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Sanierung

Millionenprojekt „Schule“ ist gestartet

Die Mittelschule in Bad Abbach ist Baustelle. Sie soll fit werden für künftige Generationen. Das kostet – gerade jetzt.
Von Gabi Hueber-Lutz

Die Generalsanierung der Angrüner Mittelschule Bad Abbach und der Neubau des Verbindungstrakts beginnen. Fotos: Hueber-Lutz
Die Generalsanierung der Angrüner Mittelschule Bad Abbach und der Neubau des Verbindungstrakts beginnen. Fotos: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Ratlos steht eine Frau am Bauzaun bei den Schulen, blickt sich um und sucht nach dem Durchgang. Sie möchte von der Dr.-Franz-Schmitz-Straße aus zur Gerhart-Hauptmann-Straße gehen, aber die Suche nach einem Durchlass ist vergebens. Die Straße ist zwischen der Grundschule und der Angrüner-Mittelschule auf voller Breite durch den Bauzaun gesperrt. Daran müssen sich nun alle gewöhnen, die die Passage bisher als Radfahrer und Fußgänger nutzten. Die Generalsanierung der Angrüner-Mittelschule mit Neuerrichtung eines Zwischenbaus hat nämlich nun begonnen.

Der Haupteingang der Mittelschule ist gesperrt;  der Zugang befindet sich nun auf der Rückseite des Gebäudes. Die Grundschule ist im Westen wie bisher, im Osten vom Freigelände aus zugänglich, ihre Turnhallennur von Westen aus. Der Zugang zur Manglkammer-Halle bleibt.
Der Haupteingang der Mittelschule ist gesperrt; der Zugang befindet sich nun auf der Rückseite des Gebäudes. Die Grundschule ist im Westen wie bisher, im Osten vom Freigelände aus zugänglich, ihre Turnhallennur von Westen aus. Der Zugang zur Manglkammer-Halle bleibt.

Ein Millionenprojekt, das die Marktgemeinde noch lange beschäftigen wird. Der erste Bauabschnitt beinhaltet im Wesentlichen die Errichtung des verbindenden Mittelbaus, der an beide Schulen andockt. Im Obergeschoss des Mittelbaus wird auch die Mensa beheimatet sein. Das Betreuungsangebot für die Schüler beider Schulen ist mittlerweile so umfangreich geworden, dass eine eigene Mensa unerlässlich ist. Hier wird auch die Küchenversorgung zu finden sein und die Räumlichkeiten für die Offene Ganztagsschule der Grundschule.

Der Durchgang kommt wieder

Im Erdgeschoss bleibt der Straßenbereich unbebaut, damit nach Abschluss der Bauarbeiten wieder ein Durchgang zwischen der Dr.-Franz-Schmitz-Straße und der Gerhard-Hauptmann-Straße vorhanden ist. Für den allgemeinen Straßenverkehr wird er nicht freigegeben sein. Das L-förmige neue Gebäude erstreckt sich zwischen den beiden Schulen und auf der Nordseite der Angrüner-Mittelschule entlang in dem Bereich, wo bis vor Kurzem noch die Container des Schülerhorts standen.

Die Generalsanierung der Angrüner Mittelschule Bad Abbach und der Neubau des Verbindungstrakts beginnen. Fotos: Hueber-Lutz
Die Generalsanierung der Angrüner Mittelschule Bad Abbach und der Neubau des Verbindungstrakts beginnen. Fotos: Hueber-Lutz

Zwei Jahre sind für diesen ersten Bauabschnitt vorgesehen, erläutert Reinhard Langer aus dem gemeindlichen Bauamt. Für die Zeit des ersten Bauabschnitts wird die Zugänglichkeit zu den Schulen etwas eingeschränkt sein und es kann auch einmal etwas lauter werden.

Hackschnitzel-Bunker entsteht

Ansonsten sei der Schulbetrieb im Innern der Gebäude aber nicht gestört, so Langer. Im ersten Bauabschnitt wird neben dem Verbindungstrakt noch ein Bunker für Hackschnitzel gebaut. Er wird beim Osttrakt der Grundschule entstehen. Im zweiten Bauabschnitt wird im Wesentlichen die Angrüner-Mittelschule saniert.

Die Versorgungstechnik zieht in ein Provisorium um, denn an der jetzigen Position wird ein Kellergeschoss ausgehoben, wie Reinhard Langer erläutert.
Die Versorgungstechnik zieht in ein Provisorium um, denn an der jetzigen Position wird ein Kellergeschoss ausgehoben, wie Reinhard Langer erläutert.

Hier muss zum einen die Technik erneuert werden. In letzter Zeit habe man dauernd Rohrbrüche gehabt, weiß auch Hausmeister Gerhard Liebberger. Außerdem wird die Schule energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Das betrifft die Fenster und das betrifft die Gebäudehülle.

Die Schulsanierung beeinflusst auch maßgeblich den aktuellen Gemeinde-Haushalt.

Pläne

Zustimmung zum Bad Abbacher Haushalt

Mit nur einer Gegenstimme wurde der Finanzplan für das laufende Jahr genehmigt. Schwerpunkt ist die Schulsanierung.

Verabschieden müssen sich die Bad Abbacher dabei von der Klinker-Optik des Gebäudes. Die Klinkerfassade passt nicht mehr zu der notwendigen Energieeinsparung. Mehrere Szenarien sie zu erhalten seien untersucht worden, berichtet Reinhard Langer. Der Aufbau entspricht aber nicht mehr den Vorschriften und wird verändert.

Die Fluchttreppe wurde von der  Nord- auf  die Westseite verlegt. Sie würde bei Bedarf als weitere Fluchtmöglichkeit aus dem Obergeschoss der Schule dienen. Die derzeitige Klinkeroptik der Schule wird außen weichen.
Die Fluchttreppe wurde von der Nord- auf die Westseite verlegt. Sie würde bei Bedarf als weitere Fluchtmöglichkeit aus dem Obergeschoss der Schule dienen. Die derzeitige Klinkeroptik der Schule wird außen weichen.

Im Innern der Schule bleibt die Klinkeroptik aber erhalten. Sie habe sich als pflegeleichter Baustoff für eine Schule sehr bewährt. Die Räume bekommen außerdem eine automatische Belüftung. Während der Sanierung der Angrüner-Mittelschule werden die Klassen in den dann bereits errichteten Mittelbau ausgelagert. Die Gemeinde spart sich dadurch hohe Kosten, die anfallen würden, wenn man die Mittelschule während des Umbaus in Container auslagern müsste. In der Grundschule stehen lediglich kleinere ergänzende Baumaßnahmen an. Als Bauzeit waren bisher vier Jahre für die kompletten Baumaßnahmen geplant. Bis auch das Letzte gemacht ist, werden aber wohl fünf Jahre vergehen, schätzt Langer. Wie er erläuterte, ist die ganze Baumaßnahme auf den Status quo bezogen. Es wird also so gebaut, wie der Bedarf im Moment ist. Etwas anderes werde nicht gefördert.

Zuzug bei Planung unberücksichtigt

So spielt es keine Rolle, dass in absehbarer Zukunft allein rund um das Watzinger-Gelände Wohnraum für rund 480 Menschen entstehen wird. Allerdings ist in der neuen Mittelschule noch Raum für einen Schülerhort eingeplant. Raum, den man bei Bedarf vielleicht auch anders verwenden könnte.

Kosten gehen nach oben

Die Kosten der gesamten Maßnahme liegen voraussichtlich bei gut 19 Millionen Euro. Ob man damit hinkommt, ist allerdings fraglich. Wie stellvertretender Bürgermeister Christian Hanika sagte, sei aufgrund der aktuellen Hochkonjunktur im Bausektor mit Mehrkosten zu rechnen. In welchem Ausmaß könne man nicht abschätzen, da jedes einzelne Gewerk ausgeschrieben wird und mal mit mehr oder weniger Abweichungen zu rechnen ist.

Unterhalb der Manglkammer-Halle wird ein Regenrückhaltebecken gebaut. Alles Oberflächenwasser, das aus dem umgreifenden Gebiet hier ankommt, wird dort gesammelt. Der Bau ist unabhängig von  der Schulsanierung.
Unterhalb der Manglkammer-Halle wird ein Regenrückhaltebecken gebaut. Alles Oberflächenwasser, das aus dem umgreifenden Gebiet hier ankommt, wird dort gesammelt. Der Bau ist unabhängig von der Schulsanierung.

„Unser Planungsbüro Gutthann versucht, möglichst nah an den Planungsansätzen zu sein. Das wird unter Umständen nicht immer gelingen“, so Hanika. Gut ist man bisher bei den Gerüstbauarbeiten hingekommen. Die Kostenberechnung vom November 2016 lag bei 85 000 Euro, die aktuelle Auftragsvergabe bei 87 000 Euro. Der Auftrag für den Aufzug wurde mit 75 000 Euro vergeben und liegt marginal niedriger als die Kostenberechnung. Nach oben ging es aber beim großen Brocken Baumeisterarbeiten.

Nur ein Angebot

Die veranschlagten 2,4 Millionen Euro vom November 2016 waren im November 2018 bereits auf 2,6 Millionen Euro fortgeschrieben worden und wurden nun tatsächlich mit 2,98 Millionen Euro vergeben. Lediglich ein Angebot war dafür abgegeben worden. Für vorbereitende Maßnahmen im Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär hat keine Firma ein Angebot abgegeben. Die technische Ausschreibung für diese Bereiche läuft im Moment.

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