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Kelheim
Mittwoch, 19. September 2018 31° 1

Abschied

Ein neues Kapitel im Buch des Lebens

Die Eduard-Staudt-Schule Thaldorf verabschiedet 16 Schüler mit Schüttel-Ei – damit sie den eigenen Rhythmus nicht verlieren.
Von Evi Schmidl

Erinnerung an den letzten Schultag mit Klasslehrerin Margit Koneberg (li.) und Schulleiterin Christine Jochheim (r.) und den Entlassschülern
Erinnerung an den letzten Schultag mit Klasslehrerin Margit Koneberg (li.) und Schulleiterin Christine Jochheim (r.) und den Entlassschülern Foto: Schmidl

Kelheim.In der Aula der Eduard-Staudt-Schule, dem sonderpädagogischen Förderzentrum in Thaldorf, war für die feierliche Zeugnisüberreichung an 16 Entlassschüler alles bestens vorbereitet. Schulband und Schulchor probten ein letztes Mal ihren Auftritt.

Schulleiterin Christine Jochheim trat ans Mikrofon und sagte: „Lange habt ihr auf diesen Tag hingefiebert, viel gelernt und geleistet“. Große Erwartungen hätten die meisten, große Veränderungen würden auf alle zukommen. Der Kreis zwischen dem ersten und dem vorerst letzten Schultag sei geschlossen. Außergewöhnlich motivierte Schüler, Lehrer und Erzieherinnen hätten das vergangene Schuljahr geprägt. Das Rüstzeug für ein Erwachsenenleben sei gelegt „und nun müsst ihr alles das Beste daraus machen“. Auch den Eltern galt ihr Dank „für Verbote und Erlaubnisse, kurzum für alles was zur Erziehung der Kinder nötig war“.

Jochheims besonderer Dank ging an Sieglinde Ipfelkofer für zehn Jahre aktive Mitarbeit im Elternbeirat. Sie habe sich stets am Wohl und Wehe der Schule über das normale Maß hinaus interessiert.

Der Schülerchor sang das Lied vom „Schüttel-Ei“ und jeder Entlassschüler bekam ein solches um in der Hektik des Lebens den eigenen Rhythmus nicht zu verlieren.

„Leben ist ein Buch mit vielen Kapiteln“, sagte Fördervereinvorsitzender Hartwig Streit. Eins würde mit dem Schulende geschlossen und ein Neues öffne sich. Die große Freiheit, von manchem sehnlichste erhofft, beinhalte vor allem selbstbestimmtes Handeln und Verantwortung für das eigene Leben. Im zu Ende gehenden Schuljahr hat der Förderverein laut Streit Fahrräder für den Verkehrsunterricht und Tretroller für eine bessere Koordination angeschafft, dazu verschiedenste schulische Aktionen unterstützt. Insgesamt sei ein Betrag von rund 3000 Euro in Schule und Schüler investiert worden.

Die meisten Klassen leisteten einen Beitrag zur Verabschiedung der „Großen“. Auch die ehemaligen Neuntklässler sagten ganz offiziell zueinander „auf Wiedersehen“ und sprachen sich gegenseitig beste Wünsche aus.

Mit dabei war Andonita. Zehn Jahre hat sie die Schulbank in Thaldorf gedrückt. Nach den Ferien beginnt für sie ein Jahr der Berufsvorbereitung. „Mir hat hier alles gefallen“, meinte sie ein wenig wehmütig und war sicher, „ich werde diese Schule vermissen“.

Vadim besuchte die Schule seine vorerst letzten fünf Jahre Schulzeit. „Der Stress in den vergangenen Prüfungstagen war nicht besonders schön“ gab er Auskunft. Er werde erst mal ein soziales Jahr machen.

Klasslehrerin Margit Koneberg sprach von einer „sozialkompetenten Klasse“ und wünschte „dass jeder den für ihn passenden Weg im Leben findet“.

Markus und Andonita dankten ihr für all die Mühen und „die Geduld mit uns allen“, im ablaufenden Schuljahr.

Feierlich bekamen alle Entlassschüler ihre Zeugnisse von Jochheim und Koneberg überreicht bevor es in den Speisesaal zum kleinen Umtrunk ging.

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