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Abschied

Der Wald war sein Traumarbeitsplatz

Forstdirektor Erwin Engeßer geht in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Er hat der Tanne eine neue Bedeutung gegeben.

Erwin Engeßer verabschiedet sich vom Wald – aber nur dienstlich. Foto: Klein
Erwin Engeßer verabschiedet sich vom Wald – aber nur dienstlich. Foto: Klein

Kelheim.Der Bereichsleiter Forsten am AELF Regensburg, Forstdirektor Erwin Engeßer, verabschiedet sich Ende Februar aus dem aktiven Dienst und wechselt in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.

Viereinhalb Jahre kümmerte sich Engeßer als Forstchef am AELF Regensburg leidenschaftlich um alle Belange des Waldes und der Waldbesitzer im Landkreis Regensburg.

Engeßers besonderes Anliegen war der Waldumbau hin zu gemischten, vielfältigen, stabilen, leistungsfähigen und klimatoleranten Wäldern der Zukunft, die gleichermaßen den Lebensraum für unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt, den „Schutzraum“ für unser Trinkwasser, aber auch die klimaschonende „Quelle“ für den umweltfreundlichen und immer wieder nachwachsenden Rohstoff Holz darstellen! Aber nicht nur der Wald, auch die Menschen rund um den Wald und die Forstwirtschaft, lagen ihm am Herzen. Geboren 1957 in Parsberg, wuchs Erwin Engeßer in der Nähe des naturnah bewirtschafteten Staatswald-Distriktes „Hatzengrün“ auf. „Hier habe ich meine Liebe zur Natur, zum Wald und zur Forstwirtschaft, die ich schnell als besondere Verbindung von Ökologie, Ökonomie und Sozialem erkannte, entdeckt“, so Engeßer. Der Wald – sein Traum-Arbeitsplatz!
Nach dem Forst-Studium in München von 1977 bis 1981 und dem Referendariat legte Erwin Engeßer 1984 die Große Forstliche Staatsprüfung erfolgreich ab und wurde anschließend von der Bayerischen Staatsforstverwaltung in den Staatsdienst übernommen.

Laufbahn begann in Flossenbürg

Seine berufliche Laufbahn begann Engeßer 1984 am Forstamt Flossenbürg in der nördlichen Oberpfalz, wo er erste praktische Erfahrungen in der Staatswald-Bewirtschaftung, mit dem Jagen im Wald, aber auch mit der Beratungstätigkeit im Privatwald machte.

Bereits 1987 führte sein Weg an die Forstschule Lohr, an der er junge Forst-Kollegen in Naturschutz, Waldbau etc. unterrichtete. Nach drei Jahren Lehrtätigkeit, die ihm sehr viel Freude bereitete, wurde er als Stellvertretender Forstamtsleiter schließlich ans Forstamt Kelheim berufen, wo er nicht nur beruflich, sondern auch privat Wurzeln schlug.

Das Arbeiten in den gemischten und hochproduktiven Jura-Wäldern, die bestmögliche Verwertung der anfallenden Hölzer und das Integrieren von Naturschutzaspekten in den forstlichen Alltag waren fortan seine täglichen Herausforderungen, denen er sich mit Begeisterung, großem Fleiß und Beharrlichkeit stellte. Sein besonderes Augenmerk galt dabei vor allem der heimischen Weißtanne, die er schon früh als künftigen „Hoffnungsträger“ bei den Nadelbäumen ausmachte.

Durch das langjährige Arbeiten in den Jurawäldern wusste er um die große Bedeutung der Jagd für den Erhalt einer gemischten Wald-Verjüngung – immermüde hat er sich daher für ein ausgewogenes und mischwaldgerechtes Wald-Wild-Verhältnis eingesetzt.

Nach der Forstreform 2005 wurde er schließlich zum ersten Leiter des neuen Forstbetriebs Kelheim der Bayerischen Staatsforsten berufen – einer Aufgabe, der er sich mit großer Hingabe und Freude widmete.

Seine letzte berufliche Station führte ihn schließlich ab Juni 2014 zurück in die Oberpfalz – in den Dienst der Bayerischen Forstverwaltung, als Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Regensburg.

Stürme, Käfer und Trockenheit

In diesen von Stürmen, Borkenkäfer und Trockenheit geprägten Jahren profitierten „seine“ Försterinnen und Förster, aber auch die forstlichen Zusammenschlüsse und Waldbesitzer gleichermaßen von seinem reichen praktischen Erfahrungsschatz.

In seiner neuen Funktion gelang es Erwin Engeßer, „seine“ Baumart Tanne in den Köpfen und Herzen der Waldbesitzer zu verankern. Heute ist die Tanne im Landkreis Regensburg wieder in vielen Verjüngungsflächen zu finden!

Mit Wehmut musste er erkennen, dass sich die Verbiss-Situation in den Wäldern seit vielen Jahren auf einem nicht mischwald-verträglichen Niveau „festgefahren“ hat, so dass in viel zu vielen Wäldern gemischte Wald-Verjüngungen mit der Zeit entmischt werden – in Zeiten, in denen der Klimawandel immer heftiger zuschlägt und die Waldbesitzer vor immer größere Herausforderungen stellt.

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