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Bürgerversammlung

Was wird aus dem Gemeindehaus?

Der Mietvertrag des Gemeindehauses in Herrngiersdorf läuft Ende November aus. Es soll aber eine Solaranlage bekommen.
Von Edith Vetter

Die neuerliche Nutzung des Gemeindehauses in Herrngiersdorf steht noch offen. Foto: Vetter
Die neuerliche Nutzung des Gemeindehauses in Herrngiersdorf steht noch offen. Foto: Vetter

Herrngiersdorf.Ein gesunder Haushalt, große Ausgaben für die Feuerwehr, Kinderbetreuung, Grunderwerb, Straßensanierungsarbeiten, Hochwasserschutzmaßnahmen und ein wenig Frust über die Anspruchshaltung von Bürgern – das waren die zentralen Themen bei der diesjährigen Bürgerversammlung im Sandsbacher Stadl.

„Die Bauplätze in den Neubaugebieten gehen weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln.“

Josef Barth, Bürgermeister Herrngiersdorf

Viele Besucher konnte Bürgermeister Josef Barth zu der Versammlung begrüßen, die traditionell in der zweiten Novemberwoche stattfindet. In seinem Rückblick als auch Ausblick stellte er fest, dass trotz vieler Aufgaben und großer Investitionen im Straßenbau, in Bildungseinrichtungen und in die Ausweisung von Baugebieten der gemeindliche Haushalt auf soliden finanziellen Beinen stehe. Der Ergebnishaushalt 2017 schloss mit einem Überschuss von 1,4 Millionen Euro ab. Der Überschuss im laufenden Finanzhaushalt betrug 2,05 Millionen Euro, und mit 4,099 Millionen Euro könne die schuldenfreie Gemeinde auf liquide Mittel zurückgreifen. Das Zahlenwerk beleuchte auch die Entwicklung auf dem Betreuungssektor. Durch die steigende Schülerzahl in der Mittagsbetreuung an der Grundschule (teilweise bis 34 Kinder) musste das Personal um eine weitere Betreuungsperson aufgestockt werden. „Die Bauplätze in den Neubaugebieten gehen weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln“, freute sich das Gemeindeoberhaupt. Sowohl für das 2,62 Hektar große Misch- und Gewerbegebiet für Wohnen und Kleingewerbe mit zehn Bauparzellen an der Rottenburger Straße als auch für das geplante Neubaugebiet „An den Gärten“ in Sandsbach mit zwölf Bauparzellen bestehe große Nachfrage.

Feuerwehr investiert kräftig

Als zukünftige Investition müsse das in die Jahre gekommene Feuerwehrhaus in Sandsbach in Angriff genommen werden. Das neue Haus soll neben der Tankstelle errichtet werden. Ebenso müsse für die Wehr ein neues Feuerwehrauto gekauft werden. Die Planung des rund eine Million teuren Projekts wurde an das Ingenieurbüro Quadrat 45° vergeben, die den Plan in der nächsten Gemeinderatssitzung vorstellen werde. Um einer weitere Hochwasserkatastrophe wie vor zwei Jahren entgegenzuwirken, sollen im Gemeindebereich Tiefenbach machbare Maßnahmen wie Straßenanhebungen etc. vorgenommen werden. Leider gebe es hier immer wieder Probleme mit Anliegern und beim Grunderwerb, bedauerte der Bürgermeister.

Ausgaben im Detail

  • Ehrenamt:

    Bürgermeister Barth dankte allen Ehrenamtlichen und Helfern (Kindergarten, Schule, Vereine) für ihr Engagement.

  • Anschaffungen:

    Ein kommunaler Traktor für 75 000 Euro, ein Schneeraumschild und Streugeräte für 9700 Euro, ein neuer Sirenenmast in Sandsbach für 13 500 Euro

  • Zuschuss:

    Pfarrhaussanierung Sandsbach 45 000 Euro (eav)

Um die hohen Heizkosten explizit bei der Warmwasseraufbereitung im ehemaligen Lehrerwohnhaus in Sandsbach zu drosseln, wolle man eine Solaranlage für den Warmwasserbedarf errichten. Das Haus wird wärmetechnisch mit Holz-Pellets vom Heizhaus der Grundschule mitversorgt. Der Mietvertrag des Gemeindehauses in Herrngiersdorf, das drei Jahre lang als Asylunterkunft an das Landratsamt vermietet worden sei, laufe Ende November aus, informierte Barth. Über die weitere Nutzung des Gebäudes müsse sich der Gemeinderat Gedanken machen.

Bürgermeister lobt Winterdienst

Barth appellierte abschließend an die Vernunft der Bürger, ihre Nachbarschaftsstreitigkeiten selber auszutragen, die Bürgersteige sauber zu halten und im Winter vom Schnee zu befreien. Für den sehr gut funktionierenden Winterdienst dankte er den drei „Räumern“ Bauer, Folger und Zierer. Er habe allerdings keinerlei Verständnis für Bürger, die sich über den angeblich schlechten Winterdienst beklagen würden. In der Bürgerversammlung kritisierte ein Landwirt die vielen Hundekotbeutel, die man in den Wiesen und Feldern zunehmend vorfinden würde, und fragte, wie man dagegen vorgehen könnte. Die Hundebesitzer würden zwar die Hinterlassenschaften einsammeln, aber samt Plastikbeutel in der Flur verteilen. Eventuell würde eine höhere Hundesteuer den Tierfreund zur Sauberkeit erziehen, meinte Barth.

Weiter bemängelte man den schlechten Zustand der Abwassergräben oder den Überhang von Sträuchern. Auch das Laub und das Unkraut am Kirchberg fanden Anstoß bei den Sandsbachern. Barth betonte, dass die Gemeindearbeiter alle Hände voll zu tun hätten und appellierte an die Bürgerpflicht. Die Gemeinde würde die Arbeitsstunden bezahlen.

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