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Wirtschaft

2015 Jungfernfahrt der neuen „Kelheim“

Personenschiffahrt Stadler schafft im Jubiläumsjahr ein modernes Schiff an – zum Geburtstag im Herbst wird Taufe gefeiert.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

  • Eine Bildmontage mit der neuen MS Kelheim, die 49,90 Meter lang wird.Foto: Personenschiffahrt Stadler, Kelheim
  • Die Crew der Personenschifffahrt Stadler Foto: Schneck

Kelheim.Für die Personenschiffahrt Stadler GmbH & Co. KG in Kelheim ist 2015 ein besonderes Jahr: das Unternehmen in der niederbayerischen Kreisstadt kann den 90. Geburtstag feiern und bekommt im Herbst auch ein neues Motorschiff (MS), das die „Kelheim“ ablösen wird. Die Personenschiffahrt Stadler setzt aber weiterhin auf den Namen „Kelheim“ und lässt so auch ihr neues Fahrgastschiff taufen. Der Schiffsbau läuft.

Die Geschäftsführer Brigitte Wildenauer und Erwin Wagner Foto: Bachmeier-Fausten
Die Geschäftsführer Brigitte Wildenauer und Erwin Wagner Foto: Bachmeier-Fausten

Im November 2014 haben die 16 Gesellschafter des Unternehmens einstimmig beschlossen, ein neues Schiff bauen zu lassen. Im Gespräch mit der MZ, das die Geschäftsführer Erwin Wagner und Brigitte Wildenauer, beide auch Mitgesellschafter, und Mitarbeiterin Ariane Braun führten, wurde erwähnt, dass die bisherige MS Kelheim mittlerweile 36 Jahre alt ist und „Standard und Sicherheitsbestimmungen nicht mehr dem modernsten Standard entsprechen“. Es sei überlegt worden, wie sich die Firma in der Zukunft entwickeln soll – ob noch in das alte Schiff investiert oder ein Neubau ins Auge gefasst werden soll. Wie Erwin Wagner sagte, sei mehrere Jahre geplant und kalkuliert worden. Die Niedrigzinsphase sei sicher mit entscheidend gewesen. Vorrangig sei jedoch schon gewesen, „ein zeitgemäßes Schiff zu haben“, so Wildenauer.

Auch ein Lift ist vorgesehen

Nach Angaben von Erwin Wagner ist im Vorjahr mit der Lux-Werft in Mondorf am Rhein ein Konzept entwickelt und der Vertrag unterschrieben worden. Es sei eine Anschaffung in Millionenhöhe. Erwin Wagner zufolge „wird es ein ganz besonderes Schiff“, das barrierefrei wird. Nicht nur, dass Passagiere ohne eine Stufe gehen zu müssen, an Bord der neuen „Kelheim“ gelangten, auch ein Lift wird eingebaut. Es werden zwei Decks, ein Hauptdeck für 200 Fahrgäste und einer Deckenhöhe von 2,5o Metern sowie ein Freideck (mit circa 300 Plätzen) mit fest installiertem Sonnensegel vorhanden sein, das absenkbar ist. Das neue Motorschiff wird einen Tiefgang von maximal 80 Zentimetern und einen geringen Wellenschlag haben. Die Konstruktion sieht ein bis auf Relinghöhe absenkbares Steuerhaus vor. Es sei sowohl für Einsätze bei Hoch- (bis zu einem Pegelstand von 5,10 Metern) als auch bei Niedrigwasser (bis zu einem Pegelstand von 2,25 Metern) geeignet. Ausgestattet wird es Wagner zufolge mit abgasarmen Dieselmotoren mit Partikelfiltern.

Im Dezember war die Kiellegung (Baubeginn) für die Baunummer 208, also die moderne „Kelheim“. Erwin Wagner war dabei zugegen. Es seien damals die ersten Stahlträger zusammengeschweißt worden. Auch bei der Überführungsfahrt über den Rhein, Main und den Main-Donau-Kanal zur Donau wird Geschäftsführer Wagner „auf alle Fälle mit dabei sein“.

Anlässlich der Feier des Firmenjubiläums im Herbst sind auch die Schiffstaufe und ein „Tag der offenen Schiffstür“ vorgesehen. Die Patinnen-Suche „läuft auf Hochtouren“. Für die jetzige „Kelheim“, die noch die gesamte Saison 2015 hier im Einsatz ist, gebe es mehrere Anfragen von Interessierten, so Mitgesellschafter Wagner.

Ein Blick in die Chronik

Der Chronik zufolge haben sich 14 Fischer, Flößer und Kahnführer 1924 zur Motorschifffahrtsgesellschaft Befreiungshalle zusammengeschlossen. „Es fiel ihnen nicht leicht, den Bau des ersten Motorschiffes zu finanzieren. 25 000 Reichsmark mussten zusammengekratzt werden. Die Deggendorfer Werft erhielt den Auftrag zum Bau der Befreiungshalle I; die Jungfernfahrt war 1925 zu Christi Himmelfahrt. Zunächst hatte Franz Schrödl sen. und 1927 dann auch Sebastian Dier sen. das Schiffsführerpatent erworben.“

Die bisherige MS „Kelheim“
Die bisherige MS „Kelheim“ Foto: Schneck

Nun hat die Personenschiffahrt Stadler zwei Motorschiffe, die „Weltenburg“ und die „Kelheim“ und 30 Mitarbeiter (einschließlich Aushilfskräften).

Wie Erwin Wagner sagte, wolle das Unternehmen die Belegschaft weiter ausbauen. Laut Ariane Braun möchte man die langen Wintersaisonen auch nutzen für Veranstaltungen mit Schifffahrten. „So ein neues Schiff bietet immer wieder neue Möglichkeiten“, sagte sie. Wagner: „Wir suchen immer noch Partner für besondere Events.“ Ariane Braun: „Wir sind für vieles offen.“ Beispielsweise wären auch Autopräsentationen an Bord möglich.

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