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Jahresrückblick

Ideen der Bürger umgesetzt

In Großmuß ist 2018 die Dorferneuerung einen großen Schritt weiter gekommen. In Rohr wurden Weichen gestellt.
Von Edith Vetter

Der neu sanierte Kirchplatz mit Ruheoase in Großmuß FOTO: EDITH VETTER
Der neu sanierte Kirchplatz mit Ruheoase in Großmuß FOTO: EDITH VETTER

Hausen.Da hat jemand eine großartige, kreative Idee, spricht sie aus – fast gleichzeitig holt jemand Luft und wirft ein großes „Aber“ in den Raum. „Ja, tolle Idee, aber wer soll das machen und wer soll das bezahlen usw.“ Und so stirbt die wirklich gute Idee! Aber nicht so in den Gemeinden Hausen und Rohr.

Die Hausener haben 2018 mit der kleinen Dorferneuerung in Großmuß einen Entwicklungsprozess erlebt, der nicht nur das Bild des Dorfes verändert, sondern auch nachhaltigen Einfluss auf die Lebensqualität genommen hat. In der Marktgemeinde Rohr wurden die Weichen auf Fortschritt in der Gemeindeentwicklung mit dem Kauf des Röllbauer-Anwesens im Klosterumfeld und dem ILE-Leerstandsmanagement mit einer durchgeführten Eigentümerbefragung gestellt. Für eine erfolgreiche Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung ist ein „langer Atem“ notwendig und Finanzhilfen vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) oder dem ELER-Projekt (Europäischer Landwirtschaftsfonds). Wenn sich dazu noch die Planungen der Gemeinde und ein bürgerschaftliches Engagement gesellen, können wahre Dorfschatzkästlein entstehen.

Initiative

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So geschehen mit den Baumaßnahmen des Gemeinschafts- und Sporthauses und der Neugestaltung des Kirch- und Dorfplatzes in Großmuß, wo die Mußerer die Qualität des Ortes sichtlich verbessert haben. Die neu gestalteten Plätze und Einrichtungen haben sich zu beliebten Treffpunkten und Veranstaltungsorten entwickelt. Der Startschuss zur kleinen Dorferneuerung fiel 2015 mit dem Förderzuschlag. Die Idee sei gewesen, nicht nur vom Gemeinderat Themen bestimmen zu lassen, sondern die Bürger zu Wort kommen zu lassen, so Bürgermeister Erwin Ranftl.

Es gab kein Denkverbot

Daraufhin habe sich spontan ein Arbeitskreis gebildet, verbunden mit „Höhenflug- und Bodenhaftungs-Prozessen“. In den leidenschaftlichen Diskussionen und Verhandlungen gab es keine Denkverbote. Jede Idee verdiente es, aufgegriffen und beleuchtet zu werden, und erst so entstanden konkrete Projekte. Im Mai wurde der Kirch- und Dorfplatz mit Spielplatz seiner Bestimmung übergeben, und im November erhielt das Gemeinschafts- und Sporthaus den kirchlichen Segen.

„Ohne das große ehrenamtliche Engagement wäre Großmuß nicht so weit gekommen“, ist sich Ranftl sicher. Der Arbeitskreis, der immer noch besteht, habe eine Vision verwirklicht, wie „sein“ Ort aussehen solle und wie er noch lebens- und liebenswerter werde. Er habe das Gemeinschaftsleben nachhaltig gestärkt. Als nächster Schritt ist der Abriss des Anwesens „Buchner Lis“ geplant, und auch der Badeweiher soll aufgehübscht und ein Umkleidehäuschen aufgestellt werden. Um die kleine Kapelle konnte etwas Grund erworben werden. Das Gelände soll ertüchtigt, begrünt und eine Ruhebank aufgestellt werden.

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Der Markt Rohr hat mit dem Kauf eines Anwesens, auf dem sich ein 400 Jahre alter ehemaliger Klosterstadl befindet, mit einer Fläche von 5000 Quadratmetern, eine möglichen Ort für eine Zentrumsentwicklung geschaffen. „Wir haben durch diese Grundstückskäufe eine Chance genutzt, die für die Innerortsentwicklung von Rohr entscheidend sein kann“, sagte Bürgermeister Andreas Rumpel. In Verbindung mit der Städtebauförderung der Regierung von Niederbayern würde man mit dem „Klosterstadl“ als Veranstaltungstreffpunkt für Rohr eine „kulturelle Mitte“ schaffen.

Wichtige Entscheidung steht an

Bei einer Sanierung des Stadls könnte man mit staatlichen Zuschüssen von 80 Prozent rechnen und mit etwas Glück noch weitere Kleinfördertöpfe abschöpfen, erklärte Rumpel. Notwendig für eine innerstädtebauliche Entwicklung sei auch der Fortbau der Asamstraße mit einer Kombination eines schlanken Gemeindeentwicklungskonzeptes (GEK) für die Ortsteile – das sind Zukunftsvisionen des Bürgermeisters. Diese Ideen würden im nächsten Jahr nicht umgesetzt werden – aber der Marktgemeinderat müsse Anfang des Jahres die Entscheidung treffen: „Fortschritt ja oder nein“.

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