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Die Retter – Übersicht und Einblick

17 Wochen hat die MZ in Kelheim über ehrenamtliche Retter im Landkreis Kelheim berichtet. Hier die Zusammenfassung der Serie.
Von Heiner Stöcker

Kollege Heiner Stöcker beim vielleicht spektakulärsten Einsatz der Serie als Taucher mit der FFW Kelheim unterwegs
Kollege Heiner Stöcker beim vielleicht spektakulärsten Einsatz der Serie als Taucher mit der FFW Kelheim unterwegs

Kelheim.Seit Mitte März hat die Lokalredaktion in der Printausgabe der MZ und auf mittelbayerische.de/retter jede Woche ehrenamtliche Retter und Organisationen aus dem Landkreis Kelheim präsentiert. In diesem Artikel bieten wir noch mal einen Überblick und geben den Machern hinter der Serie Gelegenheit zu Wort zu kommen.

Natürlich ist so ein Projekt, wie „Die Retter“ eine Teamleistung der gesamten Redaktion Kelheim. Die Idee von Redaktionsleiter Maximilian Wachter war es, zum Start der neuen Homepage ihr volles crossmediales Potenzial auszuspielen. Nicht nur Texte und Bilder, wie bisher. Videos, interaktive Karten, klickbare Grafiken und vieles mehr sollten das Storytelling auf mittelbayerische.de/retter bereichern.

Neben dem Stammteam an Schreibern bestehend aus Claudia Pollok, Philipp Froschhammer und Heiner Stöcker sprang auch Kollege Benjamin Neumaier an einem Samstag ein – oder besser ins kalte Wasser. Er berichtete quasi in einer Sonderfolge von „Die Retter“ über eine groß angelegte Übung auf der Donau. Manfred Forster ist es, der den Zeitungsseiten der MZ Kelheim optischen den letzten Schliff gibt und auch die Serienteile von „Die Retter“ zu einem Hingucker verwandelte.

Das gilt auch für die Kollegen der Online-Redaktion in Regensburg, die uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite standen. Allen voran Roland Jungbauer, der die Seite mittelbayerische.de/retter im engen Schulterschluss mit der Kelheimer Redaktion und einer gefühlten Standleitung zu Heiner Stöcker „gebaut“ hat.

Die Retter - der Episodenüberblick

Die Kollegen der Redaktion nahmen Rücksicht auf die drei Schreiber und hielten ihnen die Rücken frei. So eine Retter-Folge mit allem, was dazu gehört – also von der Planung, über die Recherche, die Interviews, Ortstermine, Schreibzeit und Aufbereitung der Online-Inhalte – das kostet Zeit. Viel Zeit. Zeit, in der die Macher an nichts anderem arbeiten, und die der Rest des Teams kompensieren muss. Bei zehn Redakteuren, die jeden Tag die Mittelbayerische Zeitung in Kelheim stemmen, eine nicht zu unterschätzende Leistung.

Heiner Stöcker – „Mal unter Wasser, mal von Flammen umtost“

Heiner Stöcker tauchte mit der FFW Kelheim ab.
Heiner Stöcker tauchte mit der FFW Kelheim ab. Foto: Oskar Schad

„Eine fantastische Chance. Das ist die Retter-Serie für mich. Als aktiver Feuerwehrler bekam ich hier Einblicke, um die mich meine Kameraden bei der FFW Undorf beneiden. Ich durfte unsere MZ-Auszubildenden an der Hand nehmen und mit ihnen dieses Abenteuer planen. Wir konnten mit der Serie zeigen, was die ehrenamtlichen Retter im Landkreis können, was sie leisten und was sie bieten.

Normalerweise beschränken sich die meisten meiner Kontakte aufs Telefon, das Internet oder das Fußballfeld. Ich bin sportaffiner Online-Redakteur. Bei der Serie aber war ich auf einmal mittendrin: metertief unter Wasser oder von Flammen umtost. Und ich habe ein Netzwerk mit den Rettern im Landkreis geknüpft. Viele durfte ich kennen lernen, viele neue Kontakte sind in meinem Smartphone gespeichert.

Schwer zu sagen, welche Themen mich im vergangenen Vierteljahr am meisten bewegt haben. Denn: Bewegt haben mich alle – nur auf unterschiedlichen Ebenen halt. Von meinen eigenen Geschichten sicher die Taucher der FFW Kelheim und die Werkfeuerwehr der Bayernoil (Anm.: diese Folge kommt am 2. Juli – sozusagen als Nachklapp, denn hier verlassen wir den Bereich des Ehrenamts). Diese Termine waren Action pur für mich. Aus Sicht der Technik, Organisation und des Know-hows her begeistert hat mich mein Besuch bei der Integrierten Leitstelle in Landshut. Oder meine Ausbildung als Gastschüler bei der Feuerwehr Saal – für diese Chance bin ich vielen Menschen nicht nur dienstlich sondern auch privat zu tiefst dankbar. Aber zeitmäßig am längsten gebraucht habe ich für die Reportage über den Kriseninterventionsdienst Mona. Das Thema hat mich menschlich berührt, weil ich dabei ehrenamtliche Helfer kennen lernen durfte, die sich freiwillig Dinge auflasten, vor denen ich Angst habe. Gespräche mit Hinterbliebenen zum Beispiel.“

Philipp Froschhammer – „Welcher Retter bin ich?“

Philipp Froschhammer wird bei der Übung des Dekon-P-Zuges Bad Abbach „gereinigt“
Philipp Froschhammer wird bei der Übung des Dekon-P-Zuges Bad Abbach „gereinigt“ Screenshot: Stöcker

„Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, als die Leiter der Kelheimer Retter-Organisationen in der Redaktion zu Gast waren. Sie erzählten von den schönen Seiten des Ehrenamts, ihren Aufgaben, der Zusammenarbeit und dem Problem, dass sie oft in der Gesellschaft falsch wahrgenommen werden. Auch ich muss gestehen, dass ich damals keine Ahnung hatte, was alles dazu gehört, sich „Retter“ nennen zu dürfen. Ich wusste, wie die Fahrzeuge aussehen und kannte die Durchwahl des Polizeipressesprechers, die man anrufen soll, wenn irgendwo ein Martinshorn erklingt. Von den Aufgaben, den Lehrgängen und den technischen Möglichkeiten, die Feuerwehr, THW und Co. haben, wusste ich nichts. Durch die Retter-Serie stand ich jedoch auf einmal ständig im Kontakt mit den Ehrenamtlichen der Region. Ich wusste von Übungen, besuchte die Einsatzzentralen regelmäßig und beteiligte mich an Treffen. Oft wurde ich von meinen Interviewpartnern gefragt, wann ich endlich ehrenamtlicher Helfer werden und bei welcher Organisation ich anfangen möchte. Auch wenn ich immer dankend ablehnte, habe ich mir öfter diese Frage gestellt. Den Tag mit den Rettungsdienst werde ich nicht vergessen, genauso wenig wie den wahrscheinlich gründlichsten Duschgang meines Lebens (Foto) bei der Dekon-P-Gruppe der Feuerwehr Bad Abbach oder die Pumpübung des THW. Ohne den anderen Organisationen auf den Schlips treten zu wollen, habe ich für mich eine Entscheidung gefällt: Nach dem kräftezehrensten Tagestrip meines Lebens, einer Schwimmtour durch die Weltenburger Enge, käme für mich die Ausbildung zum Fließwasserretter bei der Wasserwacht in Frage.“

Claudia Pollok – „Respekt vor so viel Engagement“

Vlaudia Pollok durfte mit der Bergwacht hoch hinaus.
Vlaudia Pollok durfte mit der Bergwacht hoch hinaus.

„Ich bin seit über einem Jahr Volontärin und seit März in der Redaktion Kelheim. Frisch angekommen, haben mich meine Kollegen gleich mit ins Team für die Retter-Serie geholt. Dort durfte ich mich nicht nur multimedial austoben, sondern auch ganz tolle Menschen kennenlernen, die sich in ihrer Freizeit für andere engagieren. Denn heute ist mir klar: das ist nicht selbstverständlich. 112 wählen und der Krankenwagen kommt. So einfach war das für mich früher. Erst durch meine Artikel ist mir klar geworden, was die vielen Ehrenamtlichen alles leisten. Und das ist beachtlich.

Bettina Kunzmann von der Freiwilligen Feuerwehr Rohr hat mit „Wills Löschbande“ nicht nur ein tolles Freizeitangebot für Kinder geschaffen, sondern bemüht sich als Ehrenamtliche um den Nachwuchs der Feuerwehr. Marina Faber werkelt trotz Kind und Nachtschichten in ihrer Freizeit beim Technische Hilfswerk mit und Johannes Datzmann aus Niederumelsdorf ist bei der Berufsfeuerwehr in Landshut und findet trotzdem noch Zeit, die Freiwillige Feuerwehr in seiner Heimatgemeinde als Kommandant zu leiten. Alle Achtung vor so viel Einsatz!

Zu den schönsten Erlebnissen bei der Serie zählen für mich, das Klettern mit der Kelheimer Bergwacht, die mich sicher auf den Prunner Turm und wieder hinunter gebracht hat, und das Gespräch mit Bufdi Lisa Rottler, die mir ganz ehrlich erzählt hat, wie sehr die Arbeit im Krankenwagen ihren Blick auf Armut und Einsamkeit verändert hat.“

Mehr als 71 Gigabyte Daten

  • Beiträge:

    In der Zeitung hat die Serie „Die Retter“ 18 Folgen. Im Internet auf www.mittelbayerische.de/retter gibt es weitere Zusatzartikel, einen Blog, in dem die Reporter Hintergründe liefern, alle Videos und eine interaktive Karte unter anderem mit allen Standorten der Feuerwehr, des BRK und des THW im Landkreis Kelheim.

  • Datenmenge:

    Im Laufe der vergangenen Wochen haben wir für unsere „Die Retter“-Serie mehr als 71 Gigabyte Bild- und vor allem Video-Daten produziert. Nicht mitgerechnet sind die Online-Grafiken und die interaktive Karte.

  • Bilder:

    Die Menge an Fotos lässt sich nicht mehr genau bestimmen. Sie liegt aber jenseits der 350.

  • Geschafft:

    Unser Ziel als Redaktion war es, in der Zeitung und online auf www.mittelbayerische.de/retter den Ehrenamtlichen ein Forum zu bieten. BRK, THW, Feuerwehr und Co. sollten davon durch ein gesteigertes öffentliches Bewusstsein profitieren. Das hat funktioniert.

  • Nachklapp:

    Online geht „Die Retter“ noch drei Wochen weiter. Dann legt unser Kollege die Zwischenprüfung seiner Modularen Truppmann Ausbildung bei der FF Saal ab. Bis dahin blogt er auf der Seite, schneidet Videos, für die bisher keine Zeit war. Vorbeischauen lohnt also. Kommende Woche gibt es die Letzte Folge in der Zeitung: Wir verlassen das Ehrenamt, besuchen Bayernoil und stellen den Beruf „Feuerwehrmann“ vor.

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