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Bezirk erhebt Einspruch gegen SG-Ehe

TSV Wildenberg und SSV Biburg dürfen nur zwei gemeinsame Teams bilden. „Begeistert sind wir nicht, aber wir bessern nach.“
Von Martin Rutrecht

Wildenberg (in schwarz-weiß im Bild) und Biburg lassen nicht an ihrer SG rütteln, müssen aber umplanen.
Wildenberg (in schwarz-weiß im Bild) und Biburg lassen nicht an ihrer SG rütteln, müssen aber umplanen. Foto: dck

Wildenberg.Dass Ehen nicht immer halten, was sie am Traualtar versprechen, liegt in der menschlichen Natur. Die Fußballvereine TSV Wildenberg und SSV Biburg müssen an ihrem Bund einer Herren-Spielgemeinschaft bereits vor der Trauung Korrekturen vornehmen. Der Fußballbezirk macht den potenziellen SG-Gründern deutlich, dass ein geplantes Konstrukt mit drei Teams nicht über die Bühne gehen darf. „Wir müssen uns jetzt neu überlegen, wie wir die Spielgemeinschaft aufstellen. Unsere Planungen waren schon weit fortgeschritten. Der Einspruch überrascht uns ein wenig“, sagt Franz Stadler, Abteilungsleiter in Wildenberg, im Namen der beiden Klubs.

Der erweiterte Bezirksspielausschuss tagte am vergangenen Freitag in Straubing. Auf dem Programm stand auch die geplante SG Wildenberg/Biburg, die mit der neuen Saison kommen soll. Die beiden Vereine beabsichtigen, drei Mannschaften aus dem Zusammenschluss der Herrenkicker zu bilden. Zwei Teams sollen in unterschiedlichen A-Klassen auflaufen; die dritte Garde geht als Reserve von Team I in den Spielbetrieb.

Verbund steht nicht auf der Kippe

Die Beweggründe für die SG sind bei beiden Klubs gleich. „Als eigenständige Vereine bekommen wir nur notdürftig eine Reserve mit elf Mann zusammen. Eine erste Mannschaft könnten TSV und SSV vielleicht noch zwei, drei Jahre aufbieten, aber dann sieht es düster aus“, erläuterten Stadler und Biburgs Sprecher Sven Zwerg Anfang des Jahres. Der neue Verbund werde etwa 45 Spieler umfassen.

„Bei knapp 50 Spielern ist keine Personalnot gegeben.“

Richard Sedlmaier

„Diese Konstellation geht nicht“, erklärt Bezirksspielleiter Richard Sedlmaier. „Es dürfen maximal zwei SG-Teams bestehen.“ Bedenken hat der Ausschuss basierend auf den Satzungen auch in zwei anderen Punkten. „Bei knapp 50 Kickern kann man nicht von Personalmangel als Anlass für die Gründung sprechen. Und: Eine SG darf nicht der Leistungssteigerung dienen, was aber bei dieser Kumulierung an Spielern der Fall sein könnte.“

Trainer-Duo steht bereit

  • Marcus Willert:

    Der 41-Jährige soll das erste Team der SG übernehmen. Der Regensburger stieg vor zwei Jahrzehnten bei U19- und U17-Teams ins Traineramt ein. Mit der zweiten Herren-Mannschaft des SV Sallern glückte ihm der Meistertitel und der Aufstieg in die A-Klasse. Die letzte Trainerstation hieß SV Fortuna Regensburg II, den er 2014 in die Kreisklasse brachte.

  • Vitello Carmelo:

    Der Neustädter wird Co-Trainer und ist vor allem für Team II verantwortlich. Als Kicker spielte der 40-Jährige bis in die Verbandsliga und zwar für den 1. FC Saarbrücken. Im Landkreis lief er unter anderem für den TSV Neustadt und ATSV Kelheim auf. Als Trainer ist es seine erste Station.

Die größte Sorge nimmt Sedlmaier den Heiratswilligen: „Wir werden die Spielgemeinschaft nicht stoppen. Es geht um Verbesserungen, die das Konstrukt in Einklang mit den Satzungen bringen.“ Gleichzeitig erklärt der Ihrlersteiner, dass die Forderungen des Bezirksspielausschusses aber auch ein Signal sein sollen. „Wir können nicht alles abnicken, sonst gibt es einen Wildwuchs an SG in Niederbayern und Vereine tun sich zusammen, weil sie schlagkräftiger sein wollen.“

„Wir lassen uns nicht vom Weg abbringen.“

Franz Stadler

Am Sonntag trafen sich BFV-Funktionäre und Mitarbeiter der beiden Vereine zu einer Besprechung, wie das neue Modell aussehen könnte. „Im Grunde ist die Lösung ganz einfach: Man macht zwei SG-Teams und eine dritte Mannschaft bleibt eigenständig, spielt also als TSV Wildenberg oder SSV Biburg“, rät Sedlmaier. Dass es wohl so ähnlich aussehen wird, bestätigt auch Abteilungsleiter Stadler. „Wir müssen jetzt intern ausdiskutieren, wie wir es umsetzen.“

„Wir hatten eine mündliche Zusage“

Der Einspruch des Bezirks kam für Wildenberg und Biburg überraschend, ergänzt der TSV-Fußballboss. „Wir hatten eine mündliche Zusage, vielleicht haben wir aber auch aneinander vorbeigeredet.“ Mittlerweile stünde der Vorbereitungsplan für drei Teams, ebenso sei bereits ein Trainingslager Ende Juni in Kempten mit 30 Kickern terminiert. „Das werden wir auch abhalten.“ Die Spielgemeinschaft bleibe „eine beschlossene Sache. Wir lassen uns nicht vom Weg abbringen“, bekräftigt Stadler.

Trotz der neuen Lage gibt sich Stadler entspannt. „Wir akzeptieren die Forderungen des Bezirks natürlich und bauen halt um.“ Einzig der Einwand der Leistungssteigerung sei für ihn zweifelhaft. „Wenn sich zwei Mannschaften zusammen tun, wird das entstehende Team in der Regel immer stärker sein.“ In den nächsten Wochen werde nun an der „SG-Ehe neu“ geplant. „Wir arbeiten mit dem, was man uns vorgibt.“

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