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Betreuung

Weitere Hortplätze für Grundschulkinder

Die Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Hausen wird ausgeweitet. So wird die Gemeinde dem großen Bedarf gerecht.
Von Edith Vetter

Bei den Hausaufgaben steht das Betreuungspersonal für Fragen zur Verfügung. Fotos: Edith Vetter
Bei den Hausaufgaben steht das Betreuungspersonal für Fragen zur Verfügung. Fotos: Edith Vetter

Hausen.„Bei Mathe habe ich dir ein Kreuzchen gemacht, das musst du zu Hause noch fertig machen. Sonst ist alles bestens“, sagt Marina Ewert und gibt Luca sein Hausaufgabenheft wieder zurück. Dann stürmen die Jungs in die Spielecke der Nachmittagsbetreuung und schnappen sich die Legosteine, um fantasievolle Bauwerke zu erschaffen.

„Heute ist ein eher ruhiger Tag mit fünf Kindern“, erklärt Marina Ewert, die Leiterin der Nachmittagsbetreuung (NaMiBe). An Spitzentagen seien schon mal 18 bis 20 Kinder zu betreuen. Insgesamt seien 30 Grundschulkinder für die Nachmittagsbetreuung angemeldet. Tendenz steigend, betont die Erzieherin. Für das neue Schuljahr hätten sie bereits 40 Anmeldungen und die NaMiBe stoße somit räumlich an ihre Grenzen. Die Gründe, warum die Plätze so begehrt sind, seien einfach. Eltern müssten Teil- oder Vollzeit arbeiten, um die Mietpreise oder die hohen Lebenshaltungskosten bezahlen zu können. So steige die Nachfrage nach Hortplätzen laufend.

Die Nachfrage steigt

Jedes Jahr aufs Neue sehe sich die Gemeinde Hausen vor die Herausforderung gestellt, neue Plätze in der NaMiBe zu schaffen, bestätigt auch Bürgermeister Erwin Ranftl. Zehn zukünftige Schüler der Grundschule mussten fürchten, keinen Hortplatz zu bekommen. Diese Situation habe die Eltern „verständlicherweise“ nervös gemacht. Jetzt stehe fest: „Ja, wir schaffen es, die Bedarfssituation zu decken.“

„Ja, wir schaffen es, die Bedarfssituation zu decken“

Erwin Ranftl, Bürgermeister Hausen

Die Gemeinde werde bis Schuljahresbeginn einen zusätzlichen Raum anbieten, um die Kinder betreuen zu können. Die Verköstigung und die Hausaufgabenbetreuung finden momentan teilweise im Werkraum der Schule statt, was eine Notlösung sei. Nach Rücksprache mit der Schulleitung sei angedacht, das Film- und Musikzimmer für die Nachmittagsbetreuung umzubauen und für die Schule einen adäquaten Ersatz zu schaffen. Familien müssten immer flexibler werden, was den Kindern oft schade. Die gemeinsame Lage von Kita und NaMiBe und die erreichte Kontinuität in der Betreuung gebe ihnen einen „sozialräumlichen Bezug“, so Ranftl.

Kurz vor 16 Uhr kommen die Eltern, um ihre Kinder abzuholen. „Mama, mir hat es gut gefallen und ich möchte jetzt auch länger bleiben“, sagt Leopold Meier, als ihn seine Mama abholen kommt.

„Mama, mir hat es gut gefallen und ich möchte jetzt auch länger bleiben“

Leopold Meier, Schüler

Leopold sei heute zur Probe in der NaMiBe gewesen, erzählt Melvina Meier aus Herrnwahlthann. An drei Tagen warte der Erstklässler bereits in der Mittagsbetreuung auf den Schulbus. Jetzt war es sein eigener Wunsch, einmal die Woche auch am Nachmittag zu bleiben. Melvina Meier, die noch eine dreijährige Tochter hat und in Teilzeit arbeitet, lobt das Angebot in höchsten Tönen.

Spielezeit für die Kinder. Foto: Vetter
Spielezeit für die Kinder. Foto: Vetter

Die Kinder würden sehr gerne in die NaMiBe gehen und hätten die Möglichkeit, mit ihren Schulfreunden die Freizeit sinnvoll zu verbringen. Sie habe auch mehr Zeit, um einmal durchschnaufen zu können. Zudem seien die Kosten für die Betreuung sehr moderat. Die flexiblen Abholzeiten seien auch nicht selbstverständlich, so die gebürtige Offenstettenerin.

„Was wollt ihr spielen?“, fragt Heidi Schrecker, als die Kinder mit dem Mittagessen fertig sind. Eindeutig votieren sie für das Monopoly-Spiel.

Die Eckdaten

  • Beginn:

    Seit 2010 bietet die Gemeinde eine Nachmittagsbetreuung für Grundschüler an.

  • Betreuung:

    Erzieherin Marina Ewert, Heidi Schrecker und Sylvia Mudrack

  • Ablauf:

    Mittagessen 12.45 bis 13.15 Uhr; Hausaufgabenbetreuung: Montag bis Freitag von 14 bis 15 Uhr

Die Bedeutung einer flexiblen Nachmittagsbetreuung für die Erziehung schildert Ewert so: „Uns ist es wichtig, den Kindern soziale Kompetenzen zu vermitteln und eine Sensibilität im Umgang mit anderen Menschen zu entwickeln. Ein klar definierter Handlungsspielraum gibt den Kindern Sicherheit und ermöglicht gleichzeitig eine Förderung der Eigenverantwortung.“

Offenes Ohr für Sorgen

Die Betreuungskräfte sind die Anlaufstelle für die Kinder vor und nach der Schule. Ihre Anwesenheit im Alltag, das offene Ohr für Sorgen und Nöte der Schulkinder, die Vermittlerrolle bei Konflikten und der Zuspruch bei täglich auftretenden Fragestellungen seien ihnen sehr wichtig, so Ewert. Zusammenarbeit und Austausch mit den Eltern ist den Mitarbeiterinnen ebenfalls sehr wichtig, da die Eltern die „Experten“ ihrer Kinder sind.

Nach dem Unterricht haben die Kinder beim Freispiel die Möglichkeit, sich zu entspannen. Nach dem Mittagessen stehen dann gemeinsame Aktivitäten im Garten auf dem Programm, aber auch Basteln, Turnen oder eine Vorlesestunde. Von 14 bis 15 Uhr werden die Hausaufgaben gemacht. Während der Mittagszeit oder auch bei der Hausaufgabenbetreuung sollten die Kinder nicht abgeholt werden, betont Ewert. Weitgehend würden die Interessen der Kinder auch in den Tagesablauf integriert.

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