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Spass

Kegeln wie die alten Wikinger

Aus einem Horn trinken? Eklig, fanden das die Abbacher Kinder. Rindenschiffchen bauen und Spiele kamen viel besser an.
Von Gabi Hueber-Lutz

Konzentration! Wer trifft die Soldaten und dann den Wikinger-König?
Konzentration! Wer trifft die Soldaten und dann den Wikinger-König? Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Im Kurpark waren die Wikinger los! Auf Einladung der Bücherei begaben sich die Kinder der Mittagsbetreuung in ihrem Ferienprogramm ins Reich der Nordmänner. Petra Sippel von bonjour kultour machte sie mit vielen Facetten des Wikingerlebens bekannt.

Gleich vorneweg: Den berühmten Wickie mit seinem Helm, aus dem zwei Hörner ragen, gab es so nicht. Denn Hörner am Helm hatten, wenn überhaupt, nur die Häuptlinge oder sie wurden bei rituellen Handlungen verwendet. Hörner hatte Petra Sippel trotzdem dabei, denn sie dienten als Trinkgefäß. Wer wollte, durfte das gerne probieren.

Der Andrang war aber erst mal nicht so groß: „Iiii, das ist eklig!“. Wer Glas oder Plastik gewohnt ist, steht so einem tierischen Produkt natürlich erst mal skeptisch gegenüber. Die Scheu legte sich und die frisch gebackenen Wikinger kosteten Wasser aus dem Trinkhorn. Zwiespältige Emotionen rief auch ein Marderfell hervor. Schön zu streicheln, aber das war mal ein lebendiges Tier. Aber Felle gehörten zum Leben der Wikinger, denn sie handelten damit. Mit Feuereifer stürzten sich die Kinder dann ans Basteln. Viele Rindenschiffchen entstanden, wurden schön ausstaffiert und dann zu Wasser gelassen.

Zeitstrahl

  • Vorstellung:

    Kinder können mit reinen Zahlen, die weit entfernte Zeiträume definieren, nur schwer etwas anfangen.

  • Hilfe:

    Ein Meterstab und kleine Plastikfigürchen tun da gute Dienste.

  • Ausgangspunkt:

    Eine Krippe für Christi Geburt steht am Anfang des Meterstabs. Am Ende ist unsere Gegenwart angesiedelt. Knapp bei der Hälfte lebten die Wikinger. Zwischen 800 und 1050 nach Christus.

  • Frage:

    „Und wo stehen die Dinosaurier?“, wollte ein Kind wissen. – Antwort: „Mit denen müssten wir aus diesem Raum und in den Kurpark gehen, damit es stimmt“, klärte Petra Sippel auf. (lhl)

Das Gelände des Kurparks mit seinem Bachlauf bot da beste Gelegenheit. Und angesichts der heißen Temperaturen war das Pritscheln im Wasser auch sehr angenehm.

Ein echter Wikinger braucht aber auch einen Drachenschnapper. Aus stabilem Papier entstanden furchterregende Gestalten. Heiß begehrt waren die kleinen Fellabschnitte, die Petra Sippel mit dabei hatte und die den Drachenschnappern ein wildes Aussehen gaben.

Im Freien spielten die Kinder dann ganz in echt Drachenschnappen. Einer war der Kopf, hinter ihm reihten sich alle anderen Kinder ein und der letzte bekam einen Drachenschwanz an der Hose befestigt. Den musste der Kopf sich schnappen. Da war Wendigkeit und Geschick gefragt, aber auch eine Standortbestimmung. Wie muss ich mich bewegen, wenn ich dem Kopf helfen will, wie, wenn ich dem Schwanz helfen will?

Das Wikingerkegeln war da schon eindeutiger. Der große hölzerne König soll zu Fall gebracht werden. Aber der ist von Soldaten bewacht. Und erst müssen die umgeworfen werden. Bevor Wurfhölzer und Soldaten ihre Rolle übernehmen durften, funktionierten die Kinder sie kurzerhand zu Klanginstrumenten um, und rhythmisches Klopfen klang durch den Kurpark. Aber dann ging es den Soldaten an den Kragen. Auch wenn das nicht ganz so einfach war.

Die Gruppe mit überwiegend Jungen hatte den Dreh schneller raus. „Gestern waren die Mädchen besser als die Buben“, spornte Betreuerin Katja Preussner die Mädels an. Die holten schließlich schnell auf und Soldat um Soldat fiel um.

Aber am Ende war den Jungs der Sieg nicht mehr zu nehmen: Eines ihrer Wurfhölzer traf den König. Ja, die Sitten waren schon ein wenig rau bei den Wikingern.

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