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Race24

Die ersten Fahrer sind seit Dienstag da

Parkplätze sind in Kelheim im Moment ein rares Gut – sie werden von den Fahrern des 24-Stunden-Rennens belagert.
von Benjamin Neumaier

  • Manfred Kohlruss weilt bereits seit Dienstag in Kelheim –er sieht es auch als Kurzurlaub. Foto: Neumaier
  • Auch am alten Hafen haben schon viele Teams oder Fahrer reserviert. Foto: Neumaier

Kelheim.Das 24-Stunden-Rennen naht mit Sieben-Meilen-Stiefeln – am Samstag, 18. Juli, um 14 Uhr geht es los. Schon seit Dienstag, 18 Uhr, sind der Parkplatz Aumühle und das Areal am Alten Hafen für die Einzelfahrer und Teams gesperrt, gestern ab 18 Uhr wurde auch der Niederdörfl-Parkplatz von den Einzelfahrern und Teams eingenommen – denn die haben schon fleißig Plätze für ihre Fahrerlager reserviert.

Schinderei und Kurzurlaub

Manfred Kohlruss Wohnmobil ist sein rollendes Fahrerlager.
Manfred Kohlruss Wohnmobil ist sein rollendes Fahrerlager. Foto: Neumaier

Schon seit Dienstagabend campiert Manfred Kohlruss mit seinem Wohnmobil auf dem Aumühle-Parkplatz. Der 59-jährige Erdinger ist froh über die Möglichkeit, sich vorab einen guten Platz zu sichern, „denn ein guter Platz ist extrem wichtig. Bei schlechtem Wetter für einen Trikot-Wechsel oder wenn ich meine Getränke auffüllen muss“, sagt er.

Dabei verbindet der Race24-Novize, der mit seiner Frau Silvia als „Physio, Koch und Teammanagerin“, angereist ist, das Sportliche mit dem Angenehmen: „Wir sehen es gleichzeitig als kleinen Urlaub. Kelheim ist ein nettes Städtchen, die Umgebung traumhaft – da kann man es aushalten“ sagt er. Doch nicht die Landschaft oder die Aussicht, die Befreiungshalle zu sehen, hat den 59-Jährigen nach Niederbayern verschlagen, sondern die „Herausforderung 24-Stunden-Rennen“. Denn zwar hat er seit etwa 15 Jahren schon zig Radmarathons – am Arber, in Nauders oder Bimbach – in den Knochen, doch nun will er einen Schritt weiter gehen: „Es ist eine Premiere für mich – ich will an meine Grenzen gehen. Dieses Ziel wollte ich noch vor meinem 60. Geburtstag erreichen. Ein Radmarathon dauert zehn Stunden, ich will aber 24 Stunden durchhalten. Dafür werde ich beißen – und wenn nötig, eine kleine Pause machen. Aber wirklich nur ungern“.

Kilometer gefressen

Der Parkplatz Aumühle ist bereits seit Dienstagabend gesperrt.
Der Parkplatz Aumühle ist bereits seit Dienstagabend gesperrt. Foto: Neumaier

Die Platzierung ist ihm dabei egal, auch die gefahrenen Runden kümmern ihn wenig, „aber ab 20 Runden werde ich dann ruhiger“.

Seit November bereitet er sich vor, hat „Kilometer gefressen“ – zusammen mit seinem Kumpel Andreas Kurz aus Freiburg. Auch für Kurz ist das Race24 eine Premiere – zwar nicht die zeitliche Distanz, aber er sitzt normalerweise nicht auf einem Rennrad, sondern auf einem Mountainbike. „Mal sehen, wie wir uns schlagen“, sagt Kohlruss. „Spannend wird es auf alle Fälle.“ Zumindest am Fahrerlager kann es nicht liegen, denn Kohlruss ist damit „optimal zufrieden“ und hat gleich einen Platz am Aumühle-Parkplatz für seinen Kumpel mitreserviert hat.

Soviel Glück hat nicht jeder: Teilweise ist es ein Hauen und Stechen um die besten Plätze, sagt MZ-Mitarbeiter Alexander Wochinger, der für das Team Kaiser24 im Sattel sitzt: „Es gibt richtig sture Köpfe oder andere die sich nicht an die Reservierungszeiten an den Plätzen halten. Das sind aber ein paar schwarze Schafe, normalerweise ist es ein Geben und nehmen und geht regelrecht familiär zu.“

Letztlich entscheidet aber nicht das Fahrerlager über den Rennausgang, sondern die Beine. Und machen die bei Manfred Kohlruss mit, dann hat er noch sein Ziel 2.0 vor Augen: „Dann gehe ich mit 60 den Öztal-Radmarathon an –und komme vielleicht auch 2016 wieder nach Kelheim.“ Mit dem Wohnmobil. Schon am Dienstag, zum Reservieren.

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