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Tradition

Das Donaufest war laut und gemütlich

Auf der Bad Abbacher Freizeitinsel feierten die Löwenfreunde mit Heerscharen von Besuchern – und den Böllerschützen.
Von Gabi Hueber-Lutz

  • Beim Donaufest der Löwenfreunde auf der Freizeitinsel feierten die Abbacher Böllerschützen ihren 15. Geburtstag. Fotos: Hueber-Lutz
  • Der Festplatz auf der Freizeitinsel war ausgesprochen gut gefüllt. Fotos: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Die Löwenfreunde müssen wieder einmal sehr, sehr brav gewesen sein. Besseres Wetter zu ihrem traditionellen Donaufest auf der Freizeitinsel hätten sie sich nicht wünschen können. Kaum hatte das Fest am Freitagabend mit dem Bieranstich begonnen – Löwenfreund und Bürgermeister Ludwig Wachs waltete nochmals seines Amtes – strömten die Besucher auch schon zur Freizeitinsel.

Die Riege der Helfer war an den blauen T-Shirts gut zu erkenne. Es waren viele, und wenn sie, wie bei dem enormen Ansturm am Samstagabend, an die Grenzen ihrer Kapazität kamen, motivierten gut gelaunte Besucher manchmal mit einer kleinen La-Ola-Welle.

Der Oberlöwe managt alles

Oberlöwe Rudi Röhrl hatte von dem großen Stammtisch aus alles im Blick, managte, was noch zu managen war, begrüßte und wurde begrüßt und hatte zwischendurch das Handy im Blick. Beim Grill hatten sich die Löwenfreunde gar einen Bildschirm aufgestellt. Denn just zum Anstoß auf der Freizeitinsel war Anstoß zum Saisonauftakt der dritten Liga im Grünwalder Stadion. Die Münchner Fußball-Löwen taten den Abbacher Feier-Löwen immerhin nicht weh: gewannen nicht, verloren aber auch nicht.

Der Festplatz auf der Freizeitinsel glich einem großen Stammtisch. Überall begrüßten sich die Leute, suchten nach ihren Freunden und ratschten über Gott und die Welt. Auf der großen Bühne spielten dazu am Freitag Update 3.0, eine Band die unter dem Namen Donau Tramps seit dem ersten Fest dabei ist. Mittlerweile braucht es ausschließlich eine WhatsApp-Nachricht ein paar Monate vor dem Fest und alles ist besiegelt zwischen den Löwenfreunden und der Band.

Raumschiff für die Sauberkeit

Aufgerüstet hatten die Löwenfreunde heuer beim technischen Equipment. „Schaut aus wie ein Raumschiff und spült 3600 Gläser in der Stunde“, stellte Röhrl das riesen Ding aus Edelstahl vor, das neben dem Bierausschank stand. Normalerweise stehe das am Oktoberfest. Diese Kapazität werde hier nicht ausgeschöpft, meinte der Chef am Freitag. Am Samstag war er froh drum.

Rudi Röhrl verkörpert wie kein Zweiter den wahren Löwen-Fan:

Menschen

Ein 60er-Fan braucht ein breites Kreuz

Den breitesten Rücken muss Rudi Röhrl haben. Er ist seit 1997 Präsident der Abbacher Löwenfreunde und seit 1964 ein Blauer.

Als die Dämmerung immer dichter wurde, begannen die Bäume rund um den Festplatz zu leuchten. Mit LEDs hatten die Löwenfreunde heuer eine sehr große, blaue Kulisse gezaubert. Als am Tag vor dem Fest die Nachtwache kam, um die bereits aufgebauten Gerätschaften zu bewachen, flachsten die Herren, dass sie beinahe wieder umgekehrt wären, weil ja eh schon so viel Blaulicht auf der Insel war.

Zu zweit macht der Arbeitseinsatz gleich mehr Spaß! Fotos: Hueber-Lutz
Zu zweit macht der Arbeitseinsatz gleich mehr Spaß! Fotos: Hueber-Lutz

Die Böllerschützen der Königlich-Privilegierten Feuer- und Zimmerstutzengesellschaft hatten zu Beginn des Festes schon für ihren großen Auftritt am Samstag geübt und das Donaufest lautstark mit Salve und Salut eröffnet, wie sie es seit dem ersten Donaufest im Jahr 2005 tun. Für das Jubiläum zum 15-jährigen Bestehen der Böllerschützen ließen die Löwenfreunde ihr Fest am Samstag bereits am Mittag beginnen und bereiteten den Mittagstisch für die eintreffenden Gäste der Böllerschützen. Zum 60er Schnitzel spielte „Blechfeez“ – ein Auftakt nach Maß für die Böllerschützen.

Das Laden ist eine Kunst. Fotos: Hueber-Lutz
Das Laden ist eine Kunst. Fotos: Hueber-Lutz

Angrenzend an den Festplatz wartete ein Stoppelfeld auf die 50 Schützinnen und Schützen, die mit ihren Handböllern oder den großen Schaftböller aufmarschierten. Mit gehöriger Entfernung voneinander stellten sie sich rechts und links vom Stoppelfeld auf. Der Platz am aufgebauten Kommandostand gehörte Thomas Meier, dem Abteilungsleiter der Böllerschützen. Ihm zur Seite stand Schützenmeister Andreas Diermeier. „Böllerschützen Achtung, laden zum Salut“, tönte es über das Feld, und alle machten sich bereit, füllten Pulver ein. „Gemeinsames Verdämmen“, kommandierte Meier. Mit dem Hammer schlugen alle gemeinsam einen Korken auf das Pulver. „Zündhütchen setzen – Böller hoch – Salut“ – und dann krachte es gewaltig auf der Insel.

Zusammen feiern

  • Löwenfreunde:

    Der Verein hat 186 Mitglieder, der Jüngste noch keinen Monat alt. 80 davon arbeiten am Fest mit. „Das ist extrem viel“, freute sich Löwenchef Rudi Röhrl.

  • Böllerschützen:

    Sie bestehen seit 15 Jahren als Abteilung der Königlich-Privilegierten Feuer- und Zimmerstutzengesellschaft Bad Abbach. Aktuell haben sie 22 aktive Böllerschützen und -schützinnen. Thomas Meier ist ihr Abteilungsleiter. (lhl)

Die nächste Durchsage kam prompt vom benachbarten Inselbad, wo ein Sprecher die Badegäste darüber aufklärte, dass grad ein Jubiläumsschießen stattfindet. Dann war wieder Meier dran: „Laden zur langsamen Reihe!“ Und das ganze Prozedere begann von Neuem.

„Ba bum, ba bum“

Nach der langsamen Reihe kam die schnelle Reihe, danach der Doppler. „Wia schiaß ma?“, fragte ein Schütze, der nicht ordentlich aufgepasst hatte. „Ba bum, ba bum“, antwortete seine Nebenfrau. Alles klar! Das letzte gewichtige Wort einer Reihe hatten jeweils eine Kanone und ein Standböller. Den Schlusssalut widmeten die Schützen ihren Gastgebern. „Ein super Schussergebnis, ich bin total begeistert“, freute sich der Chef der Abbacher Böllerschützen. Seine Kolleginnen und Kollegen marschierten hinter der Musik zurück zum Festplatz.

Beim Donaufest der Löwenfreunde auf der Freizeitinsel feierten die Abbacher Böllerschützen ihren 15. Geburtstag. Fotos: Hueber-Lutz
Beim Donaufest der Löwenfreunde auf der Freizeitinsel feierten die Abbacher Böllerschützen ihren 15. Geburtstag. Fotos: Hueber-Lutz

Zwei Rennradler stoppten ihre rasante Fahrt auf der Inselstraße: „Etz mias ma da Tradition Platz macha“, sagten sie und ließen die Schützen erst am Festplatz einziehen. Hier wartete noch eine Überraschung, und zwar auf Franz Reisinger. Er ist Gründungsmitglied der Abbacher Böllerschützen, war Schussmeister und Abteilungsleiter und ist sehr aktiver Böllerer. Von Traugott Gonschor, dem Böllerreferenten des Schützenbezirks Oberpfalz, wurde er mit der Silbernen Verdienstnadel, der zweithöchsten Auszeichnung für Böllerschützen, geehrt.

Franz Reisinger, Gründungsmitglied der Abbacher Böllerschützen, wurde von Traugott Gonschor, dem Böllerreferenten des Schützenbezirks Oberpfalz, mit der Silbernen Verdienstnadel  geehrt. Fotos: Hueber-Lutz
Franz Reisinger, Gründungsmitglied der Abbacher Böllerschützen, wurde von Traugott Gonschor, dem Böllerreferenten des Schützenbezirks Oberpfalz, mit der Silbernen Verdienstnadel geehrt. Fotos: Hueber-Lutz

Bei den Löwenfreunden nahm das Fest wieder Fahrt auf, und am Abend strömten die Massen zum Festplatz. Rock’n Rodeo spielte dazu. Am Sonntag war dann Abbautag bei den Löwenfreunden, und danach kam für alle Helfer die Privatfeier mit einem Buffet „vom Feinsten“, wie der Chef sagte, denn „das haben sie sich verdient!“

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