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Bühne

Theaterkunst als Projektarbeit

Angelika Süß bereichert mit ihren freien Ensembles die Abensberger Kulturszene. Mitstreiter würden die Arbeit erleichtern.
Von Wolfgang Abeltshauser

Sweetys Rabbits – die Nachwuchsgruppe von Angelika Süß – hat mit den Proben schon begonnen. Foto: Wolfgang Abeltshauser
Sweetys Rabbits – die Nachwuchsgruppe von Angelika Süß – hat mit den Proben schon begonnen. Foto: Wolfgang Abeltshauser

Abensberg.Kaum ein Name ist in Abensberg und der Region darum herum mehr mit dem Begriff Theater verbunden wie der von Angelika Süß. Und trotzdem gehören die Schauspielgruppen, die sei derzeit betreut, zu den eher jüngeren Geschöpfen der hiesigen Kulturszene. Sweet Highlights – die Formation der Erwachsenen – stieg 2012 erstmals auf die Bühne im Kreuzgang. Dort steht sie nach wie vor. Im Jahr darauf folgten Sweetys Rabbits. Das sind die Nachwuchsmimen. Beide Formationen sollen die Abensberger noch lange erfreuen. Dafür benötigt Regisseurin Süß aber mehr männliche Schauspieler – und auch Technikexperten.

Jedes Jahr ist es Neuland

Süß ist gerade dabei, ihr Erwachsenenensemble für dieses Jahr zusammenzustellen. Zwei Treffen hat es schon gegeben. Wie immer weiß die Mitbegründerin von Lampenfieber noch nicht, wie viele Köpfe die Formation letztendlich zählen wird. Denn beide Gruppen sind keine festen Ensembles. Was Süß seit einigen Jahren regelmäßig unter dem Dach der Volkshochschule auf die Beine stellt, ist eher Projektarbeit. Jährlich finden sich Interessierte zusammen, um gemeinsam Theater zu spielen. Es gebe keinerlei Verpflichtung, auch nach zwölf Monaten wiederzukommen. Und so betritt Süß immer wieder Neuland. Auch heuer können Köpfe dazustoßen, bis in einigen Wochen endgültig das Ensemble beisammen ist.

Alle sollen sich wohlfühlen

Das sei das Besondere an ihren Formationen: Gemeinsam werde ein Stück ausgesucht. Süß gibt nichts vor. Wichtig sei, dass ihre Schauspieler, die oftmals keine Erfahrungswerte besitzen, Rollen finden, mit denen sie sich identifizieren können. Die Expertin kann dabei aus einem großen Fundus an Themen schöpfen. Es helfe ihr, dass sie mittlerweile gute Kontakt in die Welt der Theaterverlage habe. Damit dann die ganze Vorarbeit – das Lesen von Stücken und die Probenarbeit – nicht in Stress ausartet – beginnt der Vorlauf entsprechend früh im Jahr. Derzeit gibt es wöchentliche Treffen, in der heißen Phase der Proben kann sich das schon einmal auf drei Sitzungen binnen sieben Tagen steigern. Solange ein Stück und die Aufführungstermine noch nicht feststehen, könne ein Interessierter jederzeit einen Rückzieher machen, wenn er merke, es sei doch nicht so sein Ding.

Mitmachen ist jederzeit möglich

  • Sweet Highlights:

    Hier kann jeder mitmachen, der mindestens 18 Jahre alt ist. Derzeit trifft sich die Formation jeden Dienstag ab 19.30 Uhr im Differenzierraum der Mittelschule (zweiter Stock, Eingang West).

  • Sweetys Rabbits:

    Die Kinder proben jeden Freitag ab 14.30 Uhr im VHS-Raum in der Römerstraße. Premiere ihres Stücks ist am 12. Juli im Kreuzgang. (wo)

All das ist spannend genug. Aber es gebe mittlerweile weitere Unabwägbarkeiten. Anfänglich habe sie geglaubt ,es liege an ihr. Mittlerweile hat Süß aber festgestellt, dass es auch andere kulturelle Gruppen – Theaterformationen und Chöre – getroffen hat. Es fehlen mehr und mehr männliche Darsteller. Mit Stammkräften, die sich mehr als nur einmal für Projekte zur Verfügung stellen, sei die Lücke nicht immer zu füllen. Nachwuchs von den Sweetys Rabbits komme noch keiner nach, dafür existiere die Formation noch nicht lange genug.

Freuen würde sich die langjährige Regisseurin darüber hinaus über technikaffine Gruppenmitglieder. Wer also den Weg auf die Bühne eher nicht nehmen will, sich dafür aber gerne in der Freizeit mit Handwerk oder Technik beschäftigt, sei ebenso gerngesehen. Wie bei einem großen Theater sind auch bei den Aufführungen von Süß Mitarbeiter notwendig, die Ton oder Licht bedienen. Und die vorher die Bühne bauen.

Ein Stammpublikum gefunden

Froh ist Süß, dass ihre Projekte mittlerweile unter dem Dach der städtischen Kulturreihen – Novembernebel und Frühlingsgefühle – laufen. Allein wäre der ganze Aufwand nicht mehr zu stemmen. Mit dem Kreuzgang gebe es einen tollen Aufführungsort. Dort habe sich mittlerweile auch ein Stammpublikum gebildet.

Die Kindergruppe hat längst mit den richtigen Proben begonnen. Im Sommer soll der Vorhang das erste Mal aufgehen. Auf dem Programm steht „Die verschwundene Königskrone“ aus der Feder von Börje Lindström. Es handelt sich dabei – kurz gesagt – um eine Erzählung im Stile der Märchen aus tausendundeiner Nacht. Die Kinder proben derzeit einmal in der Woche in den Räumen der Volkshochschule in der Römerstraße.

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