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Samstag, 21. April 2018 27° 2

Projekt

Bequemes Zuhause für die Fledermäuse

Kinder der „Eduard-Staudt-Schule“ Thaldorf lernten viel vom Wald und dessen Bewohner von Forstamtsanwärter Joas Duscher.
Von Evi Schmidl

Die Kinder zeigen mit Michael Littel (hinten r.) einen alten Fledermauskasten. Foto: Schmidl

Thaldorf.Im Wald des Klostergutes Weltenburg tummeln sich kleine und größere Menschen. Leitern haben sie dabei, Holzkästen, die fast ausschauen wie Vogelhäuschen, Schrauber und Säge. Diskussionen gibt’s, wer von den Kindern den anwesenden Hund führen darf. Ja was ist denn da los?

Das Jahr des Waldnaturschutzes

Die Frage beantwortet gern Forstamtsanwärter Jonas Duscher. „Wir haben heuer das Jahr des Waldnaturschutzes“, fängt er an zu erzählen. Weil er bald ein geprüfter Forstwirt sein mag, hat er beim Prüfungsausschuss die Projektarbeit „Fledermauskästen“ eingereicht. Dort waren alle damit einverstanden, „also hab ich mir eine Schule gesucht, um mit Kindern das Geplante zu verwirklichen“. In der Eduard-Staudt-Schule Thaldorf sei seine Anfrage auf offene Ohren gestoßen. Den Kindern der zweiten und dritten Klasse habe er dann erklärt, wie Wald so funktioniert. Im Speziellen wären der Specht und dessen „Nachbewohner“ in den Baumhöhlen, zu denen auch Fledermäuse gehören, behandelt worden. Alles hätte er anschaulich gestaltet. Die Begeisterung der Kinder habe in fasziniert. „Später haben wir dann im Werkunterricht mit der 8. Klasse die vorgefertigten Nistkästen zusammengebaut und die Kleineren haben sie bemalt“. Und nun wären alle dabei, die Fledermauskästen an Bäumen festzumachen.

Michael Littel von der Unteren Naturschutzbehörde gesellt sich dazu. Dass heutzutage der Wald nicht mehr so ’wild‘ wäre wie früher, erklärt er den Kindern und dass es eben Tiere gäbe, die nur in Baumhöhlen oder eben jenen Kästen Daheim sein können.

Pädagogin Angela Benzinger-Huber ist mit dabei und wünscht sich, „dass wir im kommenden Jahr nachschauen dürfen, ob Fledermäuse unsere Kästen bewohnen“. Dem stimmt Förster Lukas Wack, dem auch der heiß begehrte Hund gehört, gerne zu. „Ich hab selber einen Hund“, erzählt Nico und dass er einen der Nistkästen „mit einem grünen Monster“ bemalt hat. Emese findet „es ganz toll, weil wir mit der Klasse so was machen dürfen“. Silva freut sich vor allem „weil wir mit dem Jonas Fledermaus spielen“. Nico und Lukas gehen in die 8. Klasse und legen fleißig beim Aufhängen der Kästen Hand an. Fürs Fledermausspiel fühlen sie sich viel zu erwachsen.

Nur an markierte Bäume

David weiß, dass „nur an markierte Bäume Kästen gehängt werden“. Michael erklärt mit großen Augen: „der Wald ist ziemlich toll. Schad nur, dass es so wenig Fledermäuse gibt. Wo sich die doch durch das Echo ihrer Laute ein Bild im Kopf malen können. Da muss man doch was tun, dass die ein Zuhause finden“. Außerdem könnte er prima im Wald klettern, sagt er noch und gesellt sich wieder zu den Schulkameraden.

Alle finden es sehr spannend, mal Säge, Schrauber und auch die Leiter, auf die meiste Jonas Duscher zum Anschauen der Kästen steigt, halten zu dürfen. Littel ist begeistert. „Dies ist meines Wissens das erste Projekt dieser Art“. Bei der gemeinsamen Brotzeit mitten im Wald gibt es reichlich Gesprächsstoff über alles, was dort wächst, kreucht oder fleucht.

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