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Meister Reinecke machte es Jägern schwer

Hegegemeinschaft Rohr erlegte 32 Füchse in den Revieren um St. Johann. Die Jäger warnen vor dem kleinen Fuchsbandwurm.

Die Labertaler Jagdhornbläser verblasen die Fuchsstrecke.
Die Labertaler Jagdhornbläser verblasen die Fuchsstrecke. Foto: Hämmerl

Herrngiersdorf.Seit acht Jahren findet in den 26 Gemeindejagdrevieren und sieben Eigenjagden zwischen Niederleierndorf und Wildenberg im Winter eine gemeinsame Fuchsjagdwoche statt. Neben derzeit- und kräfteintensiven Schwarzwildbejagung muss durch eine verstärkte Raubwildjagd dem Niederwild entschieden geholfen werden, heißt es in der Mitteilung der Jagdgenossen.

Seit Jahren schwindende Besätze beim Niederwild, besonders bei Hase und Fasan veranlasste die Hegegemeinschaft schon vor Jahren, den Jagddruck auf den Fuchs zu erhöhen. Die Fuchswoche vom 17. bis 28. Januar sollte ein Anreiz sein, überall in den Revieren gezielt auf die „Rotröcke“ zu jagen. Feierlich Strecke gelegt wurde bei Revierinhaber Eugen Müller in St. Johann, der mit seiner Familie alles bestens vorbereitet hatte. Hegegemeinschaftsleiter Hermann Teubl dankte den teilnehmenden Jägerinnen und Jägern für ihren Einsatz und bewertete die Strecke von 32 erlegten Füchsen auch im Vergleich zu den Vorjahren als guten und deutlichen Hegebeitrag.

Der Fuchs gilt als äußerst schlau und anpassungsfähig. Seit der erfolgreichen „Schluckimpfung“ mit ausgelegten Impfködern gegen Tollwut, nimmt die Fuchspopulation stetig zu. Die Tollwut gilt seither bei uns als ausgerottet. Gefährlich für den Menschen sei aber nach wie vor die Ansteckungsgefahr mit dem kleinen Fuchsbandwurm, von dem in Bayern zurzeit, nach Auskunft der Veterinärämter, fast jeder zweite erlegte Fuchs befallen sei. Der dämmerungs- und nachtaktive Fuchs ist kein leicht zu bejagendes Wild. Als sogenannter Kulturfolger findet er sich mit veränderten Bedingungen in der Landwirtschaft und der Umwelt bestens zurecht und hat bei uns keine natürlichen Feinde.

Laut Gesetz soll der Fuchs deshalb wegen der Seuchengefahr und der damit verbundenen Gefahr der Überpopulation ganzjährig bejagt werden. „Wir wollen den Fuchs aber keineswegs ausrotten“, betonte Hegegemeinschaftsleiter Hermann Teubl bei seiner Ansprache, aber dem Niederwild muss nachhaltig geholfen werden. Zu denken gegeben habe ihm auch eine kürzlich bekannt gemachte Meldung des Bayerischen Jagdverbandes. Mittlerweile seien in Bayern die Jagdstrecken beim Feldhasen derart auf einen Tiefstand gesunken, dass den Hasenstrecken die dreifach höhere Fuchsstrecke gegenüber steht. Den Kritikern der Fuchsjagd müssten diese Fakten deutlich vor Augen geführt werden. Gleichwohl kennt der Jäger den Wert und die Bedeutung des Fuchses in unserem Ökosystem als Gesundheitspolizei in der Natur. „Und wir wissen“, so Hermann Teubl, „der Fuchs ernährt sich in einem guten Mäusejahr überwiegend von Mäusen, aber nicht jedes Jahr ist ein so gutes Mäusejahr wie heuer.“

Insbesondere in der Aufzuchtzeit der Jungen und bei andauernder Überpopulation ist der Nahrungsbedarf des Fuchses groß, so dass Junghasen, Rebhuhngelege, Wiesenbrüter, Fasane und sogar die Rehkitzbestände dezimiert werden. Die scharfe Bejagung des Fuchses früherer Jahrzehnte wegen des wertvollen Fuchsfelles gibt es nicht mehr. Heutzutage ist die Nachfrage nach heimischen Fuchsbälgen vollkommen versiegt. Die Winterfüchse müssen jetzt der Tierkörperbeseitigung zugeführt werden.

Weithin schallte das Signal „Halali – Fuchs tot – Jagd vorbei“ der Labertaler Jagdhornbläser am Streckenplatz beim „Sentehanser“. Hegegemeinschaftsleiter Hermann Teubl dankte zum Schluss den bei der Streckenlegung zahlreich anwesenden Jägern.

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