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Musik

Tosender Applaus für „Orpheus“ Groll

Multitalent Felix C. Groll begeisterte mit seiner ersten Operninszenierung „Orpheus und Eurydike“ im Theater am Bahnhof.
von Roswitha Priller

Premiere von Orpheus und Eurydike in der Inszenierung von Felix C. Groll begeisterte im Theater am Bahnhof.  Foto: Priller
Premiere von Orpheus und Eurydike in der Inszenierung von Felix C. Groll begeisterte im Theater am Bahnhof. Foto: Priller

Abensberg.Bisher war Felix C. Groll (20) vor allem wegen seines talentierten Baritons in der Umgebung bekannt. Bereits im jungen Alter von zwölf Jahren gab der Sänger im Trainer Zehentstadl seinen ersten Liederabend mit Arien aus verschiedenen Opern. Vergangenen Freitag überzeugte Groll nun mit seiner ersten Operninszenierung im nahezu ausverkauften Theater am Bahnhof. Mit Christoph Willibald Glucks „Orpheus und Eurydike“ hat sich der junge Bariton aus Wildenberg einen echten Opernklassiker ausgesucht.

Regisseur und Hauptdarsteller

Groll zeichnet bei dem ehrgeizigen Stück verantwortlich für Regie und Ausstattung und singt zudem noch die Hauptrolle Orpheus. Eine vielfältige Aufgabenstellung, der sich Groll mit großer Leidenschaft widmete. Zumal er nicht einfach auf ein vorhandenes Opernensemble zurückgreifen konnte. Mit Mara Maria Möritz (Sopran) und Lars Tappert (Tenor) hat er zwei Kommilitonen von der Musikhochschule Nürnberg für die Rolle der Eurydike und des Liebesgottes Amor ausgewählt. Und hat mit der Besetzung eine sehr glückliche Hand bewiesen.

Gefühlvoller Dirigent

Als musikalischen Leiter hat sich das junge Talent Reinhold Furtmeier an die Seite geholt. Furtmeier überzeugte mit einem sehr weichen und gefühlvollen Dirigat, dem Orchester mit Konzertmeisterin Hildegard Surner und Chor gerne folgten.

Um die 30 Instrumentalisten und Sänger auf der kleinen Bühne unterzubringen, arbeitet Groll in zwei Etagen. Der Chor steht auf einem Baugerüst, die Musiker sitzen darunter. So kreiert der Künstler ein sehr dichtes Bühnenbild, was den Zuschauer förmlich in das Geschehen hineinzieht. Unterstützt wird dieser Effekt durch die Handlung der acht Statisten vom Theaterverein Lampenfieber. Die setzt Groll als Museumsbesucher in all ihren gängigen Facetten ein. Orpheus und Eurydike sind als Gemälde ausgestellt. Und schon geht nach der vielversprechenden Ouvertüre mit Glucks wunderbarer Musik die Handlung los. Gesungen wird in der Originalsprache der Oper, in Italienisch.

Harte Prüfung, Orpheus darf seine Geliebte nicht ansehen.  Foto: Priller
Harte Prüfung, Orpheus darf seine Geliebte nicht ansehen. Foto: Priller

Der überaus begabte Sänger Orpheus aus der griechischen Mythologie, dessen Talent auch den Göttern nicht verborgen bleibt, ist verzweifelt über den Tod seiner geliebten Eurydike. Mit seinem wunderschönen Gesang erweicht er sogar die Geister der Unterwelt – und erhält Zugang zum Hades, dem Reich der Toten. Aber er darf Eurydike nicht ansehen, bis sie die Unterwelt verlassen haben. Die Geschichte wird durch szenische Handlungen von Statisten aus dem Theaterensemble untermalt.

Raumfüllender Bariton

Der talentierte Groll erfüllt mit seinem Bariton den Raum, lässt Orpheus große Trauer um die Geliebte lebendig werden. Mit wunderbar ausgestalteten Kollaraturen begeistert Möritz mit ihrer Eurydike. Leidenschaftlich geht die junge Sängerin in ihrer Rolle auf und überzeugt mit fantastischer Bühnenpräsenz. „Das Premierenpublikum war von der ersten Minute an dabei und ist voll mitgegangen“, schwärmt Benno Kreuzmaier, der als Statist mit auf der Bühne war. Nur zu verständlich, dass sich Orpheus ihrem Flehen um wenigstens einen Blick nicht widersetzen kann. Den interpretiert Groll schlicht, aber ungemein authentisch. Und schlägt so eine gelungene Brücke zum Publikum. Hohe Professionalität und viel Spielfreude zeichnen das Stück aus. Der Dank ist tosender Applaus.

Weitere Auftritte

  • Termine:

    Am 15. März, um 19.30 Uhr, und am 17. März, um 17 Uhr, sind die weiteren Aufführungen angesetzt.

  • Eintritt und Karten:

    Der Eintritt kostet 20 Euro, Karten gibt es bei bellibri, im Herzogskasten und online: www.tab-abensberg.de

  • Musiker:

    Mitglieder des Hallertauer Kammerorchesters und Sänger vom Projektchor Orpheus

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