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Sozialdemokratie

Walter Adam: Sein Herz schlägt links

Abensberger SPD zeichnet „Parteirebell“ aus. Erst im Juni erzielte er einen Achtungserfolg bei Wahl des Landesvorsitzenden

Genossen Ehrenvorsitzendem Walter Adam (vorne, 2. v. re.) gratulierten (v. li.) Konstantin Ferstl, Claudia Ziegler, SPD Ortsvorsitzender Thomas Schug (hinten) und Michaela Mader-Hampp.
Genossen Ehrenvorsitzendem Walter Adam (vorne, 2. v. re.) gratulierten (v. li.) Konstantin Ferstl, Claudia Ziegler, SPD Ortsvorsitzender Thomas Schug (hinten) und Michaela Mader-Hampp. Foto: Schug

Abensberg.Es fällt bisweilen schwer, Schubladen für Walter Adam zu finden. So krachledern-bayerisch manchmal sein Auftreten wirken mag, als sei er einer archetypischen Bierreklame entstiegen, so weltoffen war er doch gleichzeitig immer. Davon künden nicht nur die vielen Stempel in seinem Reisepass: Vom tibetischen Hochland, über die jemenitischen Lehmstädte zu den bolivianischen Salzwüsten – überall zog der Adam’sche Rauschebart die Blicke auf sich. Auch als Musiker pendelt er zwischen den Extremen: Ob als bajuwarischer Volkssänger, als Posaunist der Kaiserjazzer oder als alljährlicher „Comandante“ zu den karibischen Rhythmen Kubas – Walter Adam füllt jede Rolle mit einer ihm ureigenen Glaubwürdigkeit.

Eine Glaubwürdigkeit, die sich aus seiner tiefen Überzeugung für sein Tun speist. So ist es auch keineswegs verwunderlich, dass dieser langgediente Sozialdemokrat mit seiner Bewerbung um das Amt des Landesvorsitzenden der SPD im Juni in ganz Deutschland Beachtung fand. Mit seiner authentischen Art überzeugte er Sozialdemokraten im ganzen Bayernland und am Ende auch derart viele Delegierten, dass es beinahe zu einer Sensation gekommen wäre. „Glaubwürdig durch echte Überzeugungen – in der Politik scheinbar selten geworden, für Walter Adam eine Selbstverständlichkeit“, würdigt Helmut Schug den Abensberger in einer Pressemitteilung.

Diese echte Überzeugung habe Adam auch nach der Wahl noch ausreichend Leitartikel und Fernsehauftritte bescherte, die das Pensionisten-Dasein in der Jahnstraße nicht zu ruhig werden ließen.

Das sei nicht zuletzt der Anlass für die Abensberger SPD gewesen, Walter Adams Engagement für seine Partei angemessen zu würdigen. In einer Feierstunde im Gasthof Jungbräu, zu der viele Freunde und politische Weggefährten gekommen waren, bedankte sich Ortsvorsitzender Thomas Schug für Adams langjährige politische Arbeit als Stadtrat, als Kreisrat sowie als Mitgliederbeauftragter und Botschafter für „seine“ Partei und ernannte ihn zum ersten Ehrenvorsitzenden in der Geschichte der ältesten Abensberger Partei.

Adam erhielt stehende Ovationen und zeigte sich gerührt – hatte er doch von der Ehrung bis zuletzt nichts gewusst. Neben seinen Abensberger Genossen waren auch viele neu gewonnene Freunde aus ganz Bayern angereist, die dem „Überzeugungstäter“ gratulieren wollten. Doch auch Ehrentitel schützen nicht vor Überzeugungen: Walter Adam plant bereits den nächsten Schritt in seinem politischen Unruhestand. Als Höhepunkt der feierlichen Runde präsentierte der neue Ehrenvorsitzende die frisch gegründete Basisinitiative in der SPD.

„An die Mutigen“ heißt das Manifest, das an die Sozialdemokraten innerhalb und außerhalb der SPD appelliert, ihre Überzeugungen und Werte niemals für falschen Pragmatismus zu opfern. In politisch unruhigen Zeiten sei ein moralischer Kompass nötiger denn je. Derzeit tagen die Sozialdemokraten im Bund beim Parteitag in Berlin ...

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