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Grünanlagen

Überleben auf der Verkehrsinsel

Was zunächst nach Unkraut aussah und Kritik auf sich zog, entfaltet nach und nach seine Wirkung. Noch ist Geduld gefragt.
Von Gabi Hueber-Lutz

Unter der Leitung von Dr. Reinhard Witt (in Rot) befassten sich die Vertreter verschiedener Gemeinden mit der Pflege naturnahen Grüns.
Unter der Leitung von Dr. Reinhard Witt (in Rot) befassten sich die Vertreter verschiedener Gemeinden mit der Pflege naturnahen Grüns.Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Öffentliche Grünflächen im Landkreis Kelheim sollen naturnah erblühen und mit heimischen Wildpflanzen gefährdeten Tierarten beim Überleben helfen. Die Gemeinden Bad Abbach, Langquaid, Kelheim pflanzten deshalb im Juli Wildblumen auf ausgewählte öffentliche Flächen. Nun trafen sich diejenigen, die dieses Grün betreuen, in Bad Abbach zu einem Pflegeseminar. Unter der fachkundigen Anleitung des Naturgarten-Experten Dr. Reinhard Witt entfernten sie auf der Fläche vor dem Rathaus, was nicht ins Beet gehört. Viel war das aber nicht, denn die Wildpflanzen waren in eigens aufbereitetes und unkrautfreies Substrat gepflanzt worden. Damit es im Frühjahr schön blüht, wurden noch viele Blumenzwiebeln versenkt, die sich selbst vermehren.

Manche Bad Abbacher waren nach der Pflanzaktion im Juli jedoch gar nicht einverstanden gewesen mit dem, was hier in den Boden gebracht worden war. Wie Bürgermeister Ludwig Wachs sagte, sei er schon gefragt worden, ob die Gemeinde jetzt spinne und Unkraut anpflanze. Zugegeben, am Anfang sah das Ganze wenig attraktiv aus. Jetzt, wo der blaue Natternkopf das Bild dominiert, bekommt man schon eine Vorstellung von der üppigen Blütenpracht, die hier vom Frühling bis zum Herbst das Auge der Menschen und die Mägen der Insekten erfreuen soll.

Kreisfachberater Franz Nadler bittet aber um etwas Geduld. „Es dauert ein bis zwei Jahre, bis die Flächen repräsentativ sind“, sagt er. Man habe relativ spät angepflanzt und die große Trockenheit in diesem Jahr habe auch den Wildpflanzen geschadet. Mit aufwendigem Pflegebedarf rechnet Nadler nicht. Wenn der Teppich der Wildpflanzen geschlossen ist, können sich andere Pflanzen nicht so leicht ansiedeln.

Für die beteiligten Gemeinden wird es nun noch ein Praxisseminar für den Umgang mit naturnahen Anpflanzungen geben. Und dann hofft Nadler, dass der Kreis der Gemeinden, die ihr öffentliches Grünflächen mit Wildpflanzen statt mit Gras und Bodendeckern gestalten wollen, allmählich ansteigt. Etliche Gemeinden sind schon dazu gekommen, zum Beispiel Mainburg und Volkenschwand.

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