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Votum

Rat hält an Bedarfsplan fest

Die Gemeinderäte wollen vor der Neubeschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges die Anforderungen klären. Das führt zum Dissens.
Von Edith Vetter

Die Sandsbacher bekommen ein neues Spritzenhaus und ein neues Löschfahrzeug welches, ist noch unklar.
Die Sandsbacher bekommen ein neues Spritzenhaus und ein neues Löschfahrzeug welches, ist noch unklar.

Herrngiersdorf.Die Wogen schlugen hoch beim Thema Bedarfsplan für ein Ersatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Sandsbach in der Gemeinderatssitzung im Sandsbacher Stadl. Grund war eine neue Stellungnahme von Kreisbrandrat (KBR) Nikolaus Höfler, die im Prinzip sein erstes Schreiben (März 2019) an die Gemeinde ad acta legte, in dem er unter anderem empfohlen hatte, einen Feuerwehrbedarfsplan durch ein qualifiziertes Fachbüro erstellen zu lassen. Im zweiten Schreiben heißt es dagegen, „dass aus Gründen der Gebietsabsicherung für die Sandsbacher Wehr nur ein LF 20 KatS in Frage käme.“

Zum Sachverhalt: In der Märzsitzung wurden aufgrund des ersten Schreibens der Feuerwehrführung (14. März 2019) zwei einstimmige Beschlüsse gefasst. Im ersten Beschluss wurde einer grundsätzlichen Ersatzbeschaffung für das 48 Jahre alte LF 8 zugestimmt, und im zweiten wollte die Gemeinde einen Feuerwehrbedarfsplan erstellen lassen. Dieser würde das Gefährdungspotenzial des gesamten Gemeindebereichs vollumfänglich erfassen sowie die für eine ausreichende Aufgabenwahrnehmung erforderliche Ausstattung der Feuerwehren noch wesentlich detaillierter aufzeichnen. Der Fahrzeugtyp solle sich dann nach dem Feuerwehrbedarfsplan richten, laut Empfehlung von KBR Höfler.

Dörfliche Struktur

In der Sitzung las Bürgermeister Josef Barth nun das neue Empfehlungsscheiben von Höfler vor, in dem nichts mehr von einem Feuerwehrbedarfsplan stand, sondern die Notwendigkeit eines LF 20 für Sandsbach unterstrichen wurde. Er begründete dies mit der dörflichen Struktur mit den vielen Weilern und vor allem mit der gewerblichen Entwicklung in Sittelsdorf, die in der Gefährdungsklasse B 4 einzustufen sei (entsprechend des Merkblattes ‚Feuerwehrbedarfsplan in Bayern‘), was wiederum die Notwendigkeit eines LF 20 innerhalb der Hilfefrist erforderlich mache. Ein solches Fahrzeug stehe derzeit aber nicht innerhalb dieser Zeit zur Verfügung.

Diese Stellungnahme des KBR rief bei manchen Gemeinderäten eine gewisse Irritation hervor, zumal drei Ausschreibungsergebnisse einer Feuerwehrbedarfsplanung bereits auf dem Tisch lagen. Gemeinderätin Ida Hirthammer sagte, dass ihr der Ablauf absolut nicht gefalle. „Wir haben in der letzten Sitzung zwei einstimmige Beschlüsse gefasst!“

So sieht es der KBR

  • Verzicht:

    Im Gespräch mit der MZ erklärte KBR Nikolaus Höfler, dass die Stellungnahme vom 16. April zur Vorlage bei der Regierung von Niederbayern gedacht war, um Fördergelder für das LF 20 KatS zu bekommen. Die Gemeinde wolle auf einen „Feuerwehrbedarfsplan“ verzichten, wurde ihm vorher von dieser mitgeteilt.

  • Empfehlung:

    Jeder Gemeinde mit mehreren Feuerwehren empfehle er immer, einen Feuerwehrbedarfsplan erstellen zu lassen, betonte er. (eav)

Die Gemeinde habe noch andere Feuerwehren, und da sei ein Bedarfsplan durchaus sinnvoll, gab sie zu bedenken. Gemeinderat Josef Bischof würdigte absolut die Arbeit der Feuerwehren. Nur sei er nicht in der Lage, ad hoc zu entscheiden, welches Fahrzeug nutzbringend sei oder was so ein LF 20 KatS überhaupt koste. Deshalb sei er für einen Feuerwehrbedarfsplan. „Das Fahrzeug ist das Wunschfahrzeug der Sandsbacher“, erklärte daraufhin Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Stefan Höglmeier. Mit einer zusätzlichen Tragkraftspritze und mehrere B-Schläuchen sowie Zusatzteilen käme das Fahrzeug auf circa 350000 bis 400000 Euro. Vor zwei Jahren sei mit einer Auslieferung des Fahrzeuges allerdings nicht zu rechnen, ergänzte er. Es gäbe sehr hohe staatliche Zuschüsse, bekräftigte Bürgermeister Barth das Anliegen.

An der Feuerwehr orientieren

Bei einer Bedarfserstellung müsste mit einer Zeitverzögerung von mindestens drei, vier Monaten kalkuliert werden. Barth war der Meinung, dass die Feuerwehrführung am besten wüsste, was für ein Fahrzeug für die Sandsbacher sinnvoll sei. Nachdem das neue Fahrzeug ohnehin nicht bis zur Einweihung des Gerätehauses einsatzfähig sei, unterstütze Gemeinderat Johann Gschaider den Bedarfsplan. Der Antrag von Gemeinderat Hubert Steger, den Beschluss wieder aufzuheben, einen Feuerwehrbedarfsplan erstellen zu lassen, wurde mit 4:9 abgelehnt.

Anschließend beschloss das Gremium einstimmig, die Erstellung des Feuerwehrbedarfs an das billigstbietende Ingenieurbüro Diem (Lappersdorf) zum Bruttoangebotspreis von 4224 Euro zu vergeben. Erst nach Fertigstellung des Bedarfsplans soll entschieden werden, welches Fahrzeug für die FF Sandsbach erworben werden soll.

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