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Bürgermeisterwahl

Johannes Brunner kandidiert in Hausen

Der gebürtige Hausener will Erwin Ranftl nachfolgen und gibt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Heimat.
Von Edith Vetter

Johannes Brunner (li.) ist Bürgermeisterkandidat der FW. Bürgermeister Erwin Ranftl gratulierte als Erster. Foto: Vetter
Johannes Brunner (li.) ist Bürgermeisterkandidat der FW. Bürgermeister Erwin Ranftl gratulierte als Erster. Foto: Vetter

Hausen.Auf ihrer Mitgliederversammlung nominierten die Hausener Freien Wähler einstimmig Johannes Brunner als ihren Bürgermeisterkandidaten. Brunner ist seit 2018 Vize-Bürgermeister und Ortsvorsitzender der Freien Wähler. Die Partei hatte zur Versammlung auch die Öffentlichkeit eingeladen und die Besucherresonanz war dementsprechend groß. MdL Dr. Hubert Faltermeier und FW-Kreisvorsitzender Christian Nerb gratulierten der Partei zu ihrem jungen Hoffnungsträger.

Erwin Ranftl tritt 2020 nicht mehr an

Amtierende Bürgermeister Erwin Ranftl (FW) erklärte, dass er aus privaten und beruflichen Gründen — er werde Ende des Jahres zum Personalleiter im Landratsamt aufsteigen — und daher für die Kommunalwahl 2020 nicht mehr als Kandidat zur Verfügung stehe. Im Rückblick auf seine Jahres als Bürgermeister sagte Ranftl: „Wir jammern auf hohem Niveau!“ Die Gemeinde habe trotz großer Investitionen in Straßenbau, Kläranlagen, Kindergarten oder Grundschule keine Schulden. Die Eltern genössen auch mit der Mittagsbetreuung, die nicht überall angeboten werde, eine „Vollversorgung“ zu niedrigen Preisen.

Brunner kritisiert die Aussage der CSU zu einem Gewerbegebiet

Kandidat Johannes Brunner stellte mehrere Schwerpunkte seiner Politik vor. „Engagiert-sachbezogen-bürgernah“, dieses Motto stehe für die Freien Wähler. So bezeichnete er die Aussage von CSU-Gemeinderäten, „der Bürgerwille interessiert uns nicht“ als Frevel. Die Aussage wurde Brunner zufolge im Zusammenhang mit einer Meinungsumfrage im Mitteilungsblatt (November 2018) gemacht, ob die Hausener Gemeindebürger ein zusätzliches Gewerbegebiet wollten, was eindeutig und mehrheitlich verneint worden sei. „Wir brauchen keine Gewerbetreibenden, die ihren Hauptsitz in München oder Berlin haben und dort die Gewerbesteuer zahlen.“ Sobald ein ehrlicher Bedarf für ortsansässige Betriebe sichtbar sei, würde man eine Lösung finden, beteuerte Brunner.

Versammlung

Nein zu neuem Gewerbegebiet in Hausen

Die Begeisterung der Hausener Bürger für ein weiteres Gewerbegebiet im Gemeindebereich fiel eher bescheiden aus.

Dörflichen Charakter bewahren

Ein weiteres Bestreben von Brunner sei die Nachwuchswerbung. Im Fokus stehe hier die „Digitalisierung“ und der Umgang mit „Social Media“. Die Nutzung der zur Verfügung stehenden digitalen Medien in der politischen Arbeit sei enorm wichtig, ebenso wie die klassischen Medien und natürlich der persönliche Dialog. Er versprach: Die Sachpolitik der Freien Wähler würde klar und verständlich kommuniziert und alle Altersgruppen ansprechen.

Hausen soll keine Schlafsiedlung werden

Warum sich Brunner, ein gebürtiger Hausener, auf politische Parkett wagt, umschrieb er so: „Politik geht uns alle an.“ Deshalb wolle er als junger Mensch auch mitreden und Verantwortung übernehmen. Er habe sich diese Entscheidung gut überlegt und sowohl sein Arbeitgeber als auch seine Lebensgefährtin würden ihn im Falle einer Wahl unterstützen.

Das ist der Kandidat

  • Vita:

    Johannes Brunner ist 30 Jahre alt, ledig, gebürtiger Hausener und hier aufgewachsen. Nach Grundschulbesuch in Hausen und Gymnasium in Kelheim studierte er Sonderschulpädagogik in Würzburg, absolvierte sein Referendariat in Schwandorf und ist Sonderschullehrer am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Thaldorf.

  • Politik:

    Seit 2017 ist er Mitglied im Hausener Gemeinderat, seit Januar 2018 stellvertretender Bürgermeister, seit Juni 2018 FW-Ortsvorsitzender. Seit Juni 2018: Ortsvorsitzender der Freien Wähler Hausen. (eav)

Der Sonderschulpädagoge liebt seine Heimatgemeinde — in Hausen ist er aufgewachsen und zur Grundschule gegangen — und engagiert sich seit Jahren in verschiedenen Vereinen.

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„Wir haben hier in Hausen alles, was man zum Leben braucht.“ Großes Ziel sei, dass Hausen keine reine Schlafsiedlung werde. Das Dorf solle dörflichen Charakter behalten.

Bretterwand statt Kreisel

Vereine und Verbände würden das Dorfleben bereichern. Wir müssen keine „dicken Bretter bohren“, um als Gemeinde lebens- und liebenswert zu bleiben. Dazu gehöre auch die Verkehrssicherheit. Ein Kreisverkehr an der Kreuzung Hausen-Herrnwahlthann wurde zwar nicht genehmigt, aber wenn die Bretterwand ihren Dienst tue, so sei das auch akzeptabel.

Der Stammtisch als Modell

Bezahlbare Wohnungen für junge Familien stünden ebenfalls auf seiner Agenda. Als Modellbeispiel politischer Arbeit für alle Generationen erwähnte der Aspirant die öffentlichen Stammtische des Ortsverbandes, die immer am Donnerstagabend vor der nächsten Gemeinderatssitzung im Vereinsheim der Hundefreunde in Herrnwahlthann stattfinden.

Bei der Kommunwahl werde es sicher drei Listen geben, sagte Brunner. Er wolle einen fairen Wahlkampf führen. Der Applaus für Brunners Ausführungen in der Versammlung war groß.

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