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Kirche

Am Anfang war eigener Fleiß

Gemeindemitglieder der Kreuzkirche Bad Abbach packten seit Januar an. Der Eigenanteil an der Generalsanierung ist geleistet.
Von Gabi Hueber-Lutz

Hand in Hand arbeiten die Mitglieder der evangelischen Gemeinde, um die Kirche in einen Rohbau zu verwandeln. Foto: Hueber-Lutz
Hand in Hand arbeiten die Mitglieder der evangelischen Gemeinde, um die Kirche in einen Rohbau zu verwandeln. Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Gerhard Pavel und Wolfgang Braun kämpfen noch mit je einem Fenster, das aus der Verankerung muss; ein Helfertrupp trägt im Außenbereich noch ein paar Quadratmeter Pflastersteine ab. Und dann ist Schluss. Dann dürfen die fleißigen Helfer die Hände in den Schoß legen. Wochenlang haben die evangelischen Christen Samstag für Samstag an ihrem Gotteshaus an der Frauenbrünnlstraße gewerkelt und dabei einen großen Anteil an Eigenleistung für die Sanierung der Kreuzkirche erbracht.

Rechnung ist aufgegangen

Der Eigenanteil war Bestandteil der Kalkulation, und die Rechnung ist voll aufgegangen. „Der Einsatz war fantastisch, der Zusammenhalt groß“, schwärmt Pfarrer Frank König. Er hat die Gemeinde im Jahr 2000 übernommen. Schon damals zeichnete sich ab, dass irgendwann eine Generalsanierung stattfinden muss. Nach einer langen Planungsphase begannen mit dem neuen Jahr die ersten Arbeiten. Sie lagen ganz in der Hand der Gemeinde, deren Aufgabe es war, das Gebäude auf den Rohbau zurückzuführen. Es war eine kalte und staubige Arbeit, die die Helfer seither geleistet haben.

Gerhard Pavel ist unersetzlich

An acht Samstagen wurde gearbeitet, durchschnittlich 15 Leute packten mit an und 22 Container voller Bauschutt, Holz, Styropor und sonstigen Baustoffen wurden gefüllt, zählt Gerhard Pavel auf. Der 77-Jährige ist der Experte im Team. Er hat sämtliche Arbeiten koordiniert und überall mit angepackt. Für ihn selber war seit dem Arbeitsbeginn Anfang Januar jeder Tag ein Samstag. Denn er war täglich auf der Baustelle. Weil die Arbeiten so zügig vorangegangen sind, konnte die Baufirma eine Schlecht-Wetter-Zeit bereits nutzen und mit Arbeiten im Inneren der Kirche beginnen. „Wir sind voll im Zeitplan“, freut sich Pfarrer König. Ostern 2020 ist das große Ziel. Dann soll die Kirche wieder eröffnet werden. Der Kirchenraum im Obergeschoss ist komplett leer, nur das schlichte Holzkreuz hängt noch an der Stirnseite.

Die Kirchengemeinde

  • Gemeindeglieder:

    Rund 1600 evangelische Christen hat die Gemeinde im Moment.

  • Geschichte:

    1972 wurde der Bau der Kreuzkirche fertiggestellt. Der Amtssitz des Pfarrers lag aber bis zum Jahr 2000 in Saal.

  • Förderverein:

    Er wurde zur finanziellen Unterstützung der Sanierung gegründet. Eine Beitrittserklärung gibt es auf der Homepage. (lhl)

Im Untergeschoss lässt sich schon ahnen, wie schön die Räumlichkeiten künftig werden. Der Gemeindesaal wird einen eigenen Zugang von der Frauenbrünnlstraße her bekommen. Bisher war er über die Sakristei erreichbar oder über die steile Treppe, die vom Anbau beim Glockenturm ins Souterrain führte. Diesen Anbau und damit auch diesen Zugang wird es künftig nicht mehr geben. Er wird abgerissen. Dadurch wird auch der äußere Zugang zu dem Hof hinter dem Kirchengebäude wesentlich breiter. Auch vom Kirchenraum wird der Hof nach wie vor erreichbar sein.

Die Planungen funktionieren

„Nicht nur der Zeitplan der Sanierung funktioniert, auch die Kosten bewegen sich trotz der angespannten Situation am Bausektor im Kalkulationsrahmen“, weiß Christine Schuster, die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands. Der finanzielle Rahmen für die komplette Sanierung wird auf rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Ein Viertel davon muss die Gemeinde selber aufbringen. Die Eigenleistung und vorhandene Mittel machen rund die Hälfte dieser Summe aus. Den Rest muss die Gemeinde finanzieren.

Bei Gerhard Pavel (links) laufen die Fäden der Sanierung zusammen. Foto: Hueber-Lutz
Bei Gerhard Pavel (links) laufen die Fäden der Sanierung zusammen. Foto: Hueber-Lutz

Für die Zeit der Bauarbeiten finden die Gottesdienste im Rehazentrum der Asklepios-Klinik statt. Die Gemeinde fühle sich dort sehr wohl und ist zusammengerückt, sagt Pfarrer König. Das Pfarrbüro wird auch nach der Generalsanierung nicht im Kirchengebäude selber Platz finden. Es bleibt in dem gegenüberliegenden Gebäude am Kurpark.

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