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Musik

Abbacher Spielleute sind im Aufbruch

Die Weichen für den Bad Abbacher Spielmannszug werden neu gestellt. Er orientiert sich Richtung Blaskapelle und lernt um.
Von Gabi Hueber-Lutz

Neue Instrumente, neue Leitung, neues Outfit: Vorsitzender Christian Hanika hat dem Spielmannszug eine neue Richtung gegeben. Foto: Hueber-Lutz
Neue Instrumente, neue Leitung, neues Outfit: Vorsitzender Christian Hanika hat dem Spielmannszug eine neue Richtung gegeben. Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Aus dem Probenraum in der Grundschule schallt eine bekannte Melodie: „Heit gibt`s a Rehragout.“ Keine Blaskapelle, die das Rehragout nicht in ihrem Repertoire hätte. Aber der Spielmannszug? Wenn der heute in der Grundschule seine Probe hält, klingt das tatsächlich anders als früher. Die Melodie weist den Weg in die Zukunft, denn der geht Richtung Blaskapelle.

Neuausrichtung nach Turbulenzen

Die Neuausrichtung war nach einigen Turbulenzen nötig geworden. Um ein Haar gäbe es den Zug mit der jahrzehntelangen Tradition im Ort nämlich nicht mehr. Letztes Jahr rutschte er in eine tiefe Krise, denn es fand sich kein neuer Vorsitzender, die Stimmung war im Keller. Zweiter Bürgermeister Christian Hanika wollte da nicht tatenlos zusehen und bot an, den Vorsitz zu übernehmen. Allerdings verbunden mit einer kompletten Neuausrichtung. Der Spielmannszug blieb am Leben und viele Spielleute waren bereit umzulernen.

Die Veränderung lässt sich bei einer gemeinsamen Probe aller Instrumentalisten an vielen Punkten festmachen. Da sind zunächst die Instrumente. Fanfaren und Pfeifen waren gestern, Trompeten und Konzert-Querflöte sind heute angesagt. Der Unterricht ist auf mehrere Schultern verteilt. Die Musik Akademie Dukart unterrichtet die Querflötenspielerinnen, Hans Heiner Bettinger die Bläser und Michael Boritzka das Schlagwerk. Boritzka ist außerdem der musikalische Leiter der Truppe, Bettinger der Lehrer der Bläserklasse an der -Mittelschule.

Übergang reibungslos

Zwei Jahre werden die jungen Leute der Bläserklasse an ihren Instrumenten unterrichtet. Nach dieser Zeit können sie in den Spielmannszug wechseln. Sowohl in der Schule als auch im Spielmannszug werden die gleichen Unterrichtswerke benutzt, so dass der Übergang reibungslos erfolgen kann. „Die ersten kommen in einem halben Jahr“, freut sich Hanika. Die Bandbreite der Musikinstrumente ist aber noch größer: zwei Klarinettenspieler, ein Posaunist, eine Lyraspielerin und eine Tuba sind mit von der Partie. „Ohne Tuba wäre das Ensemble nicht spielfähig.“

Zukunft im Blick

  • Bestehen:

    Heuer wird der Zug 40 Jahre alt und bekommt eine Rundumerneuerung.

  • Vergleich:

    „Das ist, als würde eine Fußballmannschaft auf Handball umlernen“, beschreibt Vorsitzender Christian Hanika.

  • Inhalte:

    Kleidung, Instrumente und Repertoire des Zugs ändern sich und die Spielleute kooperieren mit der Angrüner-Mittelschule. (lhl)

Hinter der großen Tuba lugt ein vertrautes Gesicht hervor: Bernhard Schlauderer, der langjährige musikalische Leiter des Zugs, hat sich bereit erklärt, diesen Part zu übernehmen. Seit acht Wochen schult er auf Tuba um. Das Umlernen ist mitunter nicht ganz einfach. Die Trompeterinnen liegen gerade ein wenig im Clinch mit einer Melodie. Da seien noch nicht alle Töne angekommen, sagt Michael Boritzka. Und fügt mit einem feixenden Blick auf Hanika hinzu: „Die muss der Herr Vorsitzende erst noch bestellen.“ Spaß beiseite, die Damen kriegen das hin und stimmen gekonnt die Europahymne an. Die anderen Musiker schließen sich an. Wie es aussieht, geht das Konzept zur Neuausrichtung des Spielmannszugs auf.

Nur bei einer der treuesten Spielerinnen bleibt musikalisch alles beim Alten: Nasrin spielt weiterhin eine kleinere Flöte. Inklusion wird im Spielmannszug schon lange praktiziert. Nicht nur Nasrin freut sich, dass dieses Miteinander erhalten bleibt.

Tracht statt Wams

Die großen Veränderungen werden sich auch in der Kleidung widerspiegeln. Gerade bei der Jugend sei der bisherige Look nicht mehr angekommen, sagt Hanika. Nun schwenkt man um in Richtung Tracht, bleibt aber bei den traditionellen Farben Rot, Schwarz und Weiß. Termine, für die der Spielmannszug aktuell noch gebucht ist, absolviert er in der alten Formation und auch noch in der bekannten Kleidung. Ein wichtiger Partner beim Neu-Aufbau des Spielmannszugs ist die Angrüner-Stiftung, die sowohl an der Anschaffung von Instrumenten als auch an der Finanzierung des Unterrichts beteiligt ist.

20 aktive Mitglieder hat der Spielmannszug jetzt. Neue Mitspieler sind jederzeit willkommen. Zusätzlich zu den Einzelunterrichten findet wöchentlich eine Gesamtprobe statt, die Michael Boritzka leitet. Wer Interesse hat, kann am Montag von 17.30 Uhr bis 20 Uhr ins Souterrain der Grundschule kommen. Die Klangspur führt direkt zum Spielmannszug.

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