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Erkenntnisse

Die Aktion läuft weiter

Der Staat Libanon hat die Schulen des Vereins Orienthelfer geschlossen. Das trieb die Unterstützer aus Rohr um.

Ein liebevoll gestalteter Zettel für das Wort „Window“ – Fenster. Der Ausblick - eher freudlos
Ein liebevoll gestalteter Zettel für das Wort „Window“ – Fenster. Der Ausblick - eher freudlos Foto: Priller

Rohr.Die Reisegruppe vom JNG in Rohr war mit einem etwas ungewissen Gefühl nach Bar Elias aufgebrochen. Die Situation an der Partnerschule für syrische Flüchtlingskinder hatte sich nach Aussagen des Orienthelfer-Vereins seit dem letzten Besuch des Gymnasiums vor einem Jahr grundlegend geändert. Die beiden Schulstandorte in Bar Elias, die von den Orienthelfern betrieben wurden und in denen über 1600 Kinder und Jugendliche beschult wurden, waren sogenannte „nonformal schools“. Aufgrund der neuen Gesetzeslage werden vom libanesischen Staat diese Schulen geschlossen. Die syrischen Flüchtlingskinder sollen nach dem Projekt R.A.C.E. („Reaching All Children with Education“) des libanesischen Bildungsministeriums (MEHE, Ministry of Education and Higher Education) unterrichtet werden. wie der Name des Projektes schon sagt, will man alle Kinder mit Bildung erreichen.

Innerhalb dieses Projekts sollen alle syrischen und auch libanesischen schulpflichtigen Kinder, die bisher noch keine libanesische Schule besuchen, in libanesische Schulen eingeschult werden. Aber der frisch renovierte Standort in Bar Elias soll weiter als Bildungseinrichtung genutzt werden.

Heute bekommen die syrischen Kinder hier eine Vorschulbildung, die sie auf das libanesische Schulsystem vorbereitet. Und ältere Kinder erhalten Förderunterricht, um ihnen eine Chance zu geben, das ihrem Alter entsprechende Schulniveau zu erreichen.

Die Gruppe vom JNG war beeindruckt von der farbenfrohen und freundlichen Gestaltung des Gebäudes. Im Jahr zuvor waren die Räume noch mit einfachstem Plastikmobiliar ausgestattet, jetzt stehen dort kindgerechte, farbige Holzmöbel. „Das macht alles einen sehr guten Eindruck.“, sagte Pfarrer Thomas Heim beim Ortstermin. An Wänden und Tafeln konnte man erkennen, dass wertiger Unterricht stattfindet.

Hier will das Rohrer Gymnasium auf jeden Fall weiter unterstützen. „Es ist für unsere Schülerinnen und Schüler wichtig, wenn sie mit ihren Spenden und Aktionen anderen Kindern helfen können. Das ist greifbarer für sie als andere karitative Projekte.“, so die Meinung von Tom Gehr und Thomas Heim, die die Reise organisiert hatten, sowie der Schulleitung in Rohr.

Wichtig und gut für die Kinder sei sicher auch die neu eingerichtete Feldküche. Schlimm finden sie es, dass jetzt wieder Flüchtlingskinder auf der Straße stehen, die zuvor schon beschult wurden. Massoud Hammadeh vom Verein Orienthelfer berichtete, dass die staatlichen Schulkapazitäten bei weitem nicht ausreichten.

Über 550 000 Kinder müssen mit dem Bildungsprojekt neu beschult werden. Eine für das Land unvorstellbar große Zahl. Wie lernwillig und eifrig die Kinder sind, konnte die Reisegruppe im Flüchtlingscamp erleben. Als die Kinder dort hörten, dass Deutsche da sind, die die Schule fördern, zeigten sie teilweise stolz ihre Arbeitsblätter her. Auch das Niveau der Schule war gut. „Die Schüler, die die Chance hatten, an eine staatliche Schule zu kommen, haben die nötige Aufnahmeprüfung sehr gut abgelegt.“, berichtete Massoud. Leider waren es nur sehr wenige.

Der Verein Orienthelfer unterstützt in der Nähe von Bar Elias auch eine Tagesklinik, nur drei Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Die Rohrer Gruppe konnte auch dieser Einrichtung einen spontanen Besuch abstatten. Man war sehr beeindruckt über das Konzept und die Ausstattung. Für nur zwei US-Dollar erhalten Flüchtlinge hier eine medizinische Untersuchung. Hierzu gehören eine Zahnarztbehandlung genauso wie eine allgemeinärztliche Untersuchung, Röntgen, Ultraschall oder einfache Labortests. „Unsere Patienten kommen teilweise von sehr weit her, weil es bei uns so günstig und gut ist.“, erklärte der behandelnde Arzt. (drp)

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