ist heuer auch in Abensberg wieder zu Gast. Am Pfingstwochenende, 8./9. Juni, findet das traditionelle Speedway-Rennen statt – dort beginnt der Kampf um die Startplätze für den Grand Prix 2015 von neuem.

Gastspiel: Schon in knapp drei Wochen werden die Fans in Neustadt ihren Liebling begrüßen können. Einen Tag vor dem Einsatz an der Donau (27. April) steigt der zweite GP-Auftritt der weltbesten Fahrer in Polen.

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