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Sitzung

Glasfaser für die Hausener Grundschule

Für den Gemeinderat war hohe Förderung des schnellen Internets alternativlos. Das Gremium war aber gegen Stromverkabelung.
Von Edith Vetter

Die Hausener Grundschüler bekommen einen schnellen Internetzugang. Foto: Edith Vetter
Die Hausener Grundschüler bekommen einen schnellen Internetzugang. Foto: Edith Vetter

Hausen.Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung im Pfarrheim Herrnwahlthann stand noch einmal das umstrittene Thema „Glasfaseranschluss für die Grundschule Hausen“. Die Gretchenfrage lautete: „Brauchen unsere Grundschüler überhaupt einen schnellen Internetzugang?“ Laut Aussage einiger Gemeinderäte eher nicht. Für die Mehrheit der Räte stand dagegen fest, dass das schnelle Internetzeitalter nicht an der Grundschule vorbeilaufen dürfe. Mit drei Gegenstimmen hat das Gremium in der Sitzung das Verfahren nun eingeläutet.

Um Klarheit insbesondere für die Finanzierung zu bekommen, informierte Diplom-Ingenieur Günther Pichlmaier von Corwese (das Unternehmen begleitet die Gemeinde seit Jahren in Sachen Breitbanderschließung) über den Förderantrag „Schulen ans Netz“. Nachdem es 80 Prozent an staatlichen Zuschüssen gebe, sollte die Gemeinde auf den Zug aufspringen, damit die Schüler im digitalen Zeitalter auch zeitgemäß unterrichtet werden können. Nach Pichlmaiers Erläuterungen sei mit Gesamtkosten von 20 000 bis 40 000 Euro zu rechnen. Nach Abzug der Förderung müsste die Gemeinde lediglich einen Restbetrag von 4000 bis höchstens 8000 Euro schultern.

80 Prozent Förderung lockten

Die Gemeinderäte Robert Schmack und Michael Pernpeintner sahen für die nächsten Jahre keinen Bedarf an der Grundschule. Man solle warten, wie sich die nächsten Jahre entwickeln würden.

Ein Glasfaseranschluss an Schulen, der dazu noch zu 80 Prozent förderfähig sei, war dagegen für Gemeinderat Wolfgang Wurmer alternativlos. Niemand wisse, wie lange das Förderprogramm noch laufe. Bis Ende 2021 sei das Förderprogramm aktiv, erklärte Pichlmaier. Daraufhin erteilte die Gemeinde dem Planungsbüro Corwese den Auftrag für die Angebotseinholung und Erstellung des Förderantrages. Die Ausführung soll aber erst 2021 geschehen.

Der Gemeinderat in Kürze

  • Bestätigung:

    Die Feuerwehr Großmuß hat Thomas Schalk wieder zum 1. Kommandanten gewählt.

  • Antrag:

    Gemeinderat Andreas Busch möchte am Kirchberg in Großmuß eine Zone 30 haben.

  • Bauantrag:

    Umbau und Erweiterung einer Werkstatt mit Lagerhalle in Hausen, Zimmerei Raab, Saaler Straße 31. (eav)

Der Antrag des Bayernwerks auf den Neubau einer 20-kV-Schaltstation im Wahler Feld in Hausen stieß bei vielen Gemeinderäten auf wenig Gegenliebe, da sie das Gebäude zu wuchtig fanden und einen anderen Standort favorisierten. Harald Huebner, Projektleiter vom Bayernwerk, stand bei der Sitzung den Räten Rede und Antwort. Die Verkabelung in der Gemeinde Hausen sei nicht nur eine optische Verbesserung durch das Verschwinden der Masten und einiger alter Trafo-Häuschen, betonte Projektleiter Huebner. „Wir erhoffen uns in erster Linie auch eine bessere Versorgungssicherheit.“ So seien die Einspeisungen aus erneuerbaren Energien angestiegen und die Zahl der Betreiber von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie habe auch zugenommen. Aus diesen Gründen habe man die „netzplanerische Entscheidung“ getroffen, die Leitung durch ein Erdkabel zu ersetzen. Gemeinderat Helmut Köppl sprach sich vehement gegen den Standort „in der Prärie“ aus. Vor Jahren habe die Bürgerinitiative an diesem Ort gegen eine geplante Mülldeponie gekämpft. Eine 20- kV-Schaltstation fand er dort ebenfalls unpassend. Huebner erwiderte, dass sie in der ganzen Gemeinde keinen anderen Grund erwerben konnten. Man habe zuerst natürlich nach geeignetem Gemeindegrund gesucht. Das Gelände werde nach Fertigstellung des Gebäudes auch begrünt. Das Projekt würde in drei bis vier Jahren umgesetzt, so Huebner. Mit knapper Mehrheit (7:8) lehnten die Räte den Neubau ab.

Stromleitung über Grundstück

Das Bauleitplanverfahren in Herrnwahlthann „Herrnwahlthann-Süd“ wurde anstandslos durchgewunken. Die Planung für das unbebaute Gelände wurde bis zum Jugendhaus und Feuerwehrhaus einbezogen. Allerdings monierte Gemeinderat Franz Schmidbauer die „Ad-hoc-Aktion“ der Gemeinde, die einen Bauplatz im Außenbereich an eine Münchnerin billigst veräußert habe, ohne dass ein Einheimischer zum Zuge gekommen sei. Grund sei eine Stromleitung gewesen, die bisher direkt über das Grundstück verlief, weswegen man seit elf Jahren die Parzelle nicht verkaufen habe können, erklärte Bauamtsleiter Stefan Krausenecker.

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