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Energie-Detektive ermitteln in Kelheim

Klimaschutzmanager Frank Eißler ist an den Grundschulen Kelheims unterwegs – und bildet Energie-Detektive aus.
von Benjamin Neumaier

  • Die Grundschüler in Kelheimwinzer hörten Klimaschutzmanager Frank Eißler aufmerksam zu. Foto: Eißler
  • Sieben Strommessgeräte stehen den Schülern zur Verfügung. Foto: dpa

Kelheim.Ein Detektiv – von lateinisch detegere „entdecken, aufdecken“ –oder auch Privatdetektiv ist ein Privatermittler, der durch Observationen, Recherchen, Befragungen und Ähnliches Erkenntnisse und Informationen dokumentiert und zusammenträgt. Knapp 25 Nachwuchs-Detektive gibt es seit knapp einer Woche nun an der Grundschule Kelheimwinzer. Allerdings ermitteln die nicht im Zuge von Straftaten – ihr Feld ist die Energie, vielmehr Energieeinsparung, Energieeffizienz und Klimaschutz.

Strommessgerät als Handwerkszeug

„Ausgebildet“ hat die Energie-Detektive der Kelheimer Klimaschutzmanager Frank Eißler – und ihnen auch gleich das passende Handwerkszeug mitgegeben. Denn statt mit Kamera, Pistole ermittelt der Energie-Detektiv mit Strommessgerät und Notizblock. Sieben Stück davon – die meisten davon von den Stadtwerken Kelheim zur Verfügung gestellt – hat Eißler an die Schüler ausgeteilt und den Schülern und Schülerinnen Aufgaben an die Hand gegeben. „Jeder darf das Messgerät in der Schule ausprobieren und auch mit nach Hause nehmen, um dort den Verbrauch der großen Stromfresser und stillen Verbraucher zu messen“, sagt Eißler. Dazu hat er den Schülern einen Tabelle mit typischen Geräten eines Privathaushalts ausgehändigt. Darin wird dann die Wattzahl der Geräte eingetragen. Dazu haben sie weitere kleine Hausaufgaben, wie etwa die Glühlampen im Haus zu zählen. Nach einer guten Woche besucht der Klimaschutzmanager die Schüler erneut, hört sich die Ergebnisse man wertet sie aus und diskutiert mit den Viertklässlern, was man besser machen könnte.

Ein Bewusstsein schaffen

Denn darauf ist das Projekt letztlich ausgelegt: Ein Bewusstsein für Energieeinsparung und Energieeffizienz zu schaffen. „Wir wollen die Schüler für das Thema sensibilisieren – und natürlich über den Nachwuchs auch an die Eltern herankommen. Das Projekt habe ich ja nicht erfunden, es ist bereits erprobt und hat einen hohen Wirkungsgrad“ sagt Eißler.

Denn die Schmerzschwelle bezüglich des Stromverbrauchs in Privathaushalten sei relativ hoch, „auch wenn der Strompreis in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Viele Geräte wie DVD-Player, Computer oder dergleichen stehen meist auf Stand-by – das frisst Strom und kostet natürlich. Würde mann alle diese Geräte abschalten, könnte man sich wohl bis zu zwei Atomkraftwerke sparen.“

Das Projekt Energie-Detektive sei ein erster Schritt in der Sensibilisierung – weitere Projekte sind denkbar, sagt Eißler: „Es gibt ja bereits Energiesparwettbewerbe, die könnte man ausbauen oder an den Grundschulen Schüler als Energiebeauftragte schulen – die dann immer wieder Dinge anstoßen. Es geht um Nachhaltigkeit.“ Auch eine Ausweitung des Projekts sei, in anderer Form, auf andere Schularten denkbar.

Vorerst will es der Klimaschutzmanager aber beim Grundschulprojekt belassen – und besucht in Kürze auch die Schüle in Hohenpfahl und an der Grundschule Nord. Erstmal geht es aber wieder nach Kelheimwinzer –zum Auswerten der Ergebnisse: „Die Kinder haben interessiert mitgearbeitet – ich bin gespannt, was sie zu Hause und in der Schule entdeckt haben.“

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