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Natur

Aktionsbündnis stützt Volksbegehren

Naturschutzgesetz soll „Lebensversicherung für die Artenvielfalt werden“. Zahl der Vögel hat sich in 30 Jahren halbiert.
Von Renate Beck

Auch wenn die Natur derzeit unter Schnee begraben ist, wollen die Arbeitskreise wachrütteln. Foto: Renate Beck
Auch wenn die Natur derzeit unter Schnee begraben ist, wollen die Arbeitskreise wachrütteln. Foto: Renate Beck

Kelheim.„Wir sind Zeuge des größten Artensterbens seit dem Verschwinden der Dinosaurier“, sagen die Initiatoren der Initiative „Rettet die Bienen“. Dabei seien die Bienen nur exemplarisch genannt. Am Mittwoch gründete sich unter großem öffentlichen Interesse ein parteiübergreifendes Landkreis-Aktionsbündnis zur Unterstützung dieses Volksbegehren.

Viele beim Bündnis dabei

Mit dabei sind unter anderem der Bund Naturschutz, Alpenverein, Jagdverband, Kreisfischereiverein, die Grünen, Bienenflüsterer und einige Bürgermeister. Koordinatorin Lucia Gruber, ÖDP-Kreisvorsitzender Peter Michael Schmalz und Diplom-Biologe Dr. Christian Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) erörterten den dramatischen Schwund der Tier- und Pflanzenarten. „Flora und Fauna gehen im Bestand stark zurück“, so der Biologe, „über ein Drittel der 270 Arten ist bereits gefährdet.“ Er berichtete von einem Rückgang der Bestandsdichte vieler Arten mit mehr als 90 Prozent. „Dabei sind die Pflanzen Grundlage der Nahrungskette.“ Über 75 Prozent aller Fluginsekten seien nicht mehr da. In Bayern leben laut LBV nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. „Die Lage ist in der Tat dramatisch“, mahnte Dr. Stierstorfer.

Artenvielfalt als Ziel

Ziel des Volksbegehrens Artenvielfalt ist es, durch Verbesserung des bayerischen Naturschutzgesetzes diesen Rückgang zu stoppen. Dazu will man zum Beispiel bis 2025 mindestens 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaften; bis 2030 mindestens 30 Prozent. Pestizide in Naturschutzgebieten, in gesetzlich geschützten Landschaftsbestandteilen und in gesetzlich geschützten Biotopen außerhalb von intensiv genutzten land- und fischereiwirtschaftlichen Flächen will man künftig verbieten. Dazu gehöre das Verbot, Dauergrünland und Dauergrünlandbrachen umzuwandeln, den Grundwasserstand in Nass- und Feuchtgrünland abzusenken, Feldgehölze, Hecken und Baumreihen zu beeinträchtigen sowie ab 1. Januar 2022 auf Dauergrünlandflächen flächenhaft Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Initiative

Bienen als Botschafter für mehr Natur

Ein Volksbegehren will den Artenschwund in Bayern stoppen. Dafür gründet sich am Mittwoch ein Bündnis in Abensberg.

Das neue Naturschutzgesetz soll „eine Lebensversicherung für die Artenvielfalt werden“. Blühende Randstreifen an allen Bächen und Gräben und natürliche Gewässerrandstreifen gehörten dazu. Es sei „eine Katastrophe“, wenn dort bis an den Ackerrand gemäht und gedüngt wird. „Viele Wiesen werden bereits vor der Blüte gemäht“, bedauerte Dr. Stierstorfer. Dadurch gebe es viele grüne Wüsten. „Dabei ist biologische Vielfalt so wichtig.“ Nicht zu verachten sei unsere Lichtverschmutzung. „Die Insekten werden von den vielen Lichtern angezogen und getötet.“ Die Politik setze zwar bei manchen Themen auf Freiwilligkeit, aber „die ist gescheitert“. „Der Artenschutz und die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft sind eng miteinander verbunden. Landwirte müssen fair bezahlt werden, damit sie sich überhaupt noch um die Natur kümmern können“, fordern die Initiatoren des Volksbegehrens auf ihrem Flyer.

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