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Schule

Erster Blick in die neue Schulmensa

Die neue Mensa in der Wittelsbacher Mittelschule soll zentraler Ort im Schulleben werden, dient sie aber vielen Zwecken.
von Benjamin Neumaier

Martina Brehler in ihrem neuen Reich, der Schulküche:„Es ist eine unglaubliche Verbesserung, kein Vergleich zu vorher.“
Martina Brehler in ihrem neuen Reich, der Schulküche:„Es ist eine unglaubliche Verbesserung, kein Vergleich zu vorher.“ Foto: Neumaier

Kelheim.Martina Brehler kam aus dem Lächeln gar nicht mehr heraus – über beide Ohren strahlend öffnete sie den großen Bräter, streichelte beinahe den Konvektomaten oder warf einen strahlenden Blick auf die Fritteusen: Endlich hat sie ihre neue Küche.

Viele neue Möglichkeiten

Was klingt wie aus einem schlechten Werbespot für ein Küchenstudio, ist ein Traum in Edelstahl, der an der Wittelsbacher Mittelschule in Kelheim wahr wurde. Am Freitag wurde dort die neue Schulmensa eingeweiht – und Martina Brehler war als Mittagsbetreuerin/Köchin/Kiosk-Verkäuferin mittendrin. „Es ist eine unglaubliche Verbesserung, kein Vergleich zu vorher. Bisher habe ich die Ganztagsschüler, im Schnitt 70, aus dem Kiosk mit minimalsten Möglichkeiten versorgt. Da hat das Gesundheitsamt auch mal ein Auge zugedrückt“, sagt sie.

Nun bieten sich ganz andere Möglichkeiten. Die Küche ist mit modernsten Geräten ausgestattet, geräumig, nach neuesten Standards eingerichtet. Die angeschlossene Schulmensa bietet 100 bis 120 Schülern Platz und „schon jetzt bemerkt man, dass die Schüler die neue Mensa lieben. Sie bleiben länger, unterhalten sich, nutzen die Mensa als Aufenthaltsraum“, sagte Brehler.

Auch Rektor Willy Baumgartner hat das beobachtet: „Die Schüler stimmen mit den Füßen ab –und die halten sie mittlerweile länger unter den Mensatischen still, als früher. Dieser Raum ist eine Freude und wird ein zentraler Punkt unserer Schule werden.“

Rektor Willy Baumgartner, Bürgermeister Horst Hartmann und Architekt Norbert Raith (v. l.)  in der neuen Schulmensa
Rektor Willy Baumgartner, Bürgermeister Horst Hartmann und Architekt Norbert Raith (v. l.) in der neuen Schulmensa Foto: Neumaier

Das sei bisher nicht immer so gewesen, erzählte Baumgartner in seiner Ansprache zum Festakt: „Das Mittagessen im Rahmen der Ganztagsbetreuung war ein großes Provisorium. Gekocht wurde im Kiosk, gegessen wurde anfangs im Freizeitraum später im Keller – nicht wirklich einladend. Nun haben wir eine moderne Küche und eine offene, helle Mensa, die zum Verweilen einlädt.“ Doch auch die Schulmensa wird kurzfristig ein Provisorium bleiben – und erst zum neuen Schuljahr vollständig in Betrieb gehen.

Ab Mitte Juli steht dann der dritte Bauabschnitt der Mittelschulsanierung an. Dabei müssen Räume eines kompletten Traktes – darunter sieben Klassenzimmer – ersetzt werden. Teile der Mensa werden wohl dafür multifunktional genutzt. Als weiteres Ausweichquartier dient der Fahrradpavillon, der gerade zu Werkräumen und einem Klassenzimmer umfunktioniert wird.

Improvisationstalent und Musik

  • Die Mensa:

    Die Mensa der Wittelsbacher Mittelschule soll ein zentraler Ort des Schullebens werden – offen und einladend, mit viel Licht. Während der Eröffnungsfeier am Freitagvormittag lugten die Schüler neugierig hinein, was die Festgäste dort trieben.

  • Umrahmung:

    Die Feier in der Mensa wurde von der Musikklasse der Mittelschule umrahmt. Mit aktuellen Hits wie „Renegades“ sorgten die Schüler für Stimmung und erhielten viel Applaus. Auch eine Tanzeinlage wussten die Gäste zu würdigen.

  • Die Verantwortlichen:

    Rektor Willy Baumgartner, Bürgermeister Horst Hartmann und Architekt Norbert Raith sind, zusammen mit dem Bauamt der Stadt Kelheim, für die Sanierung und Umgestaltung der Mittelschule verantwortlich.

  • Buffet:

    Am Buffet gab es für die geladenen Gäste – Kelheimer Schulleiter, Lehrer, Schüler, Stadträte, Architekten, Baumamtsmitarbeiter oder Politiker –am Freitag schon eine Kostprobe dessen, was die neue Schulküche zu leisten vermag.

  • Provisorium:

    Die Zeit der Improvisation ist an der Wittelsbacher Mittelschule aber noch nicht vorbei: Bis Ende 2017 wird an der Mittelschule gebaut. Aktuell wird der Fahrradpavillon in zwei Werkräume, ein Klassenzimmer und eine kleine Küche umgestaltet.

Baumgartner, seine Lehrerkollegen und die Schüler haben gelernt, damit umzugehen. Seit geraumer Zeit läuft die Schulsanierung bereits, zwei Bauabschnitte sind beendet. Der endgültige Abschluss steht laut Architekt Norbert Raith für Ende 2017 an: „Dann wird das hier eine Fünf-Sterne-Schule sein, eine komplett andere Schule. Die Schüler sollen sich hier wohlfühlen – dazu braucht es nicht nur eine tolle Mensa, sondern auch andere räumliche Veränderungen oder neue Lehrmittel.“ Raith erkenne die Schule – er war selbst Schüler an der Mittelschule – „schon jetzt kaum wieder“.

Auch die Schüler riskierten einen Blick ind ie Mensa - von außen.
Auch die Schüler riskierten einen Blick ind ie Mensa - von außen. Foto: Neumaier

Auf all diese Dinge werde geachtet, Mittelschule, Architekturbüro und Stadtverwaltung arbeiten Hand in Hand, sagt ein anderer ehemaliger Schüler, Bürgermeister Horst Hartmann: „Beim Gang durch das Gebäude habe ich mir gedacht: ,Guad gmacht‘. Und da ich in einer Schule bin, möchte ich auch gleich eine Note vergeben –zwei bis drei. Das hört sich wenig schmeichelhaft an, liegt aber eben daran, dass wir noch nicht fertig sind. Am Ende soll eine eins mit Stern herauskommen. Ich bin mir sicher, dass das auch so kommen wird.“

Der neuen Mensa verlieh Hartmann schon jetzt die beste Schulnote. Man versuche von Stadtseite aus, alles umzusetzen, alle Wünsche zu erfüllen, „schließlich ist die Förderung der Mittelschule eine stadtpolitische Aufgabe und außerdem bilden wir hier die künftigen Generationen aus – dafür wollen wir die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen.“

Schule wächst, Schülerzahlen nicht

Die will auch Willy Baumgartner: „Die Mittelschule schrumpft von den Schülerzahlen gesehen, wächst aber in ihrer räumlichen Ausdehnung. Das ist zum einen wegen der Ganztagsbetreuung nötig – dafür brauchen wir Räume und Personal, die wiederum Büros benötigen. Außerdem spielen Faktoren wie Inklusion, Integration und Berufsvorbereitung eine Rolle. Um all das auf bestem Niveau zu leisten, braucht es die geeigneten Räume und das geeignete Personal.“

Zehn Millionen Euro fließen deshalb bis Ende 2017 in diese Umbauten, „aber das ist ein lohnende Investition in die Zukunft“, sagt Hartmann. „Ich freue mich auf die Fertigstellung.“

Darauf freuen sich wohl alle Beteiligten –Verantwortliche, Schüler, Lehrer und auch Martina Brehler: „Ich kann es kaum erwarten, dass die Küche läuft. Aber bald ist es ja soweit“, sagt sie und streichelt noch mal über den neuen Konvektomaten.

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