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Prüfung

Es duftet, es verführt, es schmeckt

Kräuterpädagogen haben ihren Abschluss gemacht und Tische mit all ihren Produkten aus Mutter Natur gestaltet.
Von Gabi Hueber-Lutz

Michaela Cremer, frisch gebackene Kräuterpädagogin aus Regensburg, hat frische Waldmeisterbowle dabei. Foto: lhl
Michaela Cremer, frisch gebackene Kräuterpädagogin aus Regensburg, hat frische Waldmeisterbowle dabei. Foto: lhl

Bad Abbach. Wenn die Kräuterpädagogen der Gundermann-Schule Abschlussprüfung haben, ist Genuss mit allen Sinnen angesagt. Ein Teil der Prüfung ist die Präsentation verschiedenster Naturprodukte. Besucher können bei ihnen in die Welt von Mutter Natur eintauchen. An jedem Tisch wird geschnuppert, probiert, befühlt und natürlich fotografiert.

Die Kursteilnehmer nutzen das Gelernte ganz vielfältig. Manche sehen darin einfach einen Gewinn für die gesunde Ernährung und Pflege der eigenen Familie, andere wollen ihr Wissen weitergeben, zum Beispiel im Unterricht an Schulen oder bei Kursen. Manche liebäugeln auch damit, sich ein berufliches Standbein mit dem Verkauf ihrer Produkte aufzubauen. Einen Gewinn haben aber alle: „Was sie lernen, bauen sie in ihr Leben ein“, weiß Kursleiterin Michaela Marx.

Barbara Pflüger aus Mallersdorf-Pfaffenberg hat sich der Welt der Seifen verschrieben. Was da auf ihrem Tisch angerichtet ist, dafür ist das Wort Seife aber fast zu profan. Es sind kleine Kunstwerke, liebevoll und stimmig dekoriert. Für den Hausgebrauch gibt es bei ihr eine einfache Seife vom Block. Zum Verschenken aber entstehen die herrlichsten Kreationen mit Mustern oder Blüten. Auch wenn viele der Stücke aussehen wie kleine Törtchen, zum Reinbeißen sind sie nicht. Kulinarische Erfahrungen kann man aber am Tisch von Michaela Cremer aus Regensburg machen. Sie hat etliches für Kinder dabei. Zum Beispiel kandierte Gänseblümchen zum Naschen. Die Erzieherin hat besonders die Jüngsten im Fokus. Mit ihnen möchte sie arbeiten oder auf Kräuterwanderung gehen. Aber auch Erwachsene kommen nicht zu kurz. Verschiedenste Liköre reihen sich in satten Beige- und Brauntönen aneinander. Und für den frischen Genuss hat sie eine Waldmeisterbowle dabei. Der Waldmeister blüht gerade und darf bei einer Präsentation von Kräuterpädagogen natürlich nicht fehlen. Auch zwei Männer haben die Ausbildung bei Michaela Marx gemacht. Einer davon ist Stefan Kuhnle aus Falkenfels. Er hat sich ein ganz anderes Thema gewählt: Waschmittel aus Wald und Garten. Mit einer Buchenlauge reinigt er zum Beispiel Holzmöbel. Aus Seifenkraut stellt er ein Flüssigwaschmittel her. Er schüttelt das Fläschchen und tatsächlich bilden sich sofort Schaumblasen. Allerdings – bei richtiger Dreckwäsche ist das zu wenig, sagt er. Dann sind konventionelle Waschmittel gefragt. Man kann aber auch vorarbeiten mit der wieder selber gemachten Kernseife. Der Tag der Prüfung und der Präsentation ist für ihn einerseits natürlich ein stolzer. Andererseits sei er aber auch richtig traurig, bekennt er: „Das war ein wunderbarer Kurs, ich bin froh, dass ich ihn gemacht habe.“ Auf einem der Tische beäugen die Besucher eine kleine Destille. Edith Weidinger aus Neumarkt hat sie mitgebracht um zu demonstrieren, wie zum Beispiel aus Lavendelblüten ein Hydrolat für duftende Körpersprays wird.

Sie verrät aber auch einen Trick aus der hochwertigen Küche: Kurz vor dem Servieren wird ein Gericht zum Beispiel mit Rosmarin- oder Basilikumspray besprüht. Das Aroma schmeichelt der Nase und kitzelt den Gaumen. Noch viel gibt es zu entdecken auf den verschiedenen Tischen. Kraftlacklkekse zum Beispiel, das grüne Viagra aus Brennnesselsamen, Ingwer und Minze. Oder Popcorn aus Hirtentäschel. Die Natur hält einen großen Schatz bereit.

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