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Ausholzen

Bedrohlich schwankt der Arbeitsplatz

Baumkletterer schneiden am Burgberg bei Bad Abbach Gehölze aus. Dabei wird auch der Naturschutz beachtet.
Von Gabi Hueber-Lutz

Am Burgberg sind Baumkletterer unterwegs, um Totholz aus den hohen Bäumen zu entfernen. Foto: Hueber-Lutz
Am Burgberg sind Baumkletterer unterwegs, um Totholz aus den hohen Bäumen zu entfernen. Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Überall an den Straßenrändern, auf Böschungen und in Gehölzen liegen derzeit geschnittene Bäume, Asthaufen und Holzstapel. Es ist Februar, und nur noch bis zum Ende des Monats dürfen Gehölze geschnitten und ausgelichtet werden.

Auch am Bad Abbacher Burgberg kreischen Motorsägen. Zumeist ist es aber sehr still, nur ab und zu ertönt ein warnender Schrei aus einer Baumkrone. Dann setzt Marco Gebhardt die Säge an, und ein mehr oder minder großes Aststück fällt mehrere Meter nach unten auf den Fußweg.

Wege sicher machen

Gebhard und sein Kollege am benachbarten Baum haben einen schwankenden Arbeitsplatz. Sie klettern in den Baumkronen der hohen Bäume herum, die rings um den Burgberg stehen und schneiden sie aus. Manchmal biegen sich die Baumwipfel, wenn die Baumkletterer von Ast zu Ast wechseln. Gebhardt gehört zum Maschinenring Niederbayern und ist beauftragt, die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Spaziergänger müssen die Wege am Burgberg sicher nutzen können. Deshalb muss viel Totholz entfernt werden. Nicht bei allen Bäumen reicht das Auslichten, manche müssen auch gefällt werden. Um die zehn Bäume sind es heuer am Burgberg, berichtet dritter Bürgermeister Ferdinand Hackelsperger. Hauptsächlich Eschen.

Von außen sehe man es ihnen nicht an, aber sie haben eine Wurzelkrankheit. „Die fallen schlagartig um“, so Hackelsperger. Damit genau das nicht passiert, werden sie gefällt. Nun soll kontinuierlich in jedem Jahr eine Begehung stattfinden, bei der der Zustand des Bewuchses festgestellt wird. Zirka ab der ersten Märzwoche werden die Wege am Burgberg wieder freigegeben. Nur einer muss voraussichtlich weiter gesperrt bleiben.

Für die Baumkletterer steht am Anfang ihrer Arbeit die eigene Sicherheit. Gebhardt beschreibt das Prozedere, wenn die Wurfleine eingebaut wird, das Bleigewicht zum Einsatz kommt und das Auffangseil eingezogen wird. Die Arbeitsrichtung ist immer die gleiche: von oben nach unten und von links nach rechts. Immer mit dabei hat er sein Sortiment an Sägen. Die Handsäge, die Stangensäge und auch die Motorsäge für größere Äste.

Anrückende Feinde im Visier

In früheren Jahrhunderten waren Bäume am Burgberg kein Thema. Wie im Bad Abbacher Heimatbuch von Werner Sturm zu lesen ist, wurden im Mittelalter und oft sogar bis ins 19. Jahrhundert Bäume und Sträucher immer wieder abgeholzt, um Fremde oder gar angreifende Feinde besser sehen zu können. Alte Postkartenansichten zeigen, dass noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Pfarrkirche und Heinrichsturm völlig freistanden. Heute ist der Heinrichsturm im Sommer teilweise durch die belaubten Bäume ziemlich verdeckt. Die Prioritäten werden heute anders gesetzt. Naturschutz ist wichtig, und nach heranrückenden Feinden muss man vom Burgberg aus nicht mehr Ausschau halten können.

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