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Kultur

Ein kleiner Weiler wurde zum Kunstdorf

Katalin Berecki-Kossak hatte kreative Menschen aus vier Kontinenten zu ihrem Welt-Projekt nach Auerkofen eingeladen.
Von Roswitha Priller

  • Die Inderin Babita Das zeigt den Grundschülern ihre Gemälde, die sie in Auerkofen für „Renaissance der Erde II“ gemalt hat.Foto: Priller
  • Der Ungar Andras Györfi arbeitet an seinem surrealistischen Ölgemälde „Wind Knight“ (Windritter). Foto: Priller

Attenhofen. Zu einem Künstlertreffen ganz besonderer Art hat die in Puttenhausen lebende ungarische Keramikkünstlerin Katalin Berecki-Kossak Ende September nach Auerkofen geladen. Den Besucher erwartet ein ganz besonderes Ambiente, wenn er das Anwesen von Ludwig und Johanna Kiermeier in dem kleinen Weiler nahe Mainburg betritt. Kaum einer mag sich denken, hier auf eine aus aller Welt zusammengekommene Künstlergruppe zu treffen. Ein wunderschön gestalteter Hof mit einem sich anschließenden lichtdurchfluteten Gebäude laden zum Verweilen ein. Hierhin hatte Initiatorin Katalin Bereczki-Kossak einen Schaffensmittelpunkt für ihr Projekt „Renaissance der Erde II“ gelegt.

Nachdem es vor zwei Jahren bei der Erstauflage des gleichnamigen Projektes von den Künstlern als hinderlich empfunden wurde, dass sie in verschiedenen Ateliers ihre Arbeiten ausgeführt haben, ermöglichten es dieses Jahr die großzügigen Räumlichkeiten der Familie Kiermeier alle Künstler an einem Standort zu vereinen. Wieder hatte es die Ungarin Kossak geschafft, kreative Menschen unterschiedlichster Ausrichtung aus vier Kontinenten für ihr Welt-Projekt zu begeistern. Und sie hat die entsprechende Zahl an Sponsoren und auch Gastfamilien akquiriert, die für eine so große Aktion vonnöten sind.

Alle gemeinsam beschäftigen sich in dieser Woche mit der „Renaissance der Erde“ – sie wollen mit ihrer Kunst eine positive Botschaft in die Welt schicken. Einerseits mit dem Schaffen einer gemeinsamen Friedensskulptur, die einen Torbogen darstellt. „Wir gehen immer wieder durch neue Tore und Türen“, erklärt Katalin Kossak. „Wichtig ist, dass ich mit einem offenen Herzen und freiem Gefühl diesen Weg gehe. Dann sind für mich und meine Umwelt die Voraussetzung für ein positives Miteinander da.“

Die aus Indien angereiste Malerin Babita Das betont die Allgemeinverständlichkeit künstlerischen Schaffens. Und sie bezieht damit jegliche Form von Kunst ein. Egal ob Musik, Tanz, Malerei, Bildhauerei – Kunst sei eine international und überkulturell verbindende Sprache. Damit trifft sie genau eine Kernaussage des Projekts: Künstlerisches Arbeiten ist für sie der einzige Weg, um die Welt zusammenzuführen. Deutlich versinnbildlicht in der gemeinsamen Atelier-Arbeit der anwesenden Kreativen. Am Eingang teilen sich der Argentinier Juan Danna und die Marokkanerin Ana Maria Garzon einen Tisch. Weiter hinten findet man die Bulgarin Milena Mladenova mit dem Ungarn Daniel Ludvig.

Überall werden Farben geteilt, Techniken begutachtet und Erfahrungen ausgetauscht. Man spricht englisch, spanisch, deutsch – oder arbeitet still an seinem Objekt. Der Ungar Andras Györfi setzte gerade letzte Akzente an seinem surrealistischen Ölgemälde „Wind Knight“ – oft kämpft der Mensch mit den Windmühlenflügeln. Schulklassen waren im offenen Atelier ebenfalls willkommen. Der Attenhofener Mök Einamann erklärte den Grundschülern „Surrealismus“ und „Abstrakte Malerei“. „Die Kinder sollen wissen, dass so etwas möglich ist, dass man sich auf diese Art ausdrücken kann. Mit dem Hintergrund können sie bewusster entscheiden, ob es ihnen gefällt oder nicht.“

Das Projekt fand seinen Abschluss mit einer Vernissage sowie mit der Errichtung der gemeinsamen Friedensskulptur.

Miteinander

  • Atelier:

    Insgesamt 25 Künstler aus Europa, Afrika, Amerika und Asien nahmen am Projekt „Renaissance der Erde II“ vom 27. September bis 4. Oktober teil. Sie waren in Gastfamilien aus Mainburg bis Abensberg untergebracht. Ihr offenes Atelier bei der Familie Kiermeier in Auerkofen wurde neben vielen Interessierten auch von den Grundschulen Volkenschwand und Sandelzhausen sowie der freien Schule in Essing besucht.

  • Unterstützer:

    Über 30 Sponsoren unterstützen das Projekt. Die Künstler zahlten ihre Anreise, alles weitere wurde ihnen vor Ort zur Verfügung gestellt. Die Schirmherrschaft hatten Kastulus und Thomas Bader übernommen. Ein Folgeprojekt ist in zwei bis drei Jahren geplant. (drp)

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