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Gemeinderat

Großmuß: Zündstoff aus dem Untergrund

Illegal eingeleitetes Regen- und Drainagewasser im alten Kanal in Großmuß stellt die Gemeinde vor eine große Herausforderung.
Von Edith Vetter

Investitionen wie das Entlastungsbauwerk in Herrnwahlthann fordern höhere Kanalbenutzungsgebühren. Foto: Vetter
Investitionen wie das Entlastungsbauwerk in Herrnwahlthann fordern höhere Kanalbenutzungsgebühren. Foto: Vetter

Hausen.Illegal eingeleitetes Regen- und Drainagewasser im alten „Bürgermeisterkanal“ in Großmuß, die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes oder die eigenmächtige Tempo-30-Regelung durch den Vizebürgermeister in der Saalerstraße in Hausen boten einigen Zündstoff in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Pfarrheim Herrnwahlthann.

Gebührenerhöhung wegen Investitionen

Da die Gemeinde in den letzten vier Jahren viele Investitionen im Abwasserbereich tätigen haben müssen, sei die Erhöhung von 1,80 Euro pro Kubikmeter auf 2,25 Euro bei den Kanalbenutzungsgebühren unerlässlich geworden, erklärte Kämmerer Ludwig Wagner eingangs. Allein das Entlastungsbauwerk in Herrnwahlthann habe schon mit 100000 Euro zu Buche geschlagen. Einstimmig votierten die Räte für die Erhöhung ab 1. Januar 2019.

Bezüglich Kosten erinnerte Bürgermeister Erwin Ranftl, dass die Sanierung der Kreisstraße (KEH 11) in Großmuß im Frühjahr vom Landkreis begonnen werden soll. Bei den Ausschreibungsmodalitäten möchte die Gemeinde mit auf den Zug aufspringen zwecks der Gehwegsanierung. Deshalb werde seit einiger Zeit eine Kanalbefahrung vorgenommen. Bei dieser Aktion wurde festgestellt, dass in den stillgelegten Kanal (Bürgermeisterkanal) Drainagewasser und wahrscheinlich auch Regenwasser illegal von den Anrainern eingeleitet werde. Bauamtsleiter Stefan Krausenecker hatte einige Lösungsvarianten in petto, die von Sanierung bis Neubau reichten und sich kostenmäßig von 120000 bis 220000 Euro bewegen würden.

Wasser illegal eingeleitet

Gemeinderat Robert Schmack meinte, wenn jemand widerrechtlich seit 28 Jahren Regenwasser in den stillgelegten Kanal einleitet und Gebühren spart, da kann er nicht erwarten, dass die Gemeinde einen neuen Regenwasserkanal baut. „Da hält sich mein Mitleid in Grenzen!“ Gemeinderat Karl Besenhart erinnerte die Räte, dass die Leute deshalb die Drainagen in den Kanal leiten würden, weil das Wasser vom Gemeindehölzl her käme. Würde man das gesamte Wasser in die Kläranlage leiten, könnte es zu Problemen kommen, gab er zu bedenken. Das Ingenieur- und Planungsbüro Huber soll zur Problemlösung mit „ins Boot“ geholt werden, entschied das Gremium.

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  • Abgelehnt:

    Neubau eines Boardinghauses und drei Reihenhäusern in Großmuß

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Großer Diskussionsbedarf gab es auch beim Thema Entwicklung eines Gewerbegebietes. Bei einer Bedarfs-Umfrage bei den Gewerbetreibenden in der Gemeinde Hausen sei in naher Zukunft Bedarf angemeldet worden, erklärte Bürgermeister Ranftl. Gemeinderätin Brigitte Kempny-Graf schlug daraufhin vor, das Thema in der nächsten Bürgerversammlung anzusprechen. Dagegen fand Gemeinderat Franz Schmidbauer es eine schlechte Entscheidung, dieses Thema in einer Bürgerversammlung zu behandeln. Ein Gewerbegebiet sei immer ein Gewinn, und die Hausener Bürger würden sicher nicht beeinträchtigt, folgerte er weiter. Gemeinderat Wolfgang Wurmer konnte den Enthusiasmus vom gewinnbringenden Gewerbegebiet nicht so recht teilen. „Ob es für die Gemeinde immer ein Gewinn ist, wenn ein Privatinvestor seine Gewerbe-Fläche mit Autos zupflastert, so wie in Hausen?“, stellte er Schmidbauers Meinung in Frage. Das Thema wird in der nächsten Bürgerversammlung im November öffentlich diskutiert.

Rat will mitentscheiden

Warum die Saaler Straße jetzt plötzlich auf 30 km/h beschränkt sei, fragte Andreas Busch. Die Tempo-30-Schilder habe Johannes Brunner als sein Stellvertreter anbringen lassen, so Bürgermeister Ranftl, als er selber in Urlaub war. Es sei nicht deswegen passiert, weil seine Katze auf der Straße tot gefahren wurde, betonte Brunner, sondern weil die Anwohner mit kleinen Kindern das gewünscht hätten. Robert Schmack gab zu bedenken, dass solch ein Eingriff in die Straßenverkehrsordnung schon vorher mit dem Gemeinderat besprochen werden sollte. Auch Schmidbauer fürchtete den Nachahmungseffekt und Schilderwald. Es gebe viele Straßen in der Gemeinde, wo bei Befragungen der Anwohner die Meinung vertreten werde, dass viel zu schnell gefahren werde und man Tempo-30-Schilder aufstellen könnte.

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