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Verkehr

Kein Tempo-30 am Kirchberg

Die Räte sprechen sich gegen eine Zone für Autofahrer aus. Die Anwohner votierten in einer Unterschriftenliste dafür.
Von Edith Vetter

Die Straße am Kirchberg ist keine Durchgangsstraße – daher soll an die Vernunft der Anwohner appelliert werden. Foto: Vetter
Die Straße am Kirchberg ist keine Durchgangsstraße – daher soll an die Vernunft der Anwohner appelliert werden. Foto: Vetter

Hausen.Marode Gemeindestraßen und Tempo 30 am Kirchberg in Großmuß beschäftigten das Gremium in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Pfarrheim Herrnwalthann. Der Antrag von Andreas Busch, am Kirchberg in Großmuß ein Tempo-30-Schild aufzustellen, untermauert durch eine Unterschriftenliste von Anwohnern, fand bei den Räten keine Mehrheit. Die Ablehnung wurde auch begründet mit der Stellungnahme von Polizeihauptkommissar Gerald Halbritter, den Bürgermeister Erwin Ranftl diesbezüglich um Auskunft gebeten hatte. Aus polizeilicher Sicht könne die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h am „Kirchberg“ nicht befürwortet werden.

Denn eine Geschwindigkeitsbeschränkung sollte nur dann angeordnet werden, wenn eine atypische, konkrete Gefahrenlage vorliege, die die örtliche Verkehrssicherheit erheblich einschränke. Der Kirchberg sei eine reine Anwohnerstraße, bei der es nach Erkenntnissen der Verkehrspolizei keine atypische, konkrete Gefahrenlage gebe. Diese sei aus polizeilicher Sicht nicht wahrscheinlich. Jeder Fahrzeugführer habe seine Geschwindigkeit an die Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse anzupassen, so Halbritter in der schriftlichen Stellungnahme.

Nur zwei Anwohner zu schnell?

Die Sanierung des Esperweges in Großmuß ist für 2020 geplant. Foto: Vetter
Die Sanierung des Esperweges in Großmuß ist für 2020 geplant. Foto: Vetter

Wolfgang Wurmer, der selbst Anwohner am Kirchberg ist, erklärte dazu, dass lediglich zwei Anwohner zu schnell am Kirchberg unterwegs wären. Diese seien auch angesprochen worden. Er hielt ein Warnschild „Spielende Kinder“ für sinnvoller, da der Spielplatz in der Nähe sei. Dietmar Pernpeinter schlug vor, das mobile gemeindliche Geschwindigkeitsmessgerät anzubringen, um zu sehen, wie viel tatsächlich zu schnell gefahren werde.

So genannte „Berliner Matten“ wären auch eine Möglichkeit, die Raser auszubremsen, meinte Vize-Bürgermeister Johannes Brunner. Am Kirchberg könne man kaum schnell fahren, da die Straße mit geparkten Auto voll sei, sagte dazu Karl Besenhard. Gegen Tempo 30 sprach sich auch Michael Pernpaintner aus und betonte, dass man an die Vernunft der Autofahrer appellieren sollte.

Andreas Busch fand die Diskussion etwas seltsam. Denn in Hausen würden Tempo 30 Schilder, seiner Meinung nach, ohne große Diskussion aufgestellt, wie beispielsweise am Röthelbach. Bürgermeister Ranftl erklärte dazu, dass es sich am Röthelbach um eine Durchgangsstraße handle. Mehrheitlich wurde Tempo 30 am Kirchberg abgelehnt.

Bauausschuss vor Ort

Die Sanierung des Esperwegs 2020 in Großmuß und Naffenhofen 2021 standen wieder auf der Agenda. Bauamtsleiter Stefan Krausenecker stellte zwei Billigvarianten zum Vollausbau vor. Beim Esperweg könnte man entweder eine Oberbauverstärkung auf einer Länge von einem Kilometer mit Kosten in Höhe von 325000 Euro (Auftrag von vier Zentimetern Deckschicht) oder eine Stabilisierung (Asphalt-Kalk-Zement-Gemisch) in Höhe von 425000 Euro machen.

Nachteil bei der Oberbauverstärkung sei eine Straßenverschmälerung von circa 15 Zentimetern. In Naffenhofen müsse man mit 400 000 Euro kalkulieren. Krausenecker erinnerte die Räte, dass man frühzeitig planen müsse. Der Bauausschuss will sich vor Ort demnächst ein Bild machen.

Gemeinderat:

  • Straßenbau:

    Die Befestigung des Schotterweges am Herrnwahltanner Badeweiher auf einer Länge von 390 Metern würde mit 100000 Euro zu Buche schlagen.

  • Nachfrage:

    Bürgermeister Erwin Ranftl erhielt auf Nachfrage beim ALE, Landau, die Zusage, dass die restlichen Zuschüsse für das Gemeinschafts- und Sporthaus in Großmuß im Jahr 2020 zu erwarten sind. (eav)

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